Am Freizeitgelände Mötzingen wird einer von zwei Trinkwasserbrunnen aufgestellt Foto: Stadler

Mötzingen ergreift Maßnahmen zum Hitzeschutz. Der Gemeinderat beschloss so die Aufstellung von Trinkwasserbrunnen.

Die Bereitstellung von Trinkwasser gilt als einer der wichtigsten Punkte der kommunalen Hitzeschutzplanung. Zudem legte der Bundesgesetzgeber auf Grundlage der EU-Trinkwasser-Richtlinie fest, dass Trinkwasser aus dem Leitungsnetz an öffentlichen Orten im Rahmen der Daseinsvorsorge bereitzustellen sei. Dies ist eine Aufgabe der Gemeinde.

 

Auf diesen gesetzlich verankerten Punkt hatten die sogenannten „Gemeindedetektive“ der 3. Klasse den Mötzinger Gemeinderat hingewiesen.

Die Verwaltung hatte Angebote verschiedener Hersteller von Trinkwasserspendern eingeholt und miteinander verglichen. Dem Gemeinderat wurde in seiner jüngsten Sitzung der Trinkwasserbrunnen der Firma Plasson aus Wesel vorgestellt.

Vorteil dieses Produktes ist, dass die Wasserentnahmestelle nicht dauerhaft frei liegt, sondern vielmehr nach Betätigen des Entnahmeknopfes durch Wasserdruck ausfährt. Zudem ist im Lieferumfang eine vormontierte Unterflureinheit enthalten.

Das wirtschaftlichste Angebot für zwei Trinkwasserbrunnen ist laut Verwaltung das von der Firma Plasson vorgelegte zum Preis von 21 855 Euro. Für den notwendigen Tiefbau fallen weitere Kosten in Höhe von rund 5000 Euro an. Für Anschaffung und Inbetriebnahme wird demnach mit etwa 27 000 Euro gerechnet.

Jährliche Kosten von 3000 Euro

Die jährlichen Unterhaltskosten belaufen sich auf rund 1500 Euro je Brunnen. Den größten Teil davon verschlingen die vorgeschriebenen monatlichen Beprobungen mit rund 80 Euro.

Als Aufgabe der kommunalen Wasserversorgung wird die öffentliche Bereitstellung von Trinkwasser kostenmäßig der öffentlichen Wasserversorgung zugerechnet. Die Kosten wirken sich aufgrund der Berechtigung zum Vorsteuerabzug nur indirekt auf den kommunalen Haushalt aus.

Mögliche Fördermittel in Höhe von 50 Prozent der Anschaffungskosten sowie die voraussichtlichen Unterhaltungskosten der ersten fünf Jahr wurden beantragt. Sobald der Förderbescheid vorliegt, so Bürgermeister Benjamin Finis, werden die Trinkwasserbrunnen bestellt und in 2025 installiert.

In der kalten Jahreszeit werden die Brunnen abgebaut und bei Temperaturen über Null Grad wieder aufgebaut.

Standorte: Schlossplatz und Freizeitgelände

Hauptamtsleiter Torsten Melzer informierte das Gremium über die ungefähren Standorte, die aufgrund der dort bereits vorhandenen Leitungen feststehen. Ein Trinkwasserbrunnen soll auf dem Schlossplatz, recht nah beim Tiefgaragenabgang, seinen Standort erhalten. Der zweite Trinkwasserspender soll auf dem Freizeitgelände, nahe am Technikraum, aufgestellt werden.

Strom ist an den beiden Standorten vorhanden. Eine Solarvariante als Trinkwasserspender sei aufgrund der Erfahrungen anderer Gemeinden nicht empfehlenswert. Der Gemeinderat sprach sich einstimmig für die Anschaffung von zwei Trinkwasserbrunnen bei der Firma Plasson, nach Eingang eines positiven Förderbescheides, aus.