Natalja Stepanov hat in ihrem Geschäft ExMiss in Villingen-Schwenningen eine breite Auswahl an Brautkleidern. Foto: www.anita-kraemer.com

Die Hochzeitsmesse am 24. und 25. Januar in Villingen-Schwenningen bietet alles zum Thema Hochzeit an. ExMiss Brautkleid und La belle mariée bieten eine Beratung und große Auswahl.

Paare schlendern durch die Hallen, bleiben vor glitzernden Kleidern stehen und begutachten Stoffe. Zwischen Blumensträuße, Anzügen und Trauringen liegt Vorfreude in der Luft. Die Hochzeitsmesse am Wochenende vom 24. und 25. Januar verspricht Inspiration für einen der wichtigsten und unvergesslichen Tage im Leben.

 

Rund 100 Aussteller präsentieren sich an beiden Tagen auf dem Messegelände von Villingen-Schwenningen . „Es ist die größte Hochzeitsmesse in der Region“, sagt Organisator Frank Schumacher stolz. Vom Brautkleid über Anzüge, Make-up und Dekoration bis hin zu Floristen sei alles vertreten, was Paare für ihre Hochzeit benötigen. Ein Highlight sind die jeweils drei Modeschauen an beiden Tagen, die um 11.30 Uhr, 13.30 Uhr und 15.30 Uhr stattfinden.

Die Besucherinnen können Brautkleider nicht nur anschauen, sondern auch direkt anprobieren und kaufen. „Die Bräute werden individuell beraten – das ist ein großer Unterschied zum Online-Kauf“, betont Schumacher. Er sieht Online-Anbieter daher nicht als Konkurrenz. „Unsere Besucherinnen wollen die Kleider anfassen, anprobieren eine gewisse Qualität beim Kauf. Das kann ein Online-Shop so nicht bieten.“

Es wird in diesem Jahr eine Neuheit geben: Erstmals werden auf der Messe auch Second-Hand-Brautkleider angeboten. Eine Ergänzung, die vor allem nachhaltigkeitsbewusste Paare ansprechen soll.

Wie viele Besucher letztlich den Weg auf das Messegelände finden werden, bleibt offen. Im vergangenen Jahr zählte die Hochzeitsmesse rund 3000 Gäste. „Eine Prognose ist schwierig“, sagt Schumacher.

Corona hat vieles verändert

Doch worauf legen die Bräute heutzutage Wert? In Villingen-Schwenningen haben die Bräute einige Möglichkeiten, um ein Brautkleid für einen unvergesslichen Tag zu erwerben. Ein bekanntes Geschäft in der Doppelstadt ist ExMiss Brautmode im Stadtteil Villingen. Inhaberin Natalja Stepanov verkauft nicht nur die Kleider, sondern ist auch Schneiderin. „Ich habe Modedesign studiert und habe nach einigen Jahren einfach ein gewisses Gefühl für Brautkleider“, betont die 46-Jährige.

Den Laden hat sie im Jahr 2021 mitten in der Coronazeit eröffnet. „Es war sehr mutig, am Ende hat es sich ja gelohnt. Ich habe mit 70 Brautkleidern angefangen und jetzt bin ich bei 250“, sagt Stepanov stolz.

Wie alles in der Modewelt, sind auch die Brautkleider in einer kontinuierlichen Entwicklung. Auch die 46-Jährige hat eine klare Veränderung in den vergangenen Jahren wahrgenommen: „Vor der Corona-Zeit gab es separate Kollektionen für Standesamt und große kirchliche Hochzeiten. Heutzutage gibt es das nicht mehr, denn die Trennung wird nicht mehr gemacht. Deshalb haben wir viele Prinzessin-Kleider auch für standesamtliche Trauungen verkauft. Außerdem kamen deutlich mehr Anfragen für Zweiteiler und Jumpsuits. Die Entwicklung seit Corona war sehr interessant.“

Das Ziel ist klar gesetzt

Auch das traditionelle weiße Brautkleid ist bei den Bräuten nicht mehr die erste Wahl. Es wird also immer bunter. „Ich hatte schon einige farbige Brautkleider. Ich bin immer kreativ, und mich freut mittlerweile, dass die Leute sich trauen, vollständig glücklich zu sein. Meine letzte Braut zum Beispiel trug ein schwarzes Kleid. Aber Babyblau, Dunkelblau, Gelb und Bordeaux-Schwarz im Barock-Stil waren auch schon dabei.“

Wenn eine Braut in den Laden von Natalja Stepanov reinkommt, hat die ehemalige Modedesign-Studentin, ein klares Ziel: Die Braut muss glücklich mit ihrem Traumkleid rausgehen. „Für mich ist die Beratung für die Bräute extrem wichtig. Sie soll hier das perfekte Brautkleid finden. Manchmal geht es mir selber sehr nah, wenn das ideale Kleid gefunden wurde und man es der Braut ansieht.“

Auch eine Preisspanne ihrer zu Verfügung stehenden Kleider konnte die 46-Jährige nennen. „Zwischen 800 und 5500 Euro habe ich alles zur Auswahl.“ Das ist aber nur der Preis für das Kleid, denn Änderungen oder Sonderwünsche kosten laut Stepanov im Schnitt circa 450 Euro. „Die meisten Bräute vergessen diese Extrakosten.“

Brautkleider aus dem Internet, sieht die Inhaberin von ExMiss nicht als wirkliche Konkurrenz: „Ein online bestelltes Kleid kann man nicht mit echter Brautmode vergleichen. Qualität zeigt sich in den Details: abgestimmte Farben, passende Spitzen und eine Corsagenkonstruktion, die das Kleid den ganzen Tag tragbar macht – nicht die Schultern tragen das Gewicht, sondern die richtige Verarbeitung.“

Die Auswahl ist größer geworden

Ein modernes Brautkleider-Geschäft in der Doppelstadt ist La belle mariée in Schwenningen. Romina Auer (34) und Nikol Konta (39) eröffneten den Laden im Oktober 2021. „Wir haben uns kennengelernt und schnell gemerkt, dass wir denselben Wunsch haben – vor allem, weil es hier in der Region nichts Vergleichbares gab. Ich komme aus der Textilbranche, wollte mich schon immer selbstständig machen, und als ich selbst geheiratet habe und hier kein Brautkleid finden konnte, war klar: Ich möchte etwas Eigenes eröffnen“, erzählt Nikol Konta euphorisch.

„Ich komme ursprünglich aus der Werbebranche und hatte immer wieder Berührungspunkte mit Brautmode. Dabei habe ich gemerkt, dass mich das Thema viel tiefer interessiert – nicht nur die Kleider an sich, sondern auch Labels, Schnitte und Konzepte. Als wir uns kennenlernten, wurde schnell klar, dass wir uns mit unseren Erfahrungen perfekt ergänzen“, ergänzt Romina Auer mit einem breiten Lächeln.

La belle mariée bietet den Bräuten eine individuelle Beratung. Foto: Concetto Longo

La belle mariée bietet Bräuten eine Auswahl von 250 bis 300 Kleidern. „Wir haben ganz unterschiedliche Stilrichtungen, Schnitte, Größen und auch Zweiteiler im Sortiment“, zeigt sich Nikol Konta selbstbewusst über die breite Auswahl ihres Geschäfts.

„Marken werden in der Brautmode immer wichtiger. Früher hat man sich damit kaum beschäftigt, heute ist das durch Social Media und Pinterest völlig anders. Es gibt ein unheimliches Sammelsurium an Stilen, was früher überhaupt nicht der Fall war“, erklärt Nikol weiter.

Die Beratung ist fundamental

Auch die Bräute selbst haben sich verändert. „Früher hatten sie weniger Auswahl und ließen sich überraschen, heute sind sie mobiler, informieren sich vorab und nehmen das Thema deutlich ernster“, fügt Romina Auer hinzu.

Bei La belle mariée findet die Beratung ausschließlich nach Termin statt, denn „es dauert etwa drei Stunden, bis das richtige Kleid gefunden ist. Oft sitzen mehrere Generationen bei uns, was die Entscheidung manchmal nicht einfacher macht“, sagt Nikol mit einem Lächeln.

Neben der großen Auswahl an Kleidern gibt es auch eine breite Preisspanne: Von 600 bis 4300 Euro ist laut Inhaberin Nikol Konta alles dabei.

Online-Anbieter stellen für beide keine ernsthafte Konkurrenz dar. „Nein, die Qualität stimmt oft nicht. Bräute stehen dann verzweifelt mit einem Stofffetzen da, der online perfekt aussah, aber in echt völlig verzogen ist. Deshalb sehen wir Online-Shops nicht als Konkurrenz – die Beratung beim Kleidkauf ist einfach essenziell“, unterstreicht Romina Auer.