Auch andere Geschlechtskrankheiten – etwa Syphilis, Hepatitis B und Tripper – treten häufiger auf.
Während die Zahl der HIV-Patienten im Zollernalbkreis gestiegen ist, sank sie bei den restlichen sexuell übertragbaren Krankheiten.
Die Zahl der AOK-Versicherten, die wegen einer HIV-Infektion den Arzt aufgesucht haben, ist im Zollernalbkreis von 42 im Jahr 2019 auf 56 im Jahr 2023 gestiegen. Das teilt die AOK mit.
In ganz Baden-Württemberg habe die Kasse zuletzt 4819 HIV-Infizierte gezählt. Hinzu kamen weitere 6782 Versicherte, die sich wegen anderer Geschlechtskrankheiten in ärztlicher Behandlung befanden.
AOK-Ärztin ist besorgt
Dazu gehören sexuell übertragbare Krankheiten wie Syphilis, Tripper, oder Hepatitis B. Diese Zahl war seit 2019 jährlich im Schnitt um 1,9 Prozent gesunken. Auf den Zollernalbkreis entfielen im Jahr 2023 98 Fälle von Geschlechtskrankheiten, fünf Jahre zuvor waren es noch 152 Fälle.
AOK-Ärztin Susanne Schleicher blickt besorgt auf die Entwicklung bei den HIV-Zahlen: „Die Gründe für den Anstieg sind vielfältig: geändertes Risikoverhalten, ein Rückgang der Kondomnutzung, eine Zunahme der Sexualkontakte, mehr Vielfalt an Partnerschaftsmodellen und Sexualpraktiken sowie eine verbesserte Diagnostik und Testhäufigkeit.“
Wissen über sexuell übertragbare Krankheiten lückenhaft
Auch sei das Wissen über sexuell übertragbare Krankheiten oft lückenhaft. „Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 25 Jahren gehören zu den am stärksten betroffenen Gruppen, da sie häufiger wechselnde Sexualpartner haben und seltener Kondome benutzen.“ Dabei biete die konsequente Verwendung von Kondomen den sichersten Schutz vor Geschlechtskrankheiten.