Wiederholt sich das Planungs-Chaos um Stuttgart 21 in Horb? Warum die Planung so schlecht ist und ob wir überhaupt einen Deckel kriegen. Rosenberger: „Wir müssen politischen Druck machen, damit noch Vernunft einkehrt.“
Gäubahn-Pendler können schon ahnen, was mit dem Planungschaos auf dem Hohenberg jetzt auch auf Autofahrer zukommt: Eine Stückel-Planung, die in der Realität nicht funktioniert. Zu jeder Menge Baustellen-Ärger führt. Und wenn es fertig ist, ist kommt man viel schlechter ans Ziel als zuvor.
Genau das befürchtet jetzt ganz Horb, wenn es um die Planungen der Umfahrung Hohenberg und der weiteren Abschnitte wie Umfahrung Rauher Stich, Bahnübergang Seehaus geht.
Kopfschütteln im Gemeinderat
Umfahrung Hohenberg. Nicht nur das geplante „Verbot“ des Bundes, weiter in die Bildechinger Steige reinfahren zu dürfen, sorgt für Kopfschütteln im Gemeinderat. Auch andere Punkte der Planung sind umstritten.
Der Deckel über dem Trog ist vom Tisch Fakt ist, so bestätigt Jürgen Skarke, Abteilungspräsident Straßenbau im RP, unserer Redaktion nach der Sitzung am Dienstagabend: Der geplante Deckel am Kreisverkehr Hohenberg (sollte auf 400 Meter Länge den Trog überdecken) ist vom Tisch. Skarke: „Derzeit landen wir bei den Baukosten von derzeit 37,2 Millionen Euro bei einem Kosten-Nutzenverhältnis von 1,55. Unter 1,0 dürfen wir nicht kommen, sonst finanziert der Bund das Projekt nicht. Ein Deckel könnte zu dieser Kostenüberschreitung führen.“
Fakt auch: Die bisherige Straße zwischen Industriegebiet Heiligenfeld (Freudenstadt) und Horb soll mindestens vier Spuren bekommen. Die werden in einem Trog unter dem Kreisverkehr Höhe McDonalds und Nordring durchgeführt. Der Kreisverkehr „schwebt“ dann oben, wie beim Rotherma-Knoten in Gaggenau. Es gilt generell die Regel: „Rechts raus, rechts rein.“
Wer in Zukunft zu Edeka Weinle (Marktkauf) oder Saurs Erlebniscafé will, der kann über eine „Rampe“ reinfahren. Raus gehts nur rechts über die nächste „Rampe“ zum Kreisverkehr hoch und wieder runter. Oder alternativ über eine neue „Umgehungsstraße“ hinter den Marktkauf-Parkplätzen mitten über das Betriebsgelände der Autowelt Prusseit Richtung Bildechingen. Das Linksabbiegen wie bisher mit Blick auf den Peugeot/Range-Rover Komplex von AHG geht nicht mehr. Um den laufenden „Fern“-Verkehr zwischen Horb und Freudenstadt nicht zu stören, so das RP.
Keßler zur Idee der Entlastungsstraße
CDU-Fraktionschef Michael Keßler: „Hier sollen Klimmzüge gemacht werden, weil eine andere Lösung angeblich nicht geht.“ Zu der Idee der Entlastungsstraße sagt Keßler: „Dort ist kein einziges benötigtes Grundstück in städtischer Hand.“ SPD-Fraktionschef Thomas Mattes: „Die Kunden vom Getränkemarkt, Euromaster oder dem Autohaus Waldner müssen irgendwie am Supermarkt vorbei.“
Umfahrung Hohenberg kommt viel zu spät Wie ist die zeitliche Planung? Straßenbauabteilungspräsident Jürgen Skarke: „Das nächste Projekt steht 2025 vor dem Baurecht: Der Freudenstädter Tunnel. Der könnte als nächstes dann in Bau gehen. Von den Projekten her ist als nächstes der Bahnübergang Seehaus dran.“
Sein Kollege Axel Speer: „Anfang nächstes Jahres geht die Planung zum Gesehen-Vermerk ins Bundesministerium, Ende 2025 könnte die Planfeststellungs starten.“
„Zum Schluss ist die Umfahrung Hohenberg dran“
Die Umfahrung Rauher Stich ist noch in der Entwurfsplanung. Skarke wird im Gemeinderat deutlich: „Zum Schluss ist die Umfahrung Horb-Hohenberg dran.“ Die steht noch nicht mal im Bundesverkehrswegeplan.
Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hatte dafür gekämpft, dass die Maßnahme weiter geplant werden kann, obwohl sie nicht im aktuellen Bundesverkehrswegeplan steht. Jetzt hofft das RP, wenn die Planung soweit durch ist, dass die Umfahrung Horb Hohenberg in den Bundesverkehrswegeplan 2030/40 rein kommt.
Doch wann könnte die Umfahrung kommen? RP-Abteilungspräsident Skarke im Gemeinderat: „ Jetzt fragen sie nicht nach Jahren. Das können sie selbst einschätzen in Horb. Da reden wir noch von Jahrzehnten, ehe das umgesetzt ist.“
Horbs Bürgermeister Ralph Zimmermann (FDP): „ Das die Bundesstraße 28 in Zukunft aus Richtung Freudenstadt bis Horb ausgebaut werden soll, ist die schlechteste Variante. Und die wird jetzt vom Bund noch wegen der Kosten in Frage gestellt. Das wird zu einer Überlastung der Stadt Horb in diesem Bereich führen. Da sitzt das Bundesverkehrsministerium weit weg.“ Horbs Stadtoberhaupt Peter Rosenberger (CDU) ruft jetzt zum Kampf auf: „Wir müssen jede Menge dicke Bretter bohren, damit die Bildechinger Steige nicht von der Umfahrung abgehängt wird. Wir hoffen, das mit dem geeigneten politischen Druck noch Vernunft einkehren kann.“