Tobias Knaisch hält in Heiligenzimmern 25 Bienenvölker. Er ist damit bereits die dritte Generation in seiner Familie.
„Bereits als kleiner Bub habe ich meinen Opa zu seinen Bienenstöcken begleitet. Dabei habe ich fasziniert beobachtet, wie die Bienen im Flugloch aus- und einflogen.“ Das sagt der 35-Jährige Hobby-Imker Tobias Knaisch.
Seine inzwischen verstorbenen Großeltern Paul und Rosa May, die beide begeisterte Imker waren, haben so den Grundstock für seine Leidenschaft gelegt. Doch damit nicht genug: Den Kinderschuhen entwachsen, wollte er alles von der Pike auf lernen.
Wissen, Praxis und Respekt
Deshalb nahm er mit 20 Jahren über den Bezirksimkerverein an einem Anfängerkurs teil. Dieser dauerte ein Jahr und vermittelte nicht nur Fachwissen, , sondern auch die praktische, qualitätsbezogene Arbeit am Bienenstock und den Respekt gegenüber den Insekten.
Danach hat der junge Mann die ersten Bienenvölker bekommen. Ständige Weiterbildung und das Lernen von seinem Opa haben ihn zu einem Honigexperten werden lassen.
Arbeit rund ums Jahr
Mittlerweile ist der Vater zweier Kinder stolzer Besitzer von 25 Bienenvölkern und die Imkerei ist zu einem zeitintensiven Hobby geworden. „Es gibt das ganze Jahr etwas zu tun“, erklärt er. Im Frühjahr stehen die Brutpflege an, die Kontrolle, ob die Völker gut durch den Winter gekommen sind, und das Reinigen der Stöcke.
„Wenn sich dann die ersten Blüten bei Blumen und Obstbäumen öffnen, die Wiesen vom gelben Löwenzahn übersät sind, die Bienen aus ihrer Winterstarre kommen und es überall summt und brummt, ist das sehr beruhigend und entspannend für mich“, sagt Knaisch. Der Bauleiter im Straßenbau findet bei seinen Bienenstöcken, die auf einer Obstbaumwiese am Waldrand stehen, die nötige Ruhe und einen Ausgleich zu seinem Job.
Blütenhonig ab Mai
Ende Mai beginnt die erste Ernte mit dem Blütenhonig. Dazu entnimmt der Heiligenzimmerner die Waben, in denen der Honig sitzt. Zu Hause entfernt der den Wachsdeckel.
Dann werden die Waben geschleudert und der goldgelbe Blütenhonig in Gläser abgefüllt. Die viele Arbeit bewältigt er dank der Unterstützung seiner Frau Anna-Lena sowie seiner Eltern Irmgard und Wilhelm Knaisch bewältigt.
Waldhonig im Sommer
Im Hochsommer ist die Zeit des Waldhonigs, den die Bienen vom Honigtau auf Fichten und anderen Bäumen sammeln und zu Honig verwandeln. Die Ernteprozedur beginnt dann von Neuem.
50 bis 70 Kilogramm Honig erbringt jedes Volk in guten Jahren wie 2025. Knaisch verkauft das „flüssige Gold“, an Bekannte, teilweise noch Kunden seines Großvaters und vor der Haustür an der „Honigtankstelle“.
Streng geprüfte Qualität
Für Knaisch ist die Qualität entscheidend. Sein Honig trägt das Gütesiegel „Echter Deutscher Honig“, wofür er strenge Qualitätskriterien des Deutschen Imkerbundes erfüllen muss.
Reich werde er durch das Hobby nicht, sagt er. Denn auch die Bienen-Pflege koste.
Zum einen muss er Schutzmaßnahmen gegen die Varroamilbe vornehmen, die Bienenstöcke in Schuss halten und Waben erneuern, und zum anderen muss er im Winter die Bienen mit Zuckerwasser füttern. Da der Honig entnommen wurde, brauchen die Bienen Nahrung, damit sie über den Winter kommen.
Erneuerung im Winter
Auch in jener Jahreszeit gibt es stets etwas zu tun: Knaisch prüft sorgfältig die Königin und die Völker, nimmt Hygienemaßnahmen vor oder tauscht alte Rähmchen aus.
Seine Bienen stechen gelegentlich, aber Schutzkleidung, Gelassenheit und ein ruhiger Umgang minimieren das Risiko. „Honig ist eben ein Naturprodukt und erfordert Respekt vor der Natur“, sagt Knaisch bedächtig.
Ein Löffel pro Biene
„Für ein 500-Gramm-Glas Honig müsste eine Biene drei Mal um die Welt fliegen“, weiß er. Anders gerechnet: „Pro Biene kann man einen Teelöffel Honig ernten.“
Der Aufwand lohnt sich aber: Knaisch ist stolz ist, dass sein Honig keine industrielle Massenproduktion ist, sondern nachhaltiges Handwerk.