Die Wassermassen hatten so eine Gewalt, dass sie geschlossene Garagentore eingedrückt haben. Foto: Kauffmann

Das ganze Ausmaß der Hochwasserschäden lässt sich bisher nur erahnen, entlang des Klingenbachs ist offenbar jedes Wohnhaus betroffen. Die Gemeinde richtete ein Spendenkonto für Betroffene ein und gibt Bautrockner am Schulzentrum aus. Alle Infos dazu hier.

Unterstützungsangebote laufen an, ein Spendenkonto wurde eingerichtet. Nach der großen Flut beginnt das große Aufräumen: Schwerpunkte der Verwüstungen lagen vor allem entlang des Klingenbachs von Thanheim bis Steinhofen. Allerorten waren dort Bewohner mit Schneeschaufel zu sehen, auch großes Gerät kam gegen den Schlamm zum Einsatz.

 

Container aufgestellt

Nicht nur der Schlamm muss abtransportiert werden, denn die Flut hatte auch Hab und Gut in den unter Wasser stehenden Wohnhäusern beschädigt. Die Gemeinde stellte deshalb zunächst an den am schwersten in Mitleidenschaft gezogenen Stellen Container auf: in der Straße Untere Klingen in Steinhofen, an der Bahnhofstraße und auf dem Marktplatz, ebenso in Thanheim an der Vereinshalle, Im Brühl und an der Weinbeerstraße.

Hänge rutschen

Wie Feuerwehrkommandant Marc Mayer bei einer Pressekonferenz berichtete, kam es während des Hochwassers zu Hangrutschungen in den Bereichen Ebersberg bei Thanheim und entlang des Flusslaufs in Steinhofen. Fachleute begutachteten die Stellen und schlossen eine Gefahr für die Gebäude aus. Derweil hat die Straßenmeisterei des Landkreises die L360 zwischen Onstmettingen und Thanheim gesichert und zeitweise gesperrt.

Keine schwer Verletzten

Glück im Unglück: Körperlich schwer verletzt wurde im Zuge des Unwetters niemand, wie Bürgermeister Roman Waizenegger bei der Pressekonferenz berichtete.

Schlamm im Kegelstüble

Am Freitag war der Marktplatz einer der Schwerpunkte der Aufräumarbeiten. Wassermassen waren dort auch ins Kegelstüble eingedrungen. Wie einer der Hausmeister erzählt, seien alleine im Kegelstüble 25 Helfer im Einsatz gewesen – neben den Hausmeistern sollen Angehörige von THW und Feuerwehr vor Ort gewesen sein. Die Bahnen selbst sind verschont geblieben. Größere Sanierungen an der Hohenzollernhalle werden durch das Hochwasser, Stand Freitagnachmittag, nicht nötig, wie Bürgermeister Roman Waizenegger auf Nachfrage erklärte.

Schäden sind enorm

Dennoch sind die Schäden enorm: „Sie gehen in die Millionen“, sagte Waizenegger, denn es ist quasi jedes Haus entlang des Klingenbachs von Thanheim bis Steinhofen betroffen, mal mehr, mal weniger. Die Aufräumarbeiten würden noch mehrere Wochen andauern, so groß ist das Ausmaß.

Große Solidarität

Marc Mayer zählt zehn Fälle auf, in denen die Rettungsdienste in Kellern und Autos eingeschlossene Menschen befreiten. Zeitweise waren in Bisingen 250 Einsatzkräfte der Blaulichtfamilie vor Ort. Auch am Freitag zeigte sich die Solidarität der umliegenden Orte mit Bisingen: Sie schickten Fahrzeuge und Personal in die schwer getroffene Kirchspielgemeinde, insbesondere von den Bauhöfen.

Die Solidarität ist derweil auch unter den Bisingern selbst groß. Einwohner, die nicht betroffen waren, haben ihren Nachbarn bei den Aufräumarbeiten geholfen. Und die von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Notunterkünfte wurden bislang „nur marginal“ in Anspruch genommen.

Das DRK Bisingen organisiert derweil die privaten Helfer. Interessierte wenden sich direkt an Hochwasser@drk-bisingen.de.

Ausgabe von Bautrocknern

Um zu helfen, stellt die Gemeinde unbürokratisch Bautrockner zur Verfügung. Diese wurden am Freitagabend beim Schulzentrum ausgegeben, ein weiterer Ausgabetermin ist der heutige Samstag, 4. Mai, von 10 Uhr bis 12 Uhr, ebenfalls am Schulzentrum.

Spendenkonto eingerichtet

Außerdem wurde ein Spendenkonto für Betroffene eingerichtet, Empfänger: Gemeinde Bisingen, IBAN DE56 6535 1260 0134 0726 36, BIC SOLADES1BAL, Betreff: Hochwasser.