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Die Hitzewelle betrifft auch die Krankenhäuser im Kreis. Sie registrieren steigende Patientenzahlen – besonders ältere Menschen. Was jetzt hilft – und was jeder tun kann.

Die aktuell andauernde Hitzewelle in Deutschland lässt auch den Kreis Rottweil nicht außen vor. Die Temperaturen steigen derzeit vielerorts auf über 40 Grad Celsius. Die durchgehend heißen Temperaturen bringen nicht nur die Menschen ins Schwitzen, sondern stellt auch das Gesundheitswesen vor Herausforderungen.

 

Die Kliniken im Kreis berichten von einem spürbaren Anstieg hitzebedingter Beschwerden – besonders bei älteren Menschen und Patienten mit Vorerkrankung. Auf Anfrage unserer Redaktion geben die Helios Klinik in Rottweil und das SRH Krankenhaus in Oberndorf einen Einblick in die aktuelle Situation und erklären, wie man am Besten mit der Sommerhitze umgeht.

„An sehr heißen Tagen beobachten wir einen leichten Anstieg hitzebedingter Beschwerden in der Notaufnahme – vor allem bei älteren Menschen, die ohnehin wenig trinken und schneller dehydrieren“, berichtet Christina Ihle, Sprecherin der Helios Klinik. Neben älteren Patienten seien auch jüngere Menschen mit Hitzeerschöpfung oder Kreislaufproblemen vermehrt betroffen. „Eine drastische Zunahme der Fallzahlen ist bisher jedoch ausgeblieben“, so Ihle weiter.

Ähnlich schildert Ioannis Louris, Chefarzt der Inneren Medizin des SRH Krankenhauses in Oberndorf, die Lage: „Die aktuelle Hitzewelle macht sich in unserer Klinik durchaus bemerkbar. Wir sehen vermehrt Patienten mit Symptomen wie Dehydrierung, Kreislaufproblemen oder Harnwegsinfekten, insbesondere ältere Menschen sowie Personen mit chronischen Vorerkrankungen.“ Fälle von Hitzetoten habe man bislang nicht verzeichnet, doch die Lage werde „insbesondere bei Risikopatienten aufmerksam beobachtet.“

Kliniken setzen auf präventive Maßnahmen

Um den Auswirkungen der Hitze entgegenzuwirken, setzen die Kliniken auf verschiedene präventive Maßnahmen. Christina Ihle erläutert: „Bei Hitze achten wir besonders auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unserer Patienten und nehmen Rücksicht auf mögliche hitzebedingte Beschwerden wie Kreislaufprobleme oder Schwindel.“ Älteren Menschen und Kindern müssten Getränke aktiv angeboten werden.

„Auf jeder Station stehen rund um die Uhr frei zugängliche Trinkwasserspender zur Verfügung.“ Zudem werde in den kühleren Morgen- und Abendstunden gelüftet und die Jalousien geschlossen, um die Temperatur in den Patientenzimmern zu regulieren.

Auch am SRH Krankenhaus ist Flüssigkeitszufuhr ein zentrales Thema. „Wichtige Maßnahmen zum Schutz gefährdeter Gruppen umfassen ausreichende Flüssigkeitszufuhr, idealerweise eineinhalb bis zwei Liter Wasser täglich, das Vermeiden körperlicher Anstrengung in der Mittagshitze sowie den Aufenthalt in kühlen Räumen“, so Louris. „Regelmäßige Kontrollen durch Pflegepersonal oder Angehörige, insbesondere bei älteren und alleinlebenden Personen, sind ebenfalls entscheidend.“ Leichte, helle Kleidung und Sonnenschutzmittel gehören ebenso zu den empfohlenen Schutzmaßnahmen.

„Viel trinken – auch ohne Durstgefühl“

Neben den Maßnahmen in den Kliniken geben die Experten klare Empfehlungen für die Allgemeinheit: „Viel trinken – auch ohne Durstgefühl, keine alkoholischen Getränke, leichte und gut verdauliche Speisen, luftige, helle Kleidung sowie das Vermeiden körperlicher Anstrengung in den heißesten Stunden des Tages“, fasst Christina Ihle zusammen. „Sonnenschutz auftragen und Schatten aufsuchen sind ebenso wichtig.“

Louris ergänzt: „Regelmäßiges Lüften, vor allem morgens und abends, sowie das Ernstnehmen körperlicher Warnzeichen wie Schwindel oder Übelkeit sind entscheidend.“ Bei Beschwerden solle man nicht zögern, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Bislang keine Hitzetoten

Trotz der steigenden Zahl hitzebedingter Beschwerden konnten beide Kliniken bislang keine Todesfälle in Zusammenhang mit der Hitzewelle verzeichnen. „Fälle von Hitzetoten hatten wir in diesem Sommer bisher nicht“, sagt Ioannis Louris. Christina Ihle ergänzt: „Die Situation wird aber sehr genau beobachtet, gerade bei Risikopatienten.“