Die Kran-Aktion auf der Hochbrücke Horb darf niemand verharmlosen, meint unser Autor.
Die Bilder wirken spektakulär. Zwei Männer stehen hoch oben auf dem Kran der Hochbrücke Horb, filmen ihre Aktion und veröffentlichen die Videos auf Instagram. Viele klicken darauf. Manche feiern sie dafür sogar.
Aber bei dieser Aktion geht es nicht um ein harmloses Abenteuer. Wer auf einen 107 Meter hohen Baukran klettert, spielt mit seinem Leben – und möglicherweise auch mit dem anderer.
Befremdliche Aktion kurz vor dem traurigen Jahrestag
Gerade auf der Baustelle der Hochbrücke Horb müsste jedem klar sein, wie gefährlich solche Orte sind. Erst vor knapp einem Jahr starben dort drei Bauarbeiter bei einem schweren Unfall. Dass nun ausgerechnet an diesem Ort eine riskante Social-Media-Aktion inszeniert wird, wirkt mehr als befremdlich.
Ebenso bedenklich ist aber die Reaktion im Netz. Dort gibt es Applaus, Jubel und spöttische Kommentare über Behörden. Vorsicht wird belächelt, Grenzüberschreitung dagegen mit Aufmerksamkeit belohnt.
Hochbrücke ist kein Abenteuerspielplatz
Doch Lebensgefahr ist kein Instagram-Spiel. Solche Aktionen mögen im Netz spektakulär wirken – in der Realität können sie tödlich enden. Die Hochbrücke Horb ist kein Abenteuerspielplatz.