Drei Arbeiter stürzten vor einem Jahr auf der Hochbrücken-Baustelle in den Tod. (Archivfoto) Foto: Florian Ganswind

Vor einem Jahr starben drei Bauarbeiter bei einem Unfall auf der Hochbrücke. Unsere Redaktion beantwortet die zentralen Fragen zu Ermittlungen, Gedenken und möglichen Konsequenzen.

Ein Jahr ist vergangen, vergessen ist die Tragödie an der Hochbrücke Horb aber nicht. Am 20. Mai 2025 stürzten drei Bauarbeiter in einer Arbeitsgondel aus großer Höhe in den Tod.

 

Doch wie ist der Stand der Ermittlungen? Wird es eine Anklage geben? Und wie wird der drei getöteten Bauarbeiter am Jahrestag gedacht? Die wichtigsten Antworten im Überblick.

Was geschah am 20. Mai 2025? Auf der Baustelle der Hochbrücke Horb kam es zu einem schweren Arbeitsunfall. Drei Bauarbeiter stürzten in einer Arbeitsgondel aus großer Höhe in den Tod. Zwei der Opfer stammten aus Polen, ein Mann aus Deutschland.

Was war die Ursache des Unglücks? Fest steht: Das Seil der Arbeitsgondel riss. Ein technisches Gutachten ergab später laut Polizei und Staatsanwaltschaft keine Hinweise auf einen technischen Defekt am Kran, am Kranseil oder an der Gondel.

Was vermuten die Ermittler? Die Ermittler gingen zuletzt davon aus, dass menschliches Versagen eine Rolle gespielt haben könnte. Gegen den Kranführer wurde zwischenzeitlich wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt.

Wie ist der aktuelle Stand der Ermittlungen? Die Ermittlungen sind inzwischen abgeschlossen. Das teilte Oberstaatsanwalt Markus Wagner unserer Redaktion auf Anfrage mit.

Wird es eine Anklage geben? Das ist derzeit noch offen. Die Staatsanwaltschaft verweist darauf, dass zunächst der Beschuldigte über den Ausgang des Verfahrens informiert werden müsse. Weitere Informationen könnten laut Staatsanwaltschaft noch im Mai bekannt gegeben werden.

Wird am Jahrestag der Opfer gedacht? Ja. Nach Angaben der Baufirma Porr sowie des Regierungspräsidiums Karlsruhe soll es am 20. Mai ein stilles Gedenken geben.

Ist die Öffentlichkeit dabei zugelassen? Nein. Das Gedenken soll unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Gibt es weiterhin Kontakt zu den Angehörigen? Dazu äußerten sich weder die Baufirma Porr noch das Regierungspräsidium Karlsruhe auf Anfrage unserer Redaktion.

Wird es ein dauerhaftes Denkmal geben? Nach dem Unfall war in Horb mehrfach der Wunsch nach einem sichtbaren Zeichen des Erinnerns laut geworden. Dem kam die Stadt nun nach. Zum ersten Jahrestag des tödlichen Arbeitsunfalls auf der Hochbrücke Horb gibt es jetzt einen dauerhaften Ort des Erinnerns. Das Regierungspräsidium Karlsruhe teilte am Jahrestag mit, dass in der Nähe der damaligen Unfallstelle eine Gedenktafel aufgestellt wurde.

Wie reagierte Horb nach dem Unglück? Die Anteilnahme war sehr groß. Bei einer Spendenaktion für die Hinterbliebenen kamen insgesamt 38.709 Euro zusammen. Wenige Tage nach dem furchtabaren Unfall fand außerdem ein Trauergottesdienst in der Horber Stiftskirche statt.