Der Leimbach aus Heiligenzell fließt nach Friesenheim vorbei am künftigen Neubaugebiet Eschental in Friesenheim. Foto: Bohnert-Seidel

Die Gemeinde Friesenheim plant, den Hochwasserschutz für den Ortsteil Heiligenzell zu verbessern. So wird bei einer Flussgebietsuntersuchung die aktuelle Abflusssituation beleuchtet.

Der Gemeinderat hat die Auftragsvergabe an das Ingenieurbüro Wald und Corbe beschlossen. Die Kosten für die Flussgebietsuntersuchung liegen bei knapp 117 000 Euro.

 

„Nicht jedes Gewässer ist in der Hochwassergefahrenkarte aufgenommen“, erklärte Friesenheims Bauamtsleiter Markus Reinbold in der Gemeinderatssitzung. Die Aufnahme schreibe eine gewisse Größe vor. Für das Gewässersystem Friesenheimer Dorfbach und Oberweirer Dorfbach sowie Schuttern wurden für die Gemeinde Friesenheim im Zuge eines Hochwasserrisikomanagments vom Land Baden-Württemberg bereits Hochwassergefahrenkarten erstellt. Bekannt sei dort die Hochwassersituation, zudem seien die Szenarien eines zehnjährigen, 50-jährigen, 100-jährigen und eines Extrem-Hochwassers beschreiben.

Leistungsfähigkeit der Bäche im Dorf wird untersucht

Durch Heiligenzell fließen gleich mehrere Bäche: Heiligenzeller Dorfbach, Leimbach, Krummer Graben, Eisbrunnengraben und Vogelbach. So hält es die Flussgebietsuntersuchung des Ingenieurbüros Wald und Corbe fest. Die Bäche Heiligenzells gehören aufgrund ihrer Einzugsgebietsgröße nicht der Hochwasserrisikomanagment-Kulisse des Landes Baden-Württemberg an. Entsprechend lägen für Heiligenzell auch keine Hochwasserinformationen vor. Das soll nicht länger so bleiben, weshalb der Hochwasserschutz für Heiligenzell verbessert werde. Im Zuge einer Flussgebietsuntersuchung soll so die heutige Hochwassersituation detailliert ermittelt werden. Aufbauend darauf soll eine Hochwasserschutzkonzeption ausgearbeitet werden.

„In erster Linie werden der Querschnitt und das Gefälle sowie die Leistungsfähigkeit der Bäche untersucht“, erklärt Bauamtsleiter Reinbold. Im Einzugsgebiet liege auch das Neubaugebiet Eschental sowie die neu versiegelten Flächen im Neubaugebiet am Kloster. „Von den befestigten Flächen gibt es keinen höheren Abfluss als vorher“, so Reinbold. Zisternen oder geplante Regenrückhaltebecken spielten für den Fall der Hochwassergefahrenkarte keine Rolle.

Ein Hochwasserschutzkonzept wird auf Grundlage der Überflutungssituation im Bestand erarbeitet. Für den Oberschopfheimer Dorfbach und Aubach fehlt ebenfalls die Flussgebietsuntersuchung.

Pläne

Nähere Infos zu Hochwassergefahrengebiete in Baden-Württemberg für Friesenheim, Oberweier und Schuttern gibt es unter www.hochwasser-bw.de. Die Pläne zum Hochwasserrisikomanagement finden sich auf der Homepage der Gemeinde unter www.friesenheim.de. Die Pläne für Heiligenzell werden, sobald sie fertiggestellt sind, ebenfalls dort veröffentlicht. Ansprechpartner zu diesem Thema sind Sabrina Bühler, erreichbar per E-Mail an sbuehler@friesenheim.de, sowie Markus Reinbold, erreichbar per E-Mail an MReinbold@friesenheim.de.