Das Geld sitzt nicht locker beim HTC Stuttgarter Kickers. Hilft da nur noch Lotto? Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Der Hockey-Zweitligist HTC Stuttgarter Kickers verliert Sponsoren und entlässt einen Trainer.

Stuttgart - Einen Amateurverein wie den HTC Stuttgarter Kickers trifft die Coronakrise mit voller Wucht. Die Hockeyteams von der Hohen Eiche mussten auf die Hallensaison verzichten. Das war irgendwie zu noch verschmerzen, doch langfristigen Planungen des Vereins hat die Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht. So haben zwei Sponsoren in der Krise die Chance genutzt, ihre Verträge auslaufen zu lassen. „Deshalb müssen wir jetzt einen harten Sparkurs fahren“, sagt der HTC-Teammanager Albert-Hugo Stinnes.

 

Deshalb musste auch der Coach Marc Haller gehen, der die Regionalliga-Frauen des HTC und weibliche Nachwuchsmannschaften trainierte. Den Trainingsbetrieb müssen die HTC-Spielerinnen nun selbst organisieren – das harte Los eines Amateurclubs. Die Pandemie und ihre Folgen machen auch vor einem Traditionsverein nicht halt.

Neuer Männertrainer

Auch bei den Zweitligamännern kam es zum Wechsel. Nico Weber hatte seinen Master in Physik so gut abgeschlossen, dass sie ihm beim HTC dazu geraten haben, nicht zu lange auf dem Trainingsplatz zu stehen, sondern so schnell wie möglich richtig in die Berufswelt einzusteigen. Das nahm sich Weber zu Herzen. Inzwischen trainiert der ehemalige HTC-Spieler Till Ziemssen die Mannschaft, also ein Mann mit Stallgeruch, der alles und jeden auf der Hohen Eiche kennt. „Er ist hochkompetent, geht wissenschaftlich an die Sache heran und ist menschlich stark wie auch zuverlässig“, lobt Stinnes den Trainer der Kickers. Ihm gelinge es, die Mannschaft zu motivieren – vor allem in diesen schwierigen Zeiten. Zuletzt probierte der HTC bei einem Vorbereitungsturnier das erforderliche Sicherheitskonzept aus. Vor jedem Spiel wurde alle an der Partie beteiligten Personen getestet.

Wieder auf dem Platz stehen sollen die HTC-Männer am 18. April, dort steht ein Nachholspiel der Feldrunde gegen den SC Frankfurt auf dem Programm, eine Woche später ist das erste reguläre Spiel der Aufstiegsrunde geplant. Dort sind die Gegner stark: Es geht gegen Ludwigsburg, Frankenthal, Frankfurt und München. An einen möglichen Aufstieg will beim HTC allerdings keiner so recht denken. „Auch wenn wir aufsteigen könnten, wir wollen es nicht, denn nach dem Coronajahr wäre die Bundesliga noch zu viel für uns “, sagt Stinnes. Bis in zwei Jahren könne sich das aber wieder ändern.