In China werden die Klinikbetten aufgrund eines Virus knapp. Droht eine solche Situation auch in den Krankenhäusern in Calw und Nagold? Ein Überblick über die Lage, die Symptome und mögliche Gegenmaßnahmen.
Fünf Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie macht wieder ein Virus Schlagzeilen: Seit einiger Zeit kursieren Nachrichten über chinesische Krankenhäuser, die von einer ungewöhnlichen Überlastung sprechen.
Verantwortlich dafür ist das humane Metapneumovirus (hMPV), ein Erreger von Atemwegserkrankungen. Bereits im Dezember hatten chinesische Medien über einen Anstieg von Atemwegserkrankungen berichtet, darunter auch Infektionen mit hMPV.
Weltweit verbreitetes Virus
Das humane Metapneumovirus ist ein weltweit verbreitetes Virus, das vor allem bei Kleinkindern, älteren Menschen und immungeschwächten Personen zu schweren Atemwegserkrankungen führen kann. Die Symptome ähneln denen der Grippe und können in schweren Fällen zu Lungenentzündungen führen.
Die beiden Standorte des Klinikverbundes Südwest in Calw und Nagold verfügen derzeit über 426 Krankenbetten. Und „aktuell gibt es keine Hinweise darauf, dass hMPV-Infektionen in Deutschland zu einer Überlastung der Krankenhäuser führen werden“, erklärt Lukas Schult, Leiter der Stabstelle Unternehmenskommunikation des Klinikverbunds Südwest.
Bereits 2001 entdeckt
Sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch das Robert-Koch-Institut (RKI) weisen derweil darauf hin, dass es keinen Anlass zur Besorgnis hinsichtlich einer neuen Pandemie durch hMPV gebe. Diese Sicht vertrete auch der Klinikverbund Südwest, so der Pressesprecher.
Das humane Metapneumovirus wurde bereits 2001 entdeckt und ist in vielen Ländern, auch in Deutschland, aktiv. „Es ist ein weit verbreitetes Virus, das im Winter und Frühling zirkuliert“ , erklärt die WHO-Sprecherin.
Gewisser Grad an Immunität
Anders als Corona ist der Erreger daher nicht neuartig. Da das Virus schon seit längerer Zeit weltweit für Infektionen sorgt, besteht entsprechend ein gewisser Grad an Immunität bei vielen Menschen, wodurch wiederholte Erkrankungen oft milder ausfallen.
Das hMPV soll eine Vielzahl von Symptomen verursachen, die von milden Erkältungssymptomen bis hin zu schweren Atemwegserkrankungen wie Lungenentzündungen reichen.
In schweren Fällen kann es zu Lungenentzündung kommen
Gesunde Erwachsene erholen sich in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen. Die Symptome umfassen typischerweise Husten, Schnupfen, Fieber, Halsschmerzen und Atemnot. In schweren Fällen kann es auch zu einer Lungenentzündung kommen.
Der Klinikverbund empfiehlt zur Prävention von hMPV die allgemeinen Hygienemaßnahmen, die auch bei anderen Atemwegserkrankungen wichtig sind: „Regelmäßiges Händewaschen, die Vermeidung von engen Kontakten mit erkrankten Personen und die regelmäßige Reinigung und Desinfektion von Oberflächen können helfen, das Virus einzudämmen“, erklärt der Pressesprecher des Klinikverbunds.
Seit der Corona-Pandemie können die Kliniken schneller reagieren
Trotz der derzeit geringen Gefahr für eine Überlastung der Krankenhäuser beobachtet der Klinikverbund die Entwicklungen genau. „Wir haben standardisierte Protokolle zum Hygienemanagement von Atemwegserkrankungen unklarer Genese und sind darauf vorbereitet“, so der Sprecher.
Die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie hätten allgemein dazu beigetragen, die Pandemiepläne und die Infrastruktur in Gesundheitseinrichtungen zu überarbeiten und zu verbessern.
Auch im Klinikverbund Südwest seien entsprechende Anpassungen vorgenommen worden.