Vom Hochzeitsmenü über den Tischschmuck bis zu den liebevoll gestalteten Räumlichkeiten: "Hochzeitsmanagerin" Aylin Weirowski weiß, worauf es beim "schönsten Tag des Lebens" ankommt. Foto: Kantenwein

Ein echter Hochzeits-Profi war Aylin Weirowski eigentlich schon vorher – vor ihrer Weiterbildung zur "Hochzeitsmanagerin (IHK)". Aber jetzt ist sie eben auch eine von nur acht zertifizierten Spezialisten – bundesweit – für "den wirklich schönsten Tag im Leben".

Nagold-Pfrondorf - "Ich hab schon immer gerne Hochzeiten gemacht", erzählt die 25-Jährige – an einem echten Prachttag, eigentlich richtig perfekt fürs Heiraten: Die Sonne strahlt mit der Junior-Chefin der Pfrondorfer Mühle nur so um die Wette, das parkähnliche Gelände rund um das historische Landhotel hier am Nagoldufer präsentiert sich im sattesten Grün. "Viele tolle Motive fürs ultimative Hochzeitsfoto", erläutert Aylin Weirowski. "Dass wir eine Super-Location für Hochzeiten sind", das habe sie schon vorher gewusst. Schließlich habe sie schon während ihrer Ausbildung zur Köchin in den verschiedenen Häusern immer wieder auch Hochzeiten betreut, "bis zu sieben an einem Wochenende". Da kann man vergleichen, lernt, worauf es wirklich ankommt. Aber für die Ausbildung zur Hochzeitsmanagerin habe sie einmal eine sehr genaue, systematische Standort-Analyse anfertigen müssen – auch mit einer Bestandsaufnahme von Wettbewerber-Angeboten aus der Region. "Da wurde für mich sehr deutlich, wie gut wir tatsächlich dastehen" – eben mit dem Komplett-Angebot von gehobenen Bankett, toller Location, Spitzen-Essen, Full-Service. "Und ganz viel großen Emotionen!"

 

Denn vor allem auf letztere – das habe die Ausbildung an der "Hochzeitsprofi-Akademie" in Köln, die in Kooperation mit der dortigen IHK angeboten wird, gezeigt – kommt es heute an. "Die Hochzeitspaare wollen natürlich ein gutes, hochwertiges Essen" – perfekt arrangiertes Menü mit perfekten Timing; Mitternachts-Snack ("Curry-Wurst kommt da immer ziemlich gut an!"); Candy-Bar plus Spitzen-Patisserie. Auch das ganze Drumherum mit "Papeterie" (Einladungen, Platzkarten, Menü-Beschreibungen), "Entertainment" (Musik, Foto-Box, Incentives) und "Floristik" (Hochzeits-Strauß, Blumen-Deko) muss einfach stimmen.

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"Aber eigentlich geht es tatsächlich vor allem um die Atmosphäre, das Feeling, den ganzen Strauß an sinnlichen Eindrücken, der diesen schönstes Tag im Leben eines Paares zu etwas wirklich Einzigartigem für alle Sinne machen soll".

Irgendwie war Aylin Weirowski am Ende selbst ziemlich überrascht, wie viele echte Pluspunkte ihr Haus auf dieser ellenlangen To-Do-Liste für die perfekte Hochzeit sammeln konnte – was letztlich auch die Experten und Dozenten von der "Hochzeitsprofi-Akademie", die Weirowskis Arbeit in Form einer neuen Präsentations-Mappe für die Pfrondorfer Mühle zu begutachten hatten, ausdrücklich anerkannten. Weshalb die junge Junior-Chefin ihre Zusatzausbildung am Ende mit Bravour bestanden hat. Und eben nun zu den ersten nur acht Hochzeitsmanagerinnen in ganz Deutschland zählt.

Durch den Lockdown bleibt Zeit für die Weiterbildung übrig

Klar war die Zeit, die diese Weiter- und Zusatzausbildung brauchte, dem zurückliegenden Corona-Lockdown geschuldet. Zwar war die Pfrondorfer Mühle nie ganz geschlossen – Geschäftsreisende konnten das Hotel (unter strengen Corona-Vorschriften) die ganzen Monate ununterbrochen weiter nutzen. Auch der Außer-Haus-Verkauf der Küche wurde "gut angenommen".

Gibt es aber eigentlich auch echte Trends bei Hochzeiten – die ja nun wieder möglich werden? Abgesehen davon, dass immer alles "ziemlich romantisch" sein sollte: "Bei Hochzeiten geht es im Moment in Richtung ganz viel Glamour, vielleicht im Hippie-Touch". Komplett "out" seien dagegen "Vintage-Hochzeiten", die noch bis vor Corona viele Paare nachgefragt hätten. Und – nicht nur wegen Corona: Immer mehr zieht es Hochzeits-Paare und -gesellschaften möglichst raus ins Freie, in die Natur, in Garten und Park. Zum Beispiel auch für "freie Trauungen", als Ersatz für eine kirchliche Zeremonie.

Weshalb man an dieser Stelle Aylin Weirowski, seit Jahren fest liiert mit "ihrem" Küchenchef Alexander Schaal, fragen muss, wie sie es denn mit der eigenen Hochzeit hält / halten würde? Klar, bei dem Paar: "Das Essen spielt natürlich eine große Rolle", schon ein großes Angebot müsse es sein, "viele Gänge". Dann der Mitternacht-Snack – "wirklich irre wichtig immer!" Nicht zu vergessen: "Der Sweet-Table", mit eben Candy-Bar und kleinen Küchlein für Zwischendurch, aber "nur die wirklichen Luxus-Varianten" – Cake-Pops (Kuchen am Stiel), Cupcakes, Macarons. Zitat Aylin Weirowski: "Ich bin absolut süß, ich liebe richtig gute Schokolade!" Übrigens auch als "Kick", zum Beispiel in Wildsoßen.

Weirowski empfiehlt nicht allzu viele Gäste einzuladen

Weirowskis Tipp für die Auswahl der Hochzeits-Gesellschaft, zumindest wenn es nach ihren eigenen Präferenzen geht: "Nicht zu viele Gäste", sondern so, dass man sich als Hochzeits-Paar noch um jeden seiner Gäste auch persönlich kümmern kann. Die Zeit miteinander zelebrieren kann. Die Hochzeit so auch nicht zum Stress wird. "Das Entspannt-sein", den Augenblick – eben mit allen Sinnen – genießen. Darauf käme es wirklich an. Der schönste Lohn: "Glückliche, dankbare Hochzeits-Paare", die tolle, lebenslange Erinnerungen vom wirklich schönsten Tag in ihrem Leben mitnehmen, lässt die frisch gebackene Hochzeitsmanagerin keine Zweifel aufkommen. "Und davon jetzt mit dem Ende des Lockdowns und all der Einschränkungen wieder möglichst viele."

Und der eigene, ultimative schönste Tag im Leben? Aylin Weirowski lacht: "Wenn ich gefragt werde!?" Aber sie wolle da niemand unter Druck setzen...