Die neuen Sitzstufen am Forbach sollen für mehr Aufenthaltsqualität sorgen. Foto: Braun

Der Hochwasserschutz in der Gemeinde Baiersbronn schreitet weiter voran. Nachdem im Teilort Röt die Arbeiten nun abgeschlossen werden konnten, beginnt am Forbach in Baiersbronn der zweite Abschnitt in wenigen Wochen.

Baiersbronn - Thomas Kuntosch, Bauamtsleiter in Baiersbronn, erklärt im Gespräch mit unserer Redaktion den nächsten Abschnitt im Neumühleweg. "Wir fangen hinter der Neumühle mit einer Betonstützmauer an, und entlang des Forbachs wird eine rund 70 Meter lange Schutzmauer gebaut, die jedoch von der Straßenseite kaum zu sehen sein wird." Möglicherweise könnte diese dann auch noch mit Natursandsteinen verkleidet werden, um sie unauffällig an die Umgebung anzupassen.

Begehbarer Wall

"Dort, wo wir mehr Platz haben, also im weiteren Verlauf der Straße, wird ein Wall aufgeschüttet, der auch begehbar sein wird. Dieser ist rund 50 Meter lang und endet in einer Art Aufenthaltsplatz", erklärt der Amtsleiter. Der Platz soll rund 7,5 mal 6,5 Meter groß sein und gegenüber dem Therapiezentrum Iven angelegt werden.

Wichtig sei auch, dass ein durchgehender Gehweg geschaffen werde. "Die Kosten für den Hochwasserschutz liegen laut aktuellen Berechnungen bei rund 380 000 Euro, davon werden etwa 75 Prozent gefördert." Aus Platzmangel konnte kein zusätzlicher Radweg geschaffen werden, allerdings verlaufe ja parallel der Murgtalradweg entlang der Schelklewiesen.

"Wir werden versuchen, alles mit einer halbseitigen Sperrung zu bauen, allerdings kann es an der engsten Stelle auch notwendig sein, für eine kurze Zeit eine Vollsperrung einzurichten", so Kuntosch.

Im April sollen die Arbeiten vergeben werden. Mit dem Baubeginn wird Mitte Mai gerechnet. Die drei Bauabschnitte sollen rund sechs Monate in Anspruch nehmen. Nach dem Hochwasserschutz folgt dann der Straßenausbau. Optimal sei die Fertigstellung noch vor dem Winter, sagt Kuntosch.

Erfolgreicher Abschluss

Bereits erfolgreich abgeschlossen wurde der Hochwasserschutz am Forbach entlang der Schelklewiesen mit einer Gabelung des Bachs. "Wir haben einen Bypass gebaut und das Ufer abgeflacht, sodass bei starkem Regen und Hochwasser die Wassermengen Richtung Schelklewiesen fließen können", erklärt der Bauamtsleiter.

Durch die Gabelung wurde eine kleine Insel geschaffen, die auch optisch in das Flussbild passt. An den abgeflachten Uferseiten sind nun große Sitzstufen, die zum Verweilen am Wasser einladen. Es fehlen noch die Holzsitzflächen, die aus Douglasienholz gefertigt werden.

Um die Aufenthaltsqualität zu verbessern, wurden neue Bäume gepflanzt und der Radweg weiter nach innen Richtung Wiese verlegt. Eine spätere Beleuchtung des Wegs ist laut Kuntosch ebenso vorgesehen.

Deutlich aufgewertet werden sollen die Schelklewiesen noch durch einen künstlich angelegten See. "Die wasserrechtliche Genehmigung ist da. Nun versuchen wir noch, Fördermöglichkeiten zu finden. Denn der See wird rund eine Million Euro kosten, und ohne Förderung können wir ihn uns schlichtweg nicht leisten", stellt Kuntosch fest.

Gespeist werden soll der See mit Grundwasser, Dachregenwasser vom angrenzenden Altenheim und aus der Rappenquelle. Dadurch sei auch garantiert, dass ein ausreichender Wasserwechsel erfolge und der See nicht zum Tümpel werde. "Wir möchten zeitnah mit dem See anfangen, natürlich nach Zustimmung durch den Gemeinderat", so Kuntosch.

Weitere Projekte geplant

Mit Blick auf die nahende Gartenschau sind noch weitere Projekte geplant. Dazu gehört ein Inklusionsspielplatz in der Nähe des Therapiezentrums. Und auch der Zusammenfluss von Forbach und Murg soll speziell erlebbar gemacht werden. "Ein Dschungelgarten, eine Mosterei und auch eine Jugendaktivfläche mit Pumptrack werden in ersten Konzeptideen weiterverfolgt", sagt der Bauamtsleiter.

Eine ganz andere Herausforderung wird der geplante Hochwasserschutz entlang der Sankenbachstraße werden. Frühzeitig wurde dort die Uferböschung freigelegt, Bäume und Sträucher wurden entfernt.

"Die Berechnungen und Bodenuntersuchungen haben dann aber ergeben, dass eine sehr massive Hochwasserschutzwand gebaut werden muss, die nur unter Vollsperrung der Sankenbachstraße erfolgen könnte", erklärt Kuntosch. Aktuell sei man dabei, nach anderen Lösungen zu suchen – mit einer überschaubaren Bauzeit mit kurzer Umleitung und einem nicht so massiven Bauwerk. Doch machbare Vorschläge gebe es bisher nicht.

Komplexe Herausforderung

"Der Hochwasserschutz ist eine komplexe Herausforderung, und alles sollte noch vor der Gartenschau im Jahr 2025 fertig gebaut sein", sagt der Amtsleiter. Die Investitionen seien aufgrund der geplanten Daueranlagen viermal so hoch wie in Jahren ohne Gartenschau. Hinzu kämen bei allen Planungen die unsichere Kostenseite und die unkontrollierbaren Preissteigerungen.

"Umso erfreulicher ist es, dass wir einen Zuschuss in Höhe von knapp 300 000 Euro für die Planungen des Gartendorfs am Bahnhof bekommen haben", so Kuntosch. Es sei ein Anreiz, solche Holzbauprojekte umzusetzen. Auch hier müsse man schauen, was geht und was zurückgestellt werden müsse.