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Höfen Ein bisschen Weltkulturerbe in Höfen

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Offensichtlich aus der Bauzeit der Villa Comerell (links) stammt diese Postkarte aus der Sammlung von Helmut Bodemer, auf der rechts die Kirche zu sehen ist. Foto: Privat Foto: Schwarzwälder Bote

So ein bisschen dürfte sich auch Höfen als Weltkulturerbe-Stätte fühlen, wenn es mit der angestrebten Anerkennung der Münster-Bauhütten von Freiburg und Ulm klappt (wir berichteten).

Von Hans Schabert

Höfen. Kein Geringerer als der Ulmer Münster-Baumeister August Beyer (1834 bis 1899) war der Architekt der von 1892 bis 1894 erbauten Kirche.

Es ist beim Höfener Gotteshaus also kein Zufall, dass es auf den Betrachter ein wenig den Eindruck einer schmucken Stadtkirche macht. Für sein Können und Schaffen wurde der Architekt in den Adelsstand erhoben.

Er wirkte am seit 1806 als Schloss genutzten Kloster Bebenhausen, wo ihm als Dreißigjährigem vom König 1864 größere Renovierungs- und Bauarbeiten übertragen wurden.

Höchster Kirchturm

Später war Beyer als Baumeister für die Vollendung des Ulmer Münsters verantwortlich, die 1890 mit der Aufsetzung der Kreuzblume auf dem mit 161,5 Metern höchsten Kirchturm der Welt abgeschlossen wurde. Während des Baus in Höfen lief für den Münsterbaumeister parallel von 1886 bis 1894 auch die umfassende Sanierung und Umgestaltung der Heilbronner Kilianskirche.

1893 sorgte er außerdem für die Fertigstellung des mit 100 Metern höchsten Kirchturms der Schweiz in Bern, der – seit 1521 in 61 Metern Höhe unterbrochenen – unvollendet dastand.

Den Bauplatz für die Höfener Kirche hatte die Familie Comerell gestiftet. Sie hinterließ mit ihrem als Villa Comerell bekannten, zwischen 1904 und 1906 erbauten Wohnhaus zusätzlich ein architektonisches Kleinod. Mit der Stuttgarter Villa Reitzenstein, dem Amtssitz des Staatsministeriums von Baden-Württemberg und Sitz des Ministerpräsidenten, hat dieses gemeinsam, dass es wie einige weitere besondere Villen im Land der berühmte Architekt Johann Weirether (1876-1945) entworfen hat.

Das von der Gemeinde Höfen für Trauungen genutzte helle Eckzimmer zum großen Garten hin lässt eine hochwertige Ausstattung erkennen. Als breit gefächert künstlerisch Tätiger entwarf diese der spätere Stuttgarter Hochschullehrer Paul Haustein (1880 bis 1944).

Auch beim Höfener Schulhaus im Schönblickweg handelt es sich um einen besonderen, für seine Zeit modernst ausgestatteten Bau. Er trägt die Handschrift des Stuttgarter Architekten und Hochschullehrers Theodor Fischer. Eine Dampfheizung und ein Schülerbad waren besondere Merkmale, die 1907 selbst in großen Städten noch nicht selbstverständlich waren. Fischer gilt als geistiger Vater der in Baumeister-Kreisen berühmt gewordenen Stuttgarter Schule.

Höfens 1907 fertiggestelltes Schulhaus stammt zwar von Theodor Fischer, darf aber sicher auch mit als Bonatz-Bau angesehen werden, wie der Stuttgarter Bahnhof, die Universitätsbibliothek in Tübingen, die Stadthalle von Hannover oder das Opernhaus in Ankara. Theodor Fischer bildete als Hochschullehrer von 1901 bis 1908 mehr als ein Dutzend berühmter Architekten heran. Zu seinen Studenten zählte auch Paul Bonatz – und nicht nur das: Dieser wirkte von 1902 bis 1906 an der TH Stuttgart als sein Assistent und arbeitete anschließend bis 1908 in dessen Büro.

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Bernd Mutschler

Fax: 07051 20077

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