Der Bebauungsplanentwurf für das Hofäckerareal wurde beraten.  Foto: © weerachai – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Gemeinderat: Gremium berät über Bebauungsplanentwurf für das Hofäckerareal / Gesundheitszentrum mit Café liegt im Plangebiet

Das Schwerpunktthema Hofäckerareal war Hauptgrund für eine zweite April-Sitzung des Gemeinderats im Abstand von nur einer Woche. Dabei ging es um den Bebauungsplan "Nördlicher Ortskern, Abschnitt 1" sowie um die Weiterentwicklung des Rahmenplans für den südlichen Teil.

Vöhringen. Aufgrund der hohen Inzidenzen im Landkreis Rottweil handelte es sich bereits um die dritte öffentliche Sitzung per Videokonferenz. Auch externe Referenten wurden zugeschaltet, während die Öffentlichkeit die Beratung in der Turn- und Festhalle verfolgen konnte.

Abbrucharbeiten haben begonnen

Innerhalb des Bebauungsplans "Nördlicher Ortskern, Abschnitt 1", der etwa 0,75 Hektar umfasst, befinden sich sowohl bebaute Flurstücke in Privatbesitz (Beispiel Fitness-Studio) als auch gemeindeeigene Flächen. Der Abbruch der bisherigen Gewerbebrachen hat begonnen. Eine Umwidmung vom Gewerbe- zum Mischgebiet wird geänderte Nutzungsformen inklusive Wohnbebauung erlauben. Der Flächennutzungsplan wird angepasst.

Ein großes Baufenster ist für das geplante Gesundheitszentrum (Ärztehaus) mit Café vorgesehen. Aus der frühzeitigen Beteiligung der Behörden und Träger öffentlicher Belange seien schon viele Informationen in den Entwurf des Bebauungsplans eingeflossen, erklärte Stephanie Witulski von der STEG Stadtentwicklung. Lange habe das zeitaufwendige Altlastengutachten gedauert. Auswirkungen auf Grundwasser oder Menschen seien aber nicht festgestellt worden.

Ausgleichsflächen müssen im beschleunigten Verfahren nach Paragraf 13a Baugesetzbuch nicht ausgewiesen werden. Umwelt- und Artenschutzbelange waren dennoch zu prüfen. Ein ökologischer Steckbrief wurde erstellt. Fledermäuse oder streng geschützte Zauneidechsen wurden nicht gefunden. Für Nistvögel müssen planextern auf der Ostseite des Kindergartens Friedrichstraße zwei Bruthöhlen angebracht werden.

Witulski riet der Gemeinde, zur rechtlichen Absicherung von Kanälen auf privaten Flächen auf die Eintragung von Leitungsrechten im Grundbuch zu achten. Auch der Verkehrsfluss innerhalb des Gebiets, Geh- und Fahrrechte sowie die Platzierung von Stellplätzen beim Ärztehaus und vor dem Studio 8 wurden thematisiert.

Laut Bürgermeister Stefan Hammer sind noch Gespräche zur Anpassung von Grunddienstbarkeiten und Überfahrtsrechten im Gange. Die Zufahrt ins Gebiet muss über die Bergfelder Straße und Hofäckerstraße erfolgen, damit für die südlich gelegenen Grundstückseigentümer keine unerwünschten Erschließungsbeiträge entstehen. Daher wird die Gemeinde keine durchgehende neue Straße bauen, sich aber eine Trassenführung als Zukunftsoption offenhalten.

Schnittzeichnungen veranschaulichten Abstände und Höhen der Bestandsbebauung Bergfelder Straße im Verhältnis zu den möglichen Neubauten. Erlaubt werden drei Vollgeschosse, je nach Dachform eine maximale Höhe von 11 bis 13 Metern und eine Gebäudehöhe von höchstens 528,7 Metern über Normalnull. Obwohl die Firstlinien bis zu sechs Metern differieren können, sollen die Lage und Entfernung eine allzu hohe Beeinträchtigung verhindern. Das schalltechnische Gutachten ergab hauptsächlich Beeinträchtigungen für das Plangebiet durch Verkehrslärm entlang der Bergfelder Straße. Sie führten dazu, dass für die Bebauung passive Lärmschutzmaßnahmen festgesetzt wurden.

Ansiedlung von Einzelhandel möglich

Auf Rückfrage aus dem Gremium war zu erfahren, dass die Ansiedlung von kleinflächigem Einzelhandel bis 800 Quadratmeter noch möglich sei. Nur Gartenbaubetriebe, Tankstellen und Vergnügungsstätten sind ausgeschlossen. Als Befangene durften die Gemeinderäte Thea Hoh und Andreas Scheu (beide CDU) der Sitzung zwar den Sitzungsverlauf verfolgen, waren aber von der Abstimmung ausgenommen. Die weiteren Mitglieder des Gremiums billigten den Entwurf des Bebauungsplans und der örtlichen Bauvorschriften einstimmig mit 13 Ja-Stimmen. Die Unterlagen werden ins Internet eingestellt. Die Offenlage ist für Mai/Juni geplant, der Satzungsbeschluss eventuell noch im Juli vor der sommerlichen Sitzungspause.

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