Die Milchstraße erstreckt sich über den Steinbruch am Plettenberg. Foto: Hartmut Pflumm

Die Milchstraße steht im Mittelpunkt der Ausstellung im Adler in Bisingen. Doch wie lässt sich der Nachthimmel von seiner schönsten Seite abbilden? Hobbyfotograf Hartmut Pflumm erklärt wie ein gutes Nachtfoto entsteht.

Es war einmal in einer gar nicht allzu weit entfernten Galaxie – der Milchstraße. Wir auf der Erde sind mittendrin und doch ist es faszinierend, den weißen Schimmer am Nachthimmel zu beobachten. Verschiedenste Darstellungen der Ansammlungen von Sternen, Gasnebeln und Staubwolken setzt Hartmut Pflumm in seiner Ausstellung mit eigenen Fotografien im Gasthof Adler in Bisingen in Szene. Der 64 Jährige ist Hobbyfotograf aus Zimmern und fotografiert seit seiner Schulzeit.

 

Durch andere Künstler und deren Fotografien vom Nachthimmel inspiriert, fasste Pflumm vor zirka vier Jahren den Entschluss, selbst nachts aktiv zu werden. Hierbei sei besonders wichtig, dass der Gesamteindruck stimme. Der bloße sternenbedeckte Himmel könne schnell langweilig wirken, daher sei ein geeigneter Vordergrund wichtig, erklärte Pflumm.

Ein gutes Bild muss Details zeigen Um ein gutes Foto zu erzielen, darf der Vordergrund weder zu dunkel noch zu hell dargestellt werden, da es die Nachtatmosphäre vermitteln soll und dennoch Details erkennbar sein müssen. Hierbei sind die Belichtungszeit, Proportionen und die Schärfe ausschlaggebend.

Oftmals sei es hilfreich den Vordergrund separat zu betrachten und zu fotografieren und im späteren Verlauf der Bildbearbeitung über das eigentliche Foto zu legen, erklärt er. Hierbei werde nicht geschummelt oder gebastelt, sondern es würden lediglich die technischen Fehler korrigiert. Solche Fehler können bei der Verwendung von einer Nachführung schnell auftreten.

Vorausplanung ist für ein gutes Bild nötig

Die Nachführung imitiert bei einer Langzeitbelichtung die Rotation der Erde und die damit verbundene Bewegung des Nachthimmels. In einer Stunde bewegen sich die Sterne um etwa 15 Grad. Mit einer Nachführung wird somit gewährleistet, dass immer dieselbe Stelle des Nachthimmels fotografiert wird. Allerdings verschwimmt durch die Bewegung des Kamerasystems der Vordergrund, weshalb ein separates Bild vom Vordergrund hilfreich sei, zeigte Pflumm auf.

Solche technisch aufwendigen Bilder seien nur mit einer guten Vorausplanung möglich, erklärte er. Hierbei seien stets die Position des Himmels, die Richtung der Kamera, das Motiv und das Wetter entscheidend. Wolken und Lichtverschmutzung könnten das Fotografieren schnell unmöglich machen.

Geduld ist die Grundlage der Nachtfotografie In einer Nacht werden hierbei mehrere Bilder gemacht, welche später ausgewertet und gegebenenfalls in der Entwicklung übereinandergelegt werden, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Mit Bildbearbeitungsprogrammen arbeitet Pflumm die Milchstraße weiter heraus, bevor die Abzüge zum Poster werden. So entstand vom Polarstern eine Nahaufnahme mit zirka 1300 Bildern und einer Belichtungszeit von etwa elf Stunden. Geduld müsse man für solche Aufnahmen in der Nacht auf jeden Fall haben, berichte Pflumm.

Der ganze Prozess der Nachtaufnahmen, Bearbeitung und Planung war wie er es selbst nennt: learning by Doing. Er habe hierbei keine teuere, speziell ausgelegte Astrofotografieausrüstung, sondern eine normale Spiegelreflexkamera, ein Stativ und ein Weitwinkelobjektiv.

Bisherige Standorte der Fotografien:

Standorte für seine Naturaufnahmen waren bisher auf der Hornisgrinde, beim alten Berg in Göttingen, dem Steinbruch auf dem Plettenberg, unterhalb der Salmendinger Kapelle, im Schwenninger Moos und auf dem Heuberg in Schwenningen.