Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Höfen Willkommensfeier anstatt Neujahrsempfang?

Von
Wie Carmen Mattheis erläuterten weitere Gruppensprecher die von ihnen bei der Zukunftswerkstatt entwickelten Ideen. Foto: Schwarzwälder Bote

Mit dem Klimawandel und seinen Konsequenzen, mit Überlegungen zum Gegensteuern auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene sowie mit der Gestaltung der Zukunft in der Gemeinde Höfen und im Oberen Enztal befasste sich die vierstündige Zukunftswerkstatt "Klimawandel in Höfen – Wie wollen wir im Jahr 2050 zusammen leben?".

Höfen. Die Veranstaltung fand am Samstagnachmittag in der Höfener Gemeindehalle unter der Moderation von Verena Lindacker (Karlsruhe) statt. Initiiert wurde die Veranstaltung vom Verein "Menschen miteinander/Interkultureller Garten Oberes Enztal" mit seinem Vorstandsmitglied Hubertus Welt in Zusammenarbeit mit Bürgermeister Heiko Stieringer.

Positive Entwicklung

Auf die Thematik stimmten Impulsvorträge von Wolfgang Nießen (Gaggenau) mit seiner Professur an der Dualen Hochschule Baden Württemberg (DHBW) in Stuttgart, von Förster Martin Hauser (Enzklösterle) und von Luisa Koch als Vorstandsmitglied der Jungen Union im Kreisverband Calw ein.

Bürgermeister Stieringer freute sich in seinem Grußwort darüber, dass die Gemeinde Höfen mit einer solchen Veranstaltung eine gewisse Pilotfunktion einnehmen könne. Für die jetzige Generation gelte es, Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Welt stellte fest, dass man hierzulande in den vergangenen Jahrzehnten von schlimmen Ereignissen verschont geblieben sei. Diese positive Entwicklung sei nachhaltig zu sichern. Weshalb man die Frage stellen müsse, was man persönlich dafür tun könne.

Konkret mit dem Klimawandel und damit auch mit der Klimaerwärmung befasste sich Nießen. Auf diese seien Wirbelstürme, Überschwemmungen und Dürre-Ereignisse zurückzuführen – und zwar mit einer Zunahme von 35 Prozent in den vergangenen 30 Jahren. Im Zusammenhang damit stünden auch Nadel- und Blattverluste bei Fichten und Buchen sowie das Auftreten von Krankheitserreger übertragenden Insekten.

Seiner Prognose zufolge sei bis zum Jahr 2050 eine Verdoppelung der Hitzetage im Sommer, eine Abnahme sommerlicher Niederschläge um zehn Prozent und eine Zunahme solcher im Winter um 35 Prozent zu erwarten. Die Folgen seien Engpässe in der Wasserversorgung und das Verschwinden gewisser Baumarten. Als mögliche Maßnahmen für ein Mehr an Klimaschutz erachtete er beispielsweise den Aufbau von Radwegenetzen, das Anlegen von Fahrradstraßen und die Förderung der Fotovoltaik und Solarthermie mit der Einrichtung von Solarparks und Bürger-Voltaikanlagen. Genauso wie die Nutzung von Grünschnitt auf kommunalen Grundstücken zur Erzeugung von Biogas und eine verstärkte Nutzung der Windenergie auch unter Einsatz von Micro-Windturbinen auf Dächern und auf öffentlichen Gebäuden.

Als möglich erachtete er zudem die Steuerung des Ressourcenverbrauchs bei der Herstellung und Gewinnung von Nahrungsmitteln, beispielsweise mit einem höheren Anteil von Freilandnutzung in Verbindung mit weniger Anbauflächen in Treibhäusern.

Netzwerke bilden

Martin Hauser, seit 43 Jahren Förster und derzeitiger Wildtierbeauftragter des Forstamts Rastatt, hielt es für wahrscheinlich, dass sich die Tier- und Pflanzenwelt an den Klimawandel anpasse. Eine gewisse Verbesserung der Situation habe sich durch die Einführung von Filtern und Katalysatoren ergeben. Er erinnerte an die kürzlichen schlimmen Naturereignisse in Südfrankreich und in Italien. Hauser ging auf die Veränderungen im Verhalten von Zugvögeln ein, die wegen der Erwärmung teilweise hierzulande verbleiben oder im Frühjahr früher kämen. Geboten sei es, jetzt durch ein entsprechendes Verhalten Verantwortung für die Welt der Kinder und Enkel zu übernehmen.

Zu einem anderen und besseren Zusammenleben könne jeder Mensch und auch jede Kommune beitragen, war die Empfehlung von Koch. Dazu sei es notwendig, Ideen zu sammeln, diese zu diskutieren, entsprechende Netzwerke zu bilden, Nachhaltigkeit zu praktizieren und eigene Ressourcen umzusetzen. Und zwar mit dem Ziel, etwas bewegen und voneinander lernen zu wollen. Sie trat für eine Stärkung der Gesellschaft und des Vereinslebens sowie für eine intensivere Vermarktung regionaler Produkte ein und hielt eine Kooperation mit Kindergärten sowie eine Förderung von Naturparkschulen für wichtig.

Drei Gruppen

In drei Gruppen befassten sich die Besucher sodann mit den Fragen "Was können wir zur Begrenzung der Erderwärmung tun? Persönlich/als Gemeinschaft/Kommune?" und "Wie sichern wir das friedliche Miteinander untereinander/mit neuen Mitbürgern/ innen?"

Mit den dazu erarbeiteten Antworten, Ideen und Vorstellungen befasste sich das Plenum in den folgenden fast eineinhalb Stunden.

Den Anfang machte als Gruppensprecher Welt mit einem Hinweis zur Achtsamkeit beim Autokauf hinsichtlich des Kraftstoffverbrauchs und zum Plastikeinsatz. Er erwähnte eine stärkere Wertung des Solareinsatzes beispielsweise im Denkmalschutz, eine Empfehlung zum Kauf regionaler Produkte mit entsprechenden Veröffentlichungen und die generelle Wahrung der Nachhaltigkeit, der ein höherer Rang einzuräumen sei.

In weiteren Statements der Gruppensprecher ging es beispielsweise um die Einschränkung des Individualverkehrs im Zuge einer Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs im Rahmen eines entsprechenden Verkehrsmanagements im Oberen Enztal. Zudem war das Angebot von Mitfahrgelegenheiten und die Müllreduzierung ein Thema.

Zu einem besseren Miteinander kamen Anregungen zu einer stärkeren Präsentation von Vereinsaktivitäten in den Kommunen – wie etwa mit einer Vereinsmesse, mit dem Angebot von Begegnungs- und Integrationsaktivitäten und speziell in Tourismusgebieten zum Überdenken von Verkehrsströmen.

Angeregt wurde die Einrichtung eines Wochenmarkts in Höfen im Kurpark oder auf dem Platz vor dem Kindergarten, der Aufbau von Regional-Automaten mit entsprechenden Angeboten und Möglichkeiten zum unverpackten Einkaufen.

Anstelle von Neujahrsempfängen in Kommunen kann sich Bürgermeister Stieringer jährliche Willkommensfeiern für Neubürger vorstellen.

Zum Abschluss der Veranstaltung dankten er und Welt den Besuchern für ihr kreatives Mitwirken. Beide und auch die Besucher des Nachmittags konnten sich eine Folgeveranstaltung oder auch Arbeitskreise zur Umsetzung der entwickelten Ideen vorstellen, für die sogleich Interessierte geworben wurden.

Die Veranstaltung wurde von Mitgliedern des Höfener Musikvereins auf Spendenbasis bewirtet.

Sonderthemen

 

Ihre Redaktion vor Ort Bad Wildbad

Markus Kugel

Fax: 07051 130891

Ihre Redaktion vor Ort

Bernd Mutschler

Fax: 07051 130891

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.