Julika Baumann Montecinos und Tobias Grünfelder – hier bei einer Konferenz des Transcultural Caravan Networks zu Transkultureller Führung – werden das Projekt an der Hochschule Furtwangen gemeinsam durchführen. Foto: Transcultural Caravan Network/Jim Papke

Ein neues Forschungsprojekt der Hochschule Furtwangen entwickelt praxisnahe Ansätze, um kulturelle Unterschiede in der Unternehmensführung produktiv zu nutzen.

„In einer von Unsicherheit und zunehmender Fragmentierung geprägten Zeit brauchen wir Ideen, wie Kooperation über kulturelle Grenzen hinweg aktiv ermöglicht und gestaltet werden kann“, betont Julika Baumann Montecinos, Professorin der Hochschule Furtwangen (HFU) laut einer Pressemitteilung. Sie ist Projektleiterin des neuen Forschungs- und Praxisprojekts „Transkulturelle Führung und neue globale Best Practices“ an der HFU.

 

Ziel des Projekts ist es, zukunftsweisende und praxisnahe Konzepte für transkulturelle Führung zu entwickeln. Dazu soll weltweite Expertise gebündelt und Wissenschaft und Praxis verbunden werden.

„Transkulturelle Führung versteht kulturelle Komplexität nicht in erster Linie als Herausforderung, sondern als Ressource für neue Formen gemeinsamer Problemlösung und Wertschöpfung“, erklärt Baumann Montecinos. Das Projekt richtet sich an Führungskräfte regionaler, nationaler und multinationaler Unternehmen, an Experten in den Bereichen Führungskräfteentwicklung und Unternehmenskultur sowie Studierende aus wirtschaftsnahen Studiengängen. Über das internationale Hochschulbündnis Transcultural Caravan Network werden deutschland- und weltweit Hochschulen eingebunden, die innovative Lehr- und Lernformate zu kulturübergreifenden Kompetenzen einführen möchten.

Das Projekt wird von der Karl-Schlecht-Stiftung (KSG) bis Ende September 2027 gefördert. „Kooperationsfähigkeit ist eine der wichtigen Schlüsselkompetenzen für gute, zukunftsfähige Führung. Wir freuen uns sehr, dass durch die Förderung dieses Forschungsprojektes mit bewährten, exzellenten Partnern weitere wichtige Erkenntnisse gewonnen werden können, wie kooperative Führung im regionalen, nationalen sowie im internationalen Kontext noch besser gelehrt werden kann“, betont Philipp Bocks, Vorstand der KSG. „Unser Anliegen ist es, Studierende schon frühzeitig mit den fundierten Aspekten von „Good Leadership“ in Berührung zu bringen, damit sie neben Fachkompetenzen auch ihre Softskills entwickeln können.“

Delphi-Studie im Zentrum

Im Zentrum des Projekts, das die HFU-Professorin gemeinsam mit ihrem Forschungskollegen Tobias Grünfelder durchführen wird, steht eine internationale Delphi-Studie mit globalen Führungspersonen. In mehreren Erhebungsrunden sollen ihre Perspektiven, Herausforderungen und erfolgreichen Praktiken transkultureller Führung systematisch erfasst werden. „Unser Ziel ist es, gemeinsam mit Praktikerinnen und Wissenschaftlern neue Best Practices und vielversprechende Ansätze für Führung, Management und Governance-Strukturen zu entwickeln – und dabei auch die Spannung zwischen dem Globalen und dem Lokalen neu zu denken“, so Baumann Montecinos.

Begleitet wird das Projekt von einem internationalen wissenschaftlichen Beirat unter der Leitung von Josef Wieland, Professor von der Zeppelin-Universität Friedrichshafen. Die Ergebnisse der Delphi-Studie sollen dann in wissenschaftliche Publikationen sowie in neue Lehr- und Lernformate einfließen.

Gemeinsam mit Unternehmen ist die Überführung in praktische Ansätze geplant, damit Führungskräfte und Organisationen in ihrer inklusiven, resilienten und werteorientierten Kompetenzentwicklung gestärkt werden. Den Abschluss des Projekts bildet eine internationale Konferenz im September 2027 an der Hochschule Furtwangen.