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Höfen Erste Strafverfahren nach Corona-Ausbruch in Firma

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Im Höfener Rathaus macht man sich derzeit Sorgen wegen der durch Müller-Fleisch-Mitarbeiter stark gestiegenen Zahlen mit Corona-Infizierten. Foto: Kugel

Höfen - Viele Reaktionen habe der Höfener Bürgermeister Heiko Stieringer auf seine Äußerungen im Schwarzwälder Boten zu der Situation bei der Birkenfelder Firma Müller Fleisch erhalten, erzählt er: Vom Vorwurf des "politischen Blabla" per E-Mail bis hin zu vielen Anrufen auch aus anderen Kommunen mit dem Tenor: "Endlich mal einer, der die Wahrheit sagt."

"Ich stehe nach wie vor dazu", sagt Heiko Stieringer zu seinen Äußerungen, die er zur unter Quarantäne stehenden Firma Müller Fleisch in Birkenfeld und dem massiven Anstieg an positiv auf den Coronavirus getesteten Mitarbeitern und Einwohnern von Höfen in unserer Zeitung getätigt hat. Wenn dadurch Todesfälle verhindert werden könnten, könne er "auf Schnitzel verzichten".

Am Dienstagabend erreichte unsere Zeitung nach Redaktionsschluss noch eine E-Mail des Höfener Bürgermeisters, dass der Betrieb nun nach Verfügung und Androhung eines Zwangsgeldes in Höhe von 10.000 Euro endlich Adress-Listen der Mitarbeiter ans Landratsamt Calw gesendet habe. Diese seien allerdings "nur unsortierte PDF-Listen", manchmal sogar nur Namen ohne Adresse. Diese Listen müssten nun im Landratsamt sortiert und dann an die entsprechenden Kommunen verteilt werden.

Firma übermittelt keine vollständige Übersicht

Das bestätigt auch Anja Reinhardt, die Pressesprecherin des Landratsamtes: "Wie viele Mitarbeiter insgesamt im Kreis Calw wohnhaft sind, die von der Quarantäne betroffen sind, war dem Landratsamt Calw zunächst nicht bekannt." Bis Dienstagmorgen habe die Firma auch nach mehrfacher Aufforderung keine vollständige Übersicht der im Kreis Calw wohnhaften Mitarbeiter übermittelt. "Nach einer Anordnung zur Datenübermittlung" habe man am späten Nachmittag die Listen bekommen und sei derzeit dabei, diese zu überprüfen. Wirklich glücklich wirkt Reinhardt nicht, wenn man sie auf die Kooperationsbereitschaft der Firma anspricht: "Wenn man nach mehrfacher Aufforderung die Daten nicht bekommt, spricht das für sich", sagt sie. Dennoch sei sie nun "dankbar, dass wir dann die Daten noch bekommen haben."

Besser sei die Zusammenarbeit mit den Kollegen aus dem Enzkreis. Denn eigentlich betrifft der Fall Müller Fleisch das Calwer Landratsamt nur insofern, dass einige Mitarbeiter im Kreis wohnen – das für das Birkenfelder Unternehmen zuständige Gesundheitsamt ist im Enzkreis.

"Ein Teil der bei der Firma beschäftigten Mitarbeiter ist im Kreis Calw wohnhaft. Daher stehen seit Bekanntwerden des Infektionsgeschehens das für den Betriebssitz zuständige Gesundheitsamt des Enzkreises und das Gesundheitsamt im Landratsamt Calw im engen Austausch", schreibt Reinhardt.

Enzkreis spricht Quarantäneanordnung aus

Wie bereits öffentlich kommuniziert worden sei, habe das Landratsamt Enzkreis für den betreffenden Betrieb eine Quarantäneanordnung ausgesprochen. Danach dürfe unter Einhaltung entsprechender Auflagen weiterproduziert werden. Davon abgesehen sei vonseiten des Enzkreises für die Mitarbeiter eine Allgemeinverfügung zur häuslichen Absonderung ausgesprochen worden.

"Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand (Mittwochvormittag) sind auch 25 Mitarbeiter positiv auf eine Infektion mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) getestet, die in den Kreiskommunen Bad Wildbad, Dobel, Höfen an der Enz und Schömberg wohnhaft sind. Die entsprechenden Bürgermeisterämter wurden in ihrer Funktion als zuständige Ortspolizeibehörden hierzu informiert", so Reinhardt weiter.

Daraufhin seien "engmaschige Kontrollmaßnahmen hinsichtlich der Einhaltung der Quarantäne" vereinbart worden. Und Reinhardt bestätigt: "Erste Ordnungswidrigkeits- und Strafverfahren werden derzeit eingeleitet." Am Mittwochabend gab Reinhardt dann noch einen Zwischenstand zur Sichtung der Adresslisten: "Nach derzeitigem Kenntnisstand wohnen in elf der 25 Kreiskommunen bei der Firma Müller Fleisch beschäftigte Personen. Die weit überwiegende Mehrheit verteilt sich auf die drei Kommunen Bad Wildbad, Höfen an der Enz und Schömberg. In den anderen Kommunen sind nur vereinzelt Mitarbeiter von Müller Fleisch wohnhaft. Eine abschließende Aussage kann aber noch nicht getroffen werden, da uns kürzlich seitens der Firma Müller Fleisch weitere Beschäftigtenlisten erreicht haben, die es nun ebenfalls zu prüfen gilt." Bislang sei noch nichts über weitere als die bereits bekannten 25 positiv getesteten Mitarbeiter bekannt.

2000 Schutzmasken nach Höfen geliefert

Nach Gesprächen des Höfener Bürgermeisters mit Frank Wiehe, dem Ersten Landesbeamten des Landkreises Calw, "wurden der Gemeinde Höfen vom Landratsamt Calw 2000 Schutzmasken geliefert", so Reinhardt weiter. Die, so erklärt Stieringer im Gespräch mit unserer Zeitung, lagern aber nicht etwa im Rathaus.

Vielmehr habe er sie persönlich zum neben dem Rathaus befindlichen Lebensmittelmarkt gebracht und die Verkaufsleiterin des Marktes gebeten, die Masken am Eingang an die Personen zu verteilen, die bislang noch ohne Schutz kommen. Das habe auch "wunderbar funktioniert", spricht Stieringer den Marktmitarbeitern ein großes Lob aus, die viel Verständnis gezeigt hätten. Außerdem soll ab diesem Donnerstag "Security vor dem Laden stehen", die dann für die Einhaltung der Maskenpflicht ebenso sorgen soll wie für die Desinfektion der Einkaufswägen. Denn laut Stieringer trauten sich die Höfener nicht mehr in den Markt zum Einkaufen, da sie fürchten, dort Menschen zu treffen, die sich nicht an die verhängten Quarantäne-Maßnahmen halten. Deshalb soll mit den Masken und der Security ein Zeichen gesetzt werden, dass jemand da ist, der nach dem Rechten schaut, so der Bürgermeister weiter.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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