Groß ist die Hoffnung im Lörracher Gemeinderat, dass die DHBW aufs Köchlin-Areal zieht. Die Pläne stießen auf Begeisterung.
Indes: Was nützt das beste Konzept, falls es von der Hochschule nicht angenommen wird? Diese bange Frage stellten einige Mitglieder des Gremiums.
Konzept wurde positiv aufgenommen
Zur Einordnung: Die Duale Hochschule will mit ihrem Fachbereich Technik 2029 umziehen. Unter Hochdruck hat die Stadt daraufhin ein Konzept erarbeitet, dass der DHBW eine Ansiedlung auf dem Köchlin-Areal schmackhaft machen soll. Dazu wurde auch ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben, erläuterte Stadtplanerin Antje Schnacke-Fürst.
Das Konzept wurde der DHBW vorgestellt und stieß offenbar auch auf positive Rückmeldung.
Geplant ist – wie berichtet – ein Campus als Teil der Stadt. Wichtige Aspekte, die dabei berücksichtigt wurden, sind der einzuhaltende Termin, die Anbindung an den ÖPNV sowie die Klimabilanz.
Das Konzept wurde von Schnacke-Fürst und Ralf Ditt vom Eigentümer Volare präsentiert. Ditts Fazit: „Wir möchten die DHBW hier sehen.“ Aufgetreten ist aber für die Stadt überraschend ein Konkurrent: nämlich Vitra in Weil am Rhein.
„Die Entscheidung ist aber noch nicht gefallen“, erklärte Oberbürgermeister Jörg Lutz. Das habe ihm der Hochschul-Rektor Gerhard Jäger am Telefon versichert. Lutz forderte: „Wir müssen unsere Stärken ausspielen. Schließlich muss der Standort ja für die Studierenden attraktiv sein. Und in Lörrach ist er das“, so das Stadtoberhaupt.
Den mit Skizzen vorgestellten Plänen konnten die Ratsmitglieder entnehmen, wie der Hochschul-Bau aussehen könnte: Viel Grün, eine offene Platzsituation, eine zugängliche Bibliothek, offene Arbeitsplätze, das alles in modularer Bauweise, so die Planung. „Zudem hätte die Hochschule Gestaltungsspielraum, da sie der erste Player auf dem Areal wäre, so die Erläuterungen der Planer.
„Das Areal bekommt ein neues Gesicht.“
Deren Überzeugung: „Das Areal bekommt ein neues Gesicht.“ Der Baubeginn sei noch in diesem Jahr möglich.
Die Pläne stießen im Ratsgremium auf Zustimmung bis Begeisterung. „Die DHBW gehört in die Lörracher Innenstadt“, sagte Ulrike Krämer (CDU). „Das Konzept passt, ich hoffe, wir können damit punkten. Alles andere wäre bitter.“
Das Köchlin-Areal sei eine der wichtigsten Transformationsflächen der Stadt, so Fritz Böhler (Grüne). Er befürchtet aber, dass Stadt und Investoren zu spät kämen. „Vitra ist eine bedauerliche Konkurrenz.“ Er plädierte dafür, die Anstrengungen fortzusetzen. „Die Hochschule würde sich etwas entgehen lassen, wenn sie nicht nach Lörrach kommt. Das ist hier attraktiv und zukunftsträchtig. Lobe für die schnelle Planung gab es von Christiane Cyperrek (SPD) Der Campus in der Stadt, sei das beste für Lörrach und für die Duale Hochschule. Sie bedauerte, dass sich kein Vertreter der DHBW in der Sitzung zeigen ließ. Sie fragte sich nämlich, nach welchen Kriterien die Hochschule entscheide. „Wir hätten schon früher um die DHBW kämpfen müssen“, bedauerte Matthias Koesler (FDP).
Über Konkurrenz aus Weil nicht informiert
Bezüglich der Konkurrenz aus Weil zeigte sich auch der Oberbürgermeister etwas frustriert. Man sei nicht informiert gewesen. Rektor Jäger habe indes zugesichert, dass die Entscheidung erst in den nächsten Monaten fallen würde. Und er gab den Räten mit auf den Weg: „Lassen Sie gerne Ihre guten Kontakte zu den Landesministerien spielen.“