Der Donaueschinger Schlosspark ist beliebt bei Gassigängern. Doch fürs Tier müssen diese nun tiefer in die Tasche greifen. Foto: Niklas-Marco Dinauer

Seit diesem Jahr fällt fürs Tier eine höhere Steuer an. Für Unmut sorgt bei vielen die Begründung der Stadt.

Wer in Donaueschingen einen oder mehrere Hunde besitzt, muss seit diesem Jahr tiefer in die Tasche greifen. Die Hundesteuer wurde um rund 33 Prozent erhöht. Das spült eine ordentliche Summe in die Stadtkasse. Durch die neuen Steuersätze wird mit Erträgen in Höhe von 155 000 Euro jährlich gerechnet, welche zweckgebunden eingesetzt werden sollen.

 

Die Verwaltung schreibt im November in ihrer Vorlage als Begründung: „Die Hundesteuer wird nicht nur wegen ihres finanziellen Ertrags, sondern auch zu der Eindämmung der Hundehaltung und der damit verbundenen Belästigungen und Gefahren für die Allgemeinheit erhoben.“ Ende 2024 waren 1225 Hunde in Donaueschingen gemeldet.

„Ich finde die Erhöhung nicht gerechtfertigt“, sagt Helga Walz, als sie mit ihrem kleinen Vierbeiner im Schlosspark unterwegs ist. Von der Begründung des Gemeinderats sei sie nicht überzeugt. Sie habe auch Bedenken bezüglich älterer Hundehalter, da diese eine zusätzliche finanzielle Belastung nicht immer stemmen könnten, so Walz. Juri Baburin aus Donaueschingen geht auch im Schlosspark regelmäßig mit seinem Hund Gassi. Ihm sei die Erhöhung relativ gleichgültig, er wünsche sich lediglich, dass die Stadt mehr Hundebeutel zur Verfügung stellt. Das wünscht sich auch Olivia Callenbach, die seit diesem Jahr erstmals eine Hundesteuer für ihren jungen Hund zahlen muss. Sie sagt, die Erhöhung sei okay, wenn diese zweckgebunden sei. Sie kritisiert aber, dass die Abgaben für die Vierbeiner im Verhältnis zu anderen Steuersätzen enorm seien. „In Relation ist die hiesige Hundesteuer hoch. Da zahle ich für mein Auto weniger“, meint sie.

Müll am Straßenrand problematischer

Der Steuerberater Ralf Rottler aus Donaueschingen hingegen steht dem Thema entspannter gegenüber und hat sich keine großen Gedanken dazu gemacht. Für ihn gehöre der Vierbeiner einfach zur Familie. Er rege sich nicht darüber auf, habe aber Verständnis für die Empörung. Er kritisiert einzig die Begründung, dass die Hundehalter und Vierbeiner für die Verunreinigung verantwortlich gemacht werden. „Müll am Straßenrand finde ich problematischer als Hundekot in der Natur.“

In einem Punkt stimmen alle überein: Das Geld, das die Stadt nun zusätzlich einnimmt, solle auch wirklich zweckgebunden investiert werden, beispielsweise in mehr Hundekotbeutel und mehr Entsorgungsmöglichkeiten. Momentan gibt es die Beutel an mehr als 40 Standorten im Stadtgebiet.

„Die Erhöhung an sich ist nicht das Problem. Es wird alles teurer und auch die Stadt hat entsprechende Mehrkosten.“ Nadine Vögel, Leiterin des Kreistierheims Foto: Niklas-Marco Dinauer

Und was sagen Experten aus dem hiesigen Tierheim? „Die Erhöhung an sich ist nicht das Problem. Es wird alles teurer und auch die Stadt hat entsprechende Mehrkosten“, sagt Nadine Vögel, Leiterin des Kreistierheims.

Mehr Betrug befürchtet

Kritisch daran sehe sie, dass die Zahl der schwarz gehaltenen Hunde vermutlich steigen werde und der ehrliche Hundehalter, der seine Steuern zahlt, das Nachsehen habe. Die Erhöhung der Steuer für Kampfhunde fände sie nach einer „tatsächlich im Wesenstest festgestellten Gefährlichkeit“ gerechtfertigt. Eine reine Rassenauflistung, wie in der aktuellen Satzung, sei laut Vögel jedoch nicht fair. Sie sieht hier die Gefahr von Rassenvertuschung als Folge. Eine weitere sei, dass die Vermittlung bestimmter Rassen nun schwieriger werde.

Es gibt aber auch mehr Befreiungen

Ausgeweitet hat die Stadt aber auch die Befreiungen auf die Hundesteuer. Auf Hunde, die ausschließlich dem Schutz von Epileptikern oder Diabetikern dienen, Assistenzhunde oder Hunde, die landwirtschaftliche Anwesen bewachen, wird jetzt keine Steuer mehr erhoben. Zudem gilt die Befreiung für Jagdhunde. Ausgebildete Hunde können im Bevölkerungsschutz oder sogar Katastrophenschutz eingesetzt werden, so Vögel. „Die Steuervergünstigung ist eine kleine Anerkennung für die geleistete Arbeit und später den eventuell sogar lebensrettenden Einsatz“, so die Tierheimleiterin, die selbst einen ausgebildeten Rettungshund hat. „Enttäuschend ist bei all dem Aufwand, dass man nun diese Steuerbegünstigung nur noch für den Ersthund gewährt“, findet Nadine Vögel.

So wirkt sich die Erhöhung aus

Neue Sätze
Die Hundesteuer wurde in Donaueschingen nach einem Gemeinderatsbeschluss am 1. Januar erhöht und angepasst. Für den ersten Hund zahlt man nun jährlich 144 Euro statt 108 Euro. Jeder weitere Hund wird mit 288 Euro besteuert. Zuvor betrug der Satz 216 Euro. Die Steuer für Kampfhunde wurde von 600 Euro kräftig auf 900 Euro erhöht. Auch eine Zwingersteuer wird erhoben. Sie betrug bisher 216 Euro und steigt auf 360 Euro. Ende 2024 waren 1225 Hunde in der Quellstadt gemeldet.