Christoph Niederstadt kämpft seit Jahren für den Erhalt seines Hofes, den Schutz der Tiere und die Pflege artenreicher Wiesen. Foto: Emelie Baisch

Aus einem heruntergekommenen Hof in Löffingen entstand ein kleines Naturschutz- und Landwirtschaftsprojekt. Christoph Niederstadt investierte Arbeit und Geld in den Wiederaufbau.

Christoph Niederstadt stammt aus einer Familie mit landwirtschaftlichem Hintergrund. Viel habe er davon als Kind allerdings nicht mitbekommen, erzählt er. Erst später entwickelte sich sein Interesse für Landwirtschaft, Tiere und Naturpflege.

 

Beruflich begann er zunächst einen anderen Weg. Niederstadt arbeitete als Buchhändler in einem Geschäft in Waldshut. Als der Laden insolvent ging, veränderte sich sein Leben grundlegend. „Ich habe die Situation als Chance gesehen“, sagt er heute. Es folgten erste Versuche, einen eigenen Hof aufzubauen – zunächst ohne Erfolg. Danach war Niederstadt viele Jahre als Reitlehrer an unterschiedlichen Orten tätig. Die entscheidende Wendung kam schließlich im Jahr 2014.

Schrecklicher Zustand

Damals suchte ein Pächter Unterstützung für eine kleine Landwirtschaft. Was Niederstadt dort vorfand, habe ihn erschüttert. „Der Hof war in einem schrecklichen Zustand“, erinnert er sich. Er entschied sich, den Hof zu übernehmen. Viele Pferde und Ponys auf dem Hof seien schlecht versorgt gewesen. Gemeinsam mit einem Tierschutzverein gelang es ihm damals, mehrere Tiere zu retten.

Niederstadt begann anschließend, das Gelände Schritt für Schritt wieder herzurichten. Aus der verwahrlosten Fläche entstand nach und nach ein funktionierender Betrieb mit heute rund sieben Hektar bewirtschafteter Fläche.

Einsatz für Artenvielfalt

Der Hof entwickelte sich über Jahre zu einem Ort der Landschaftspflege und Naturschutz. Besonders intensiv beschäftigt er sich seit 2017 mit der Bekämpfung der Herbstzeitlosen. Die Pflanze breitet sich auf vielen Wiesen aus und kann für Weidetiere gefährlich werden. „Artenreiche Wiesen müssen gepflegt werden“, sagt Niederstadt. Er organisierte Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Pflanze und dokumentierte die Entwicklungen auf den Flächen.

Zeitweise arbeitete er parallel in einer Zimmerei. Doch irgendwann habe er erkannt, dass seine eigentliche Leidenschaft im Naturschutz liege. Sein Ziel sei es gewesen, das Projekt langfristig auszubauen und daraus etwas Größeres entstehen zu lassen. „Vielleicht lässt sich ein Verein errichten“, sagt er. Denkbar sei auch, weitere Menschen einzustellen, um bei der Pflege der Wiesen und der Entfernung der Herbstzeitlosen zu helfen.

Fehlende Einnahmen

Derzeit stehen drei Pferde auf dem Hof, um die sich Christoph Niederstadt kümmert. Die Tiere gehören anderen Besitzern. Für seine Arbeit erhalte er allerdings seit einiger Zeit keine Bezahlung mehr. Hinzu kommen massive finanzielle Probleme. Nach eigenen Angaben sind rund 90 Prozent seiner Einnahmen weggefallen - unter anderem durch Kürzungen und den Verlust wichtiger Aufträge. Damit gerät auch der Fortbestand des Hofes zunehmen in Gefahr.

Um die Versorgung der Tiere und den Betrieb aufrechterhalten zu können, startete Niederstadt erstmals einen öffentlichen Spendenaufruf. Zusätzlich belasten Kredite von 60.000 Euro, die er nach eigenen Angaben für den Hof aufgenommen hat. Trotz aller Schwierigkeiten will Niederstadt weitermachen. „Ich gebe nicht auf, auch wenn es Tage gibt, an denen es mir schwer fällt, Hoffnung zu haben“, sagt der 62-Jährige.

Sein Wunsch bleibt, den Hof langfristig zu einem tragfähigen Projekt zu entwickeln – als Ort für Tiere und Naturschutz. Seine Geschichte zeigt, wie viel persönliche Initiative hinter kleinen landwirtschaftlichen Projekten steckt – und wie schnell deren Zukunft durch wirtschaftliche Veränderungen ins Wanken geraten kann.