Eine kreisübergreifende Krisenmanagementübung für den Bevölkerungsschutz im Regierungsbezirk Tübingen wurde auch in Jungingen abgehalten.
Eine kreisübergreifende Krisenmanagementübung für den Bevölkerungsschutz wurde jüngst im Regierungsbezirk Tübingen (RP) abgehalten. Szenarien waren eine Hochwasserlage sowie mehrere lokale Starkregenereignisse, teilt das RP schriftlich mit.
Beteiligt waren rund 1300 Mitarbeiter im Regierungspräsidium Tübingen – unter anderem in Jungingen im Zollernalbkreis sowie im Landkreis Sigmaringen; auch der Unternehmenskrisenstab der Firma ZF Friedrichshafen nahm teil. Zudem wurde RP-intern weitergeübt.
Tappeser: „Was nicht geübt wird, kann im Ernstfall auch nicht funktionieren“
Grobes Ziel der Übung war es, die Kommunikation untereinander sowie ebenen- übergreifend in Krisenlagen zu verbessern. Daraus haben die neun unteren Katastrophenschutzbehörden sowie die beteiligten Städte und Gemeinden weitere Feinziele entwickelt.
Der Fokus lag zum einen auf der strategischen Zusammenarbeit innerhalb der Stabsstrukturen, zum Anderen auf einem vorausschauenden und gemeinsamen Handeln sowie einer gemeinsamen Medienarbeit.
„Die Übung hat uns einmal mehr gezeigt, wie wichtig eine gute Vorbereitung ist. Was nicht geübt wird, kann im Ernstfall auch nicht funktionieren. Daher üben wir bereits heute unsere Kommunikationsprozesse für einen möglichen Krisenfall über die Verwaltungsebenen hinweg“, wird Regierungspräsident Klaus Tappeser in der Mitteilung zitiert.
Hoher Vorbereitungsaufwand für eine realistische Beteiligung
Die Übung zeichnete sich durch eine hohe Praxisrelevanz aus. Extremwetterereignisse nehmen durch den Klimawandel auch in Deutschland zu: Starkregen- und Hochwasserereignisse wie beispielsweise in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen im Jahr 2021 oder 2024 etwa in Bisingen können auch in Baden-Württemberg auftreten und große Schäden an Menschenleben, Infrastruktur und Eigentum verursachen.
Derartige, großangelegte Übungen wie diese werden im RP Tübingen alle drei Jahre Turnus abgehalten. Sie erfordern einen sehr hohen Vorbereitungsaufwand, damit alle Ebenen – von der Kommune bis zum Regierungspräsidium – in einem abgestimmten und realistischen Ausmaß in das Szenario und die diversen Übungen einbezogen sind.
Hintergrundinformation
Der Katastrophenschutz
ist eine landesrechtliche Organisationsform der kommunalen und staatlichen Verwaltungen in den Ländern zur Gefahrenabwehr bei Katastrophen. Die Katastrophenschutzbehörden haben die Aufgabe, die Bekämpfung von Katastrophen vorzubereiten, diese zu bekämpfen und bei der vorläufigen Beseitigung von Katastrophenschäden mitzuwirken. Sie haben dazu die Maßnahmen zu treffen, die nach pflichtmäßigem Ermessen erforderlich erscheinen.
Die Katastrophenschutzbehörden
in Baden-Württemberg sind dreigliedrig organisiert. Untere Katastrophenschutzbehörden sind die Landratsämter und die Bürgermeisterämter der Stadtkreise; höhere Katastrophenschutzbehörden sind die Regierungspräsidien und die Oberste ist das Innenministerium.