Auf dem Donauradweg zwischen Immendingen und Möhringen ist die Lage noch entspannt. Foto: Denise Kley, Nadja Varsani, Feuerwehr Donaueschingen

Behörden warnen für Brigach, Breg und Donau. Mit welchem Ausmaß dabei zu rechnen ist. Feuerwehr Donaueschingen ist noch nicht in Alarmbereitschaft.

Nach einer ruhigen Wetterphase wird es zur Fasnet auf der Baar und im oberen Donautal turbulent und nass. Das prognostizierte Wetter vom Deutschen Wetterdienst ist für die Narren wenig erquicklich und dürfte die närrische Freude etwas trüben.

 

Am Schmutzigen Dunnstig und Freitag, 13. Februar, bleibt der Himmel dicht bewölkt, es regnet nahezu durchgehend bei Höchstwerten um sechs bis sieben Grad. Der anhaltende Niederschlag könnte Folgen haben: Die Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg (HVZ) veröffentlichte am 10. Februar eine Warnung. Besonders betroffen sind demnach Einwohner, die an der Breg, der Brigach und der oberen Donau wohnen.

Die Warnung bedeutet für die Region eine erhöhte, aber noch nicht extreme Hochwassergefahr, auf die sich Anwohner jetzt vorbereiten sollten. Die HVZ spricht für Brigach, Breg und die obere Donau eine Vorwarnung mit einer mäßigen Hochwassergefährdung aus.

Flüsse treten über die Ufer

Modellrechnungen zeigen, dass in den kommenden Tagen Hochwasser bis etwa zum zweijährlichen Hochwasser möglich ist. Das bedeutet: Flüsse treten örtlich aus dem Bett, kleinere Überschwemmungen von Wiesen, Uferwegen oder einzelnen Grundstücken sind möglich. Philippe de Surmont, Pressesprecher der Donaueschinger Feuerwehr, erklärt, was die Ursachen ist: „Aufgrund von Regen, Schmelzwasser und Böden, die teils noch gefroren sind und das überlaufende Wasser nicht aufnehmen können, könnte es zu mäßigem Hochwasser kommen“.

Die Brigach führt bereits mehr Wasser als gewöhnlich, es tritt wie hier an der Schützenbrücke aber noch nicht über die Ufer. Foto: Denise Kley, Nadja Varsani, Feuerwehr Donaueschingen

Am Pegel Donaueschingen/Brigach steigen die Wasserstände von zuvor unauffälligen Werten deutlich an; die Kurve der aktuellen Pegelstandprognosen zeigt bis etwa 12. Februar einen raschen Anstieg und erreicht dann im Prognosebereich den Bereich eines Hochwassers im mäßigen Bereich, bevor die Werte langsam wieder sinken sollen.​ Ähnlich verläuft die Prognose am Pegel Kirchen‑Hausen/Donau bei Geisingen, der die Zuflüsse aus Brigach und Breg bündelt: Auch hier führt der Dauerregen zunächst zu einem markanten Scheitel mit anschließend langsam fallenden Pegeln. ​​

Es gibt ein aufmerksames Monitoring, sagt Philippe de Surmont, Sprecher der Feuerwehr Donaueschingen. Foto: Denise Kley, Nadja Varsani, Feuerwehr Donaueschingen

Für Bewohner in Flussnähe heißt das: Uferbereiche, Wiesen und tiefer liegende Wege können vorübergehend unter Wasser stehen, stellenweise können auch Keller oder Garagen in unmittelbarer Gewässernähe volllaufen. Größere Ortschaften sind bei dieser Warnstufe normalerweise nicht in der Fläche bedroht, dennoch sollten insbesondere Anwohner in bekannten Überschwemmungsgebieten die Entwicklung der Pegel aufmerksam verfolgen und lokale Hinweise von Gemeinden und Feuerwehr beachten.

Feuerwehr noch entspannt

Die Donaueschinger Feuerwehr war am Mittwoch aber noch nicht in Alarmbereitschaft. „Noch sind die Pegelstände in einem normalen Bereich. Aber durch ein aufmerksames Monitoring sind wir einsatzbereit, wenn die Lage sich verschlimmern und es sich abzeichnen würde, dass ein zweijähriges Hochwasser ansteht“, sagt de Surmont. Behörden raten dazu, Wertgegenstände, Fahrzeuge und Maschinen rechtzeitig aus gefährdeten Kellern, Tiefgaragen oder Uferbereichen zu entfernen und Revisionsschächte, Hofeinläufe sowie Kellerzugänge nach Möglichkeit gegen eindringendes Wasser zu sichern.

Zudem sollten Haushalte Gullys und Abläufe frei halten, Pumpen und Notstrom, falls vorhanden, bereitlegen und sich über Warnapps wie Katwarn oder NINA, die Internetseite der HVZ sowie Informationsangebote des Landes zu richtigem Verhalten bei Hochwasser auf dem Laufenden halten.​

Pegelkarte einsehbar

​Die HVZ stellt im Internet eine Pegelkarte und für jeden Messpunkt Vorhersagegrafiken bereit, auf denen aktuelle Messwerte (meist als blaue Linie) und Prognosekurven sowie Unsicherheitsbereiche erkennbar sind. Wer an Brigach, Breg oder der oberen Donau wohnt, kann dort die Entwicklung an den Pegeln Donaueschingen, Wolterdingen und Kirchen‑Hausen verfolgen. So lässt sich abschätzen, ob der Wasserstand eher im Bereich üblicher Winterhochwasser bleibt oder in den kommenden Tagen in Richtung eines kritischeren Hochwassers ansteigt.

Frühwarnsystem

Die Hochwasservorhersagezentrale
Baden-Württemberg (HVZ) ist die Fachstelle des Landes, die Wasserstände und Abflüsse an Flüssen überwacht und Hochwasser frühzeitig vorhersagt. Dazu sammelt die Fachstelle laufend Messdaten von mehreren hundert Pegeln, kombiniert diese mit Niederschlags- und Wettervorhersagen und berechnet dann mit hydrologischen Computermodellen, wie sich die Wasserstände in den nächsten Stunden und Tagen entwickeln werden. Die Hochwasserwarnkarte der HVZ wird jede Stunde neu berechnet. Weitere Informationen gibt es online unter www.hvz.baden-wuerttemberg.de.