Sorgenvolle Blicke: Die Feuerwehr beobachtet die Eyach in Mühringen. Foto: Ganswind

Sorgenfalten in Horb-Mühringen: Der Pegelstand der Eyach in Bad Imnau sorgte für Alarmstimmung. Zuvor hatte ein Starkregen auch an anderen Orten im Stadtgebiet für Einsätze der Feuerwehr gesorgt. Keller liefen voll. Straßen mussten gesperrt werden.

Diese Bilder sorgten am Sonntagabend für unschöne Erinnerungen. Sandsäcke wurden angeliefert und vom Transporter abgeladen. Die Situation am Sonntag um 19.30 Uhr: Die Eyach nimmt immer mehr Fahrt auf. Großes Treibgut schwimmt im Fluss. 2013 überflutete ein Jahrhunderthochwasser die unteren Teile von Mühringen. Seit vielen Jahren kämpft der Ort um Ortsvorsteherin Monika Fuhl um einen besseren Hochwasserschutz. Weil das eine jahrelange Mammutaufgabe ist, hoffen die Mühringer, dass sie bis dahin von einem weiteren Hochwasser größerer Dimension verschont bleiben. Der Frust ist groß.

 

„Die Entwicklung ist unberechenbar“

Am Sonntagabend ist der Blick von Mühringens Feuerwehrkommandant Michael Kramer sorgenvoller. Denn gerade ist die Meldung eingetroffen, dass die Eyach am Messpunkt die Höhe von drei Metern erreicht hat. „Die Entwicklung ist unberechenbar“, sagt Kramer. Die Lage werde kritischer.

Sandsäcke werden vom Feuerwehr-Transportwagen abgeladen. Foto: Ganswind

An seiner Seite ist der Gesamt-Feuerwehrkommandant Marco Schlagregen. Der sagt im Gespräch mit unserer Redaktion vor Ort: „Aufgrund des Pegelstandes gab es eine Alarm-Auslösung, doch wir waren bereits vorher im Einsatz und haben uns frühzeitig ein Bild vor Ort gemacht.“

Eyach wird immer wilder – Erinnerungen an 201

Schaulustige stehen an der Brücke am Bahnübergang und blicken auf die immer wilder werdende Eyach. Dass noch ein paar Meter zum Ufer Luft ist, könnte täuschen. Denn schon 2013 stieg der Pegel der Eyach schlagartig an.

Die Eyach wird in Mühringen immer wilder. Foto: Ganswind

Deswegen richtet die Feuerwehr auch am Abend eine Ausgabestelle für Sandsäcke ein. Anwohner können sich dort die Sandsäcke abholen. Feuerwehrleute legen aber auch selbst Hand an und fahren die Sandsäcke mit der Schubkarre zu den direkt anliegenden Häusern.

Die bangen Blicke gehen „nach oben“, da wo die Eyach höher liegt. Schon in Balingen hatte der Starkregen für Hochwasser gesorgt.

Einsätze wegen Starkregen: überschwemmte Straßen und vollgelaufene Keller

Auch im Horber Stadtgebiet war die Feuerwehr ab 14 Uhr schwer beschäftigt. Starkregen mit leichtem Hagel sorgte für eine große Wassermenge in wenigen Minuten.

Sandsäcke werden zu gefährdeten Häusern gebracht. Foto: Ganswind

Insgesamt elf Einsätze vermeldet Jan Straub, Pressesprecher der Feuerwehr Horb. In Betra und Nordstetten seien die Keller mehrer Gebäude mit Oberwasser vollgespült worden. Wenn die Gebäude keine Keller hatten, traf es das Erdgeschoss.

Radlader muss Geröll und Schmutz von Straße abtragen

„In Mühlen mehrere Straßen unter Wasser. Eine Straße war so arg mit Geröll und Schmutz zugeschüttet, dass der Weg mit einem Radlader freigeräumt werden musste“, berichtet Straub. Auch ein Straßenabschnitt zwischen Nordstetten und Dettensee stand unter Wasser und musste vorübergehend gesperrt werden. Im Einsatz seien die Feuerwehr-Abteilungen Mühringen, Horb Stadt, Mühlen, Betra, Nordstetten und Dettensee.