Info-Veranstaltung zum Hochwasserschutz in Horb Mühringen. Wann er kommen könnte, wo die Probleme sind und ob die Bewohner wirklich sicher sind.
Wenn irgendwo im Landkreis vor Fluten gebibbert wird, dann in Mühringen. Immer wieder sorgt die Eyach dafür, dass der Ortsteil von Horb mit gut 1012 Einwohnern überschwemmt wird. Ist das bald vorbei?
Die Turnhalle am Tag vor Allerheiligen. Sie ist gut besucht. Denn: Nicht nur Bürgermeister Ralph Zimmermann und Fachbereichsleiter Thomas Hellener vom Rathaus sind da, sondern auch Hochwasserexperte Markus Heberle und Vertreter von den Regierungspräsidien und dem Landratsamt. Die Bürger wollen wissen: Wann sind wir endlich sicher vor den Fluten?
Bürgermeister Ralph Zimmermann (FDP): „2026 kann mit der Baumaßnahme begonnen werden.“
Thomas Hellener, Fachbereichsleiter Technische Betriebe, erklärt zunächst die Umbaumaßnahme. Der wichtigste, neue Fakt: Weil die Eyach verlegt werden muss, wird nicht nur der Boden für das neue Flussbett für den Dammbau genommen. Vom alten Flussbett wird noch das Solsubstrat ausgebaggert und unten in das neue Flussbett eingebracht. Wird also ein ziemliches Boden- und Bagger-Tetris.
Knackpunkt Brücke?
Dann starten die Bürger-Fragen. Ein Bürger: „Wir wissen aus den vergangenen Überflutungen, dass die Brücke der Knackpunkt ist. Beim 100-jährigen Hochwasser ist die immer überflutet. Ich habe die Befürchtung, dass die Damm-Vorrichtungen dort an der Seite nicht ausreichen könnten.“
Markus Heberle vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Rottenburg: „Wenn Hochwasser ist, laufen da bis zu 400.000 Kubikmeter Wasser. Da bringt es nichts, wenn man die Brücke durch Rohre noch durchlässiger machen würde. Wir müssen nur verhindern, dass es dort einen Rückstau gibt in den Mühlkanal. Das machen wir mit Rückstauklappen.“
Die Brücke – weiter im Fokus. Ein Bürger: „Das Wehr wurde jetzt durch das Rathaus abgerissen. Das heißt: Das Treibgut landet jetzt nicht mehr dort, sondern an der Brücke. Ist das nicht auch gefährlich?“
Eine neue Staufalle?
Hochwasser-Experte Heberle: „Das könnte man durch ein Blech verhindern, welches das Treibgut nach unten ableitet. Aber das ist ein Gedanke, den wir unbedingt aufnehmen sollten.“
Der Mühlkanal in Mühringen soll zugeschüttet werden. Kein Wunder, dass eine Bürgerin fragt: „Müssen die Bagger dabei auf meinem Grundstück stehen?“ Fachbereichsleiter Hellener: „Wir gehen davon aus, dass man diese Bauarbeiten auf der Trasse des Mühlkanals erledigen kann.“
Thema Finanzierung
Die nächste Frage: Ist das Geld für den Hochwasserschutz da? Anne Zimmermann vom Regierungspräsidium Karlsruhe: „Die Mittel für die Umbauten sind da. Das ist durch den Vertrag gegeben, den wir mit Stadt haben.“ Das Rathaus zahlt 30 Prozent des Hochwasserschutzes, das Land 70 Prozent.“
Wie lange dauert es, ehe die Dämme stehen? Hochwasser-Experte Heberle: „Die Dauer ist noch nicht ganz final. Wir werden es wohl nicht in einem Jahr hinbekommen. Wegen der Fische kann man die Arbeiten am Flussbett der Eyach nur zwischen Juli und Oktober machen. Erst dann kann man außen mit den Dammbauten weiter machen.“
Zwei Jahre Bauzeit
Klar, dass der Bürger nachfragt: Muss man mit zwei Jahren Bauzeit rechnen?
Heberle: „Je nachdem, wann man starten kann. Es hängt auch davon ab, ob man die Arbeiten im Wasser in den vier Monaten fertig bekommt.“
Reicht der neue Hochwasserschutz des ehemaligen Mühlkanal zum Beispiel auf der Frundeckstraße aus, wenn Starkregen kommt?
Hochwasserexperte Heberle: „Wir haben bereits die Karten für das Starkregenmanagement erstellt. Deshalb werden wir die Auffang-Anlage unten so dimensionieren, dass sie auch den Starkregen in der Frundeckstraße ausreichend verarbeiten kann.“
Stadt kauft Sprudelfabrik
Zum Schluss gibt es von Bürgermeister Ralph Zimmermann (FDP) noch ein Update, wie es mit der ehemaligen Sprudelfabrik in Mühringen weitergeht. Horbs Bürgermeister: „Wir haben sie inzwischen gekauft. Vor zwei Wochen war die Schlüsselübergabe. Der Abriss wird noch lange auf sich warten lassen. Uns fehlen als Stadt die finanziellen Möglichkeiten, den Abriss und die möglicherweise zu erwartende Altlastenentsorgung finanzieren zu können.“
Ohne Zuwendung werde die Stadt es laut Zimmermann nicht schaffen, die geschätzten Abrisskosten in Höhe von „über zwei Millionen Euro“ zu schaffen.