Die Hochbrückenbau soll irgendwann auf der anderen Seite am Rauschbart ankommen. Doch das kann noch dauern. Foto: Jürgen Lück

Die Baufirma Porr hatte angekündigt, dass sie die Hochbrücke unter den bisherigen Bedingungen nicht vor 2030 hinbekommen werde. Jetzt hat es das erste Gespräch über die Details mit dem Regierungspräsidium gegeben.

Die Schock-Nachricht über die Bauzeiten-Verzögerung bei der Hochbrücke Horb: Wird sie erst vier Jahre später fertig? Schon im Juni hatte Porr eine Bauzeitenverlängerung angekündigt.

 

Im September ließ Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder dann die Bombe platzen: „Porr hat angekündigt, das bei der bisherigen Bauweise die Fertigstellung der Hochbrücke erst 2030 erfolgen kann. Wenn man die Brücke auch von der anderen Seite gleichzeitig baut, dann könnte es 2027/28 werden.“

Hat es nun endlich das erste Gespräch zwischen dem Regierungspräsidium Karlsruhe als Auftraggeber und der Baufirma Porr gegeben? Ja, hat es, erklärt Charlotte Erdmann, Sprecherin des Regierungspräsidiums Karlsruhe: „Der erste Gesprächstermin hat in dieser Woche stattgefunden.“ Der Treff war im Baustellencontainer direkt an der Hochbrücke-Baustelle. Vor dem Detail-Gespräch mit der Firma Porr (die zuletzt sehr positive Zahlen veröffentlichten) hatte Regierungspräsidentin Felder angekündigt, mit einem Rechtsbeistand zu erscheinen.

Das kam beim ersten Gespräch mit der Baufirma Porr raus

Charlotte Erdmann: „Es wurde vereinbart, dass für die Beurteilung des Sachverhalts noch weitere Unterlagen bezüglich der Bauzeitverlängerung vom Auftragnehmer erarbeitet und in die weitere Diskussion eingebracht werden müssen. Sobald diese Unterlagen vorliegen und vom RP geprüft wurden, werden weitere Gespräche mit dem Auftragnehmer folgen.“

Die Hochbrücke Horb vom Schurkenturm aus gesehen. Wann wird sie fertig und entlastet die Stadt vom Stau-Frust? Foto: Jürgen Lück

Und damit müssen Bund und Horb weiter bangen. Es geht definitiv auch ums Geld. Denn: Egal, ob man die Brücke von der anderen Seite gleichzeitig baut oder bis 2030 – abzusehen ist, dass man mit den bisherigen 122 Millionen Euro Baukosten für den reinen Brückenbau nicht mehr hinkommt.

Gerüchte, dass möglicherweise ein übliches „Spiel“ in der Baubranche angewendet werde, hatte Porr von sich gewiesen.

Druck auf Gemeinderat bleibt weiter groß

Obwohl das erste Gespräche zwischen RP und der Baufirma Porr bisher noch kein Ergebnis und keine Entscheidung zur Fertigstellung der Hochbrücke brachte – der Druck auf Gemeinderat und Rathaus Horb ist weiter groß.

Denn: Egal, ob die Hochbrücke Ende 27/2028 oder 2030 fertig wird, der Horber Handels- und Gewerbeverein Horb Aktiv drückt aufs Gaspedal. Horb Aktiv-Vorstand Bernd Gall hatte den „Sofort-Umbau“ der Kernstadt gefordert.

Als Pilotprojekt könnte der Fruchtkasten dienen. Im November will das Preisgericht zum Städtebaulichen Wettbewerb tagen. Und bewerten, wie die Kernstadt Horb mit oder ohne City-Schleifle umgebaut werden kann.

Die Polizei wird jetzt wohl erst im Sommer 2025 aus dem Fruchtkasten ausziehen. Danach hatte OB Peter Rosenberger eine Bürgerbeteiligung angekündigt, um zu bestimmen, was und wie der Fruchtkasten umgebaut wird. Ehe dann eine entscheidungsreife Vorlage da ist, dürfte es Frühjahr 2026 sein.

So stellten sich Glück Landschaftsarchitekten im Jahr 2012 den Umbau der Kernstadt um den Fruchtkasten vor. Foto: Glück Landschaftsarchitekten

Entscheidung für den Umbau des Fruchtkastens, Fertigstellung der Mühlkanal-Terrassen und Erneuerung des Pflasters rund vor dem Parkhaus Innenstadt bis zur Schiller-Apotheke – frühestens Sommer 2026. Und ehe dann dieser Teil komplett fertig gestellt ist, dürfte es mindestens ein Jahr dauern. Das wäre dann Ende 2027. Wahrscheinlich sind aber eher zwei Jahre. Und weil der Umbau der Neckarstraße zwischen Lotzer-Haus und Weinhaus Dörr durch die vielen Leitungen sehr aufwendig und kompliziert ist, können hier noch mal zwei Jahre Bauzeit drohen.

Kein Wunder, das Horb Aktiv-Chef Bernd Gall gesagt hatte: „Der Entscheidungsdruck ist aus unserer Sicht noch größer geworden. Wenn in der Kernstadt lange Jahre nichts passiert und keine Signale gesendet werden, dann befürchten wir, dass das Herz der Stadt so geschädigt wird, dass es schwer zu reparieren ist.“