Die Kastanienbäume an der Nordseite sorgen für Probleme. Foto: Wagner

Ein brisantes Thema wurde bei der Sitzung des Hochmössinger Ortschaftsrates diskutiert: Bäume drohen die Kirche St. Otmar zu beschädigen. Dem will man nun Einhalt gebieten.

Zwei neben der Kirche stehende, um die 60 Jahre alten Kastanienbäume müssten entfernt werden, da sie die Bausubstanz des Kirchturms massiv beeinträchtigen. Achim Seepold von der Kirchengemeinde erläuterte dem Gremium, weshalb die Maßnahme zügig durchgeführt werden sollte.

 

Schon bei der Kirchenrenovierung 1981 war abzusehen, dass die beiden Kastanienbäume an der Nordseite früher oder später die Bausubstanz des aus dem 15. Jahrhundert stammenden Kirchturms gefährden würden.

In weiser Voraussicht wurden damals weitere Bäume in einem etwas größeren Abstand zum Turm gepflanzt, die zwischenzeitlich auch eine beachtliche Höhe aufweisen.

Feuchtigkeit und Mooswuchs

Bereits 2002 wurde festgestellt, dass das Mauerwerk des Gebäudes durch Feuchtigkeit und Mooswuchs beeinträchtigt war. Auch ein damals an der Wand aufgebrachter Putz, um den Glockenturm zu schützen, verbesserte die Situation nicht.

Achim Seepold führte dem Ortschaftsrat nochmals die derzeitige Situation an der Nordseite eindringlich vor Augen. Die Äste der beiden Kastanienbäume berühren zwischenzeitlich fast den Turm, und eine Sonneneinstrahlung auf das Mauerwerk wird dadurch unmöglich.

Das Mauerwerk ist mit Moos überzogen und feucht, und auch der barrierefreie Zugang zur Kirche ist immer nass und rutschig und damit eine Gefahr für die Besucher, insbesondere ältere Menschen.

Schäden am Gebäude befürchtet

Zudem drohen die Wurzeln der Bäume ins Mauerwerk zu wachsen, was erhebliche Schäden an dem denkmalgeschützten Gebäude verursachen würde.

Müsste das Kulturdenkmal saniert werden, wovon in absehbarer Zeit wohl auszugehen ist, kämen erheblich Kosten auf die Kirche zu.

Verkauf der Kirche denkbar

Zwar besteht noch ein Vertrag, nach dem die Stadt Oberndorf 30 Prozent der Sanierungskosten übernehmen müsste, allerdings gab Seepold auch zu bedenken, dass angesichts knapper Kirchenkassen auch eine Veräußerung der Hochmössinger Kirche durchaus nicht auszuschließen sei.

Er schlug vor, die beiden Kastanien zeitnah zu entfernen. Dies müsse allerdings vor dem 1. März geschehen, da dies im Naturschutzgesetz so vorgesehen sei. Die Ortschaftsräte und Ortsvorsteherin Sabine Jaud gaben ein einstimmiges Votum für die Entfernung der beiden Bäume ab. Dafür zuständig ist allerdings die Stadtverwaltung, die Eigentümer des Geländes ist.