Life MooReKa Exkursionen bieten Informationen zum Hohlohmoor, ein Blick in die Moorstation und die Funktionsweise von Grabensperren wird live erlebt. Foto: RPK

Moorrevitalisierung Kaltenbronn-Hohlohmoor: Die wasserrechtliche Plangenehmigung liegt jetzt vor und die Ausschreibung für Bauleistungen startet.

Die Moorrevitalisierung am Hohlohmoor hat einen wichtigen Meilenstein erreicht. Mitte März wurde vom Landratsamt Rastatt die wasserrechtliche Plangenehmigung erteilt.

 

Die vier Projektpartner – höhere Naturschutzbehörde am Regierungspräsidium Karlsruhe, Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden- Württemberg (FVA), ForstBW und Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord – können damit den vorgesehenen Zeitplan einhalten und arbeiten laut Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Karlsruhe mit Hochdruck an den weiteren Vorbereitungen. Derzeit läuft die Ausschreibung für die Bauleistungen. Die Arbeiten im Gelände können dann frühestens im Spätsommer begonnen werden. Die Bauzeiten berücksichtigen besonders das Auerhuhn: Balz, Brut und Aufzucht darf durch die Arbeiten nicht beeinträchtigt werden.

„Baustelle Moor“

Life MooReKa hat das Ziel, durch die Moorrevitalisierung den Wassermangel im Moor zu verringern und das Ökosystem Moor dauerhaft zu erhalten.

Im Infozentrum Kaltenbronn ist aktuell die Sonderausstellung „Baustelle Moor“ zu sehen. Interessierte können sich anhand von Plakaten, Bildern und Exponaten über Moorrevitalisierung und das Projekt Life MooReKa informieren. Warum ist die Wassersituation der Moore ungünstig? Wie ist eine Grabensperre aufgebaut? Wie sehen die Bauarbeiten konkret aus? Das Infozentrum Kaltenbronn ist Mittwoch bis Freitag von 13 bis 17 Uhr und am Wochenende/Feiertag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Gleichzeitig starten Anfang Mai wieder kostenfreie Exkursionen mit MoorGuides, um den Kaltenbronn und das Projekt vor Ort kennenzulernen. Termine finden sich im Veranstaltungskalender des Infozentrums. Interessierte Gruppen können ab sofort auch wieder eigene Exkursionstermine beim Infozentrum Kaltenbronn buchen (https://infozentrum-kaltenbronn.de).

An ausgewählten Grabensperren können Teilnehmer der Exkursionen das angestaute Wasser und die neue Entwicklung sehen. Foto: RPK

Auch in Karlsruhe gibt es die Möglichkeit Life MooReKa kennenzulernen: In der Ausstellung „Schwarzwald – Hier rauscht’s für mich“ ist ein Informationsstand zu Life MooReKa aufgebaut. Die Ausstellung im Regierungspräsidium am Rondellplatz in Karlsruhe läuft noch bis zum 3. Mai und ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Geschädigtes Ökosystem

Handlungsbedarf
Warum ist die Revitalisierung der Hochmoore am Kaltenbronn nötig? Der Kaltenbronn im Nordschwarzwald ist ganzjährig ein beliebtes Wander- und Ausflugsziel. Was für viele Erholungssuchende und Wanderer der Inbegriff einer urtümlichen und natürlichen Moor-Landschaft ist, ist für Moorkundler ein geschädigtes Ökosystem. Aufgrund eines großen Netzes an Entwässerungsgräben haben die Hochmoore am Kaltenbronn mit Wassermangel zu kämpfen. Die einst ausgedehnten, offenen Moorflächen schrumpfen seit Langem und werden von Gehölzen überwachsen. Die Moore am Kaltenbronn sind daher in einem zunehmend ungünstigen ökologischen Zustand, so dass hier dringender Handlungsbedarf besteht. Ziel des LIFE Projektes ist die Erhaltung der ausgedehnten Moore im Natur- und Waldschutzgebiet Kaltenbronn und damit auch der Schutz der Lebensräume für die typischen Tier- und Pflanzenarten.