Michael Kienzler (links) unterhält sich mit seinen Gästen im Laustall. Foto: Eberl

Im Rahmen der Gläsernen Produktion bot der Höflebauer-Hof am Mittwoch eine Hofbesichtigung an.

Schonach - Michael und Michaela Kienzler begrüßten die Gäste, darunter Birgit Schwarzmeier vom Landwirtschaftsamt und die Dezernentin für den ländlichen Raum beim Landratsamt, Silke Lanninger. Michael Kienzler führte die Gäste um und in das 1766 erbaute und zwischen 1990 und 2000 sanierte Hofgebäude. Den Anfang machte der Quellstollen, der wohl letzte verbliebene in Schonach, so Kienzler. Solche Quellstollen weisen nur Höfe auf, die über 450 Jahre alt sind, verriet er. Im Laufstall erläuterte er, dass man deutsche Angus Rinder halte, die mit Limousine-Kühen gekreuzt seien. Diese Rinderart sei sehr robust und von Natur aus hornlos. 1990 habe man von der Milchvieh- auf die Mutterkuh-Haltung umgestellt. Zehn Mutterkühe, bis zu zehn Kälber und einen Bullen beherbergt der Hof. Diese sind in dem zwischen 2003 und 2005 in Eigenleistung erbauten Freilaufstall zuhause. Der wurde errichtet, um die Tiere artgerecht halten zu können und die Tiere aus dem Hof zu bekommen. Denn die Belastung mit Ammoniak im Stall belaste ein Gebäude immens.

Futtermangel während der Hitze-Sommer

"Wir hatten auch schon mehr Tiere, aber gerade die letzten Hitze-Sommer sorgten dafür, dass wir nicht mehr genug Futter hatten und daher reduzieren mussten", so der Nebenerwerbslandwirt. Wichtig sei für ihn der Bezug zum Tier und die artgerechte Haltung. Auf dem Bio-Betrieb spielt auch die naturnahe Bewirtschaftung eine große Rolle. Gemäht wird recht spät, erst dann wenn die Blumen und Gräser verblüht sind, so um Mitte Juni herum. Das fördere die Biodiversität auf den Wiesen, ebenso wie die Tatsache, dass man keine Gülle ausbringe, sondern Mist, der für wesentlich mehr Humusaufbau sorge als Gülle. "Und es hat auch den Vorteil, dass es weniger riecht als Gülle", schmunzelt Kienzler. Gefüttert werden die Tiere mit einem großen Anteil Heu und etwas Silo.

Fleisch wird selbst vermarktet

Das Fleisch wird größtenteils in Eigenvermarktung verkauft. Insgesamt, so Kienzler, trage sich der Hof. Für Einnahmen sorgen neben dem Fleischverkauf auch eine Photovoltaikanlage und eine Ferienwohnung. Reich werden könne man wohl nicht, aber er und seine Frau würden die Arbeit gerne machen. Für ihn sei es auch ein Ausgleich zu seinem Hauptberuf als Konstrukteur in einem Industriebetrieb. Natürlich gehöre auch viel Idealismus dazu, aber er sehe den Betrieb gut aufgestellt. Eine der Töchter zeige großes Interesse daran, den Hof weiterzuführen und bilde sich aktuell neben ihrem Job weiter, wie Kienzler verriet. Während der Führung hatten die Besucher, Einheimische und Urlaubsgäste, viele Fragen, die die Kienzlers gerne beantworten. Und so konnten die Besucher auch viele Eindrücke und neues Wissen mitnehmen.