Der Wasserstand an den Flüssen und Seen im Landkreis ist gering – wer jetzt Wasser zur Bewässerung entnimmt, riskiert ein Bußgeld. Foto: © Astrid Gast – stock.adobe.com

Die Hitze dauert an, Niederschläge bleiben aus. In der Folge verbietet das Landratsamt jetzt die Wasserentnahme zur Bewässerung.

Schwarzwald-Baar-Kreis - Ab Samstag, 23. Juli, ist es im gesamten Schwarzwald-Baar-Kreis verboten, Wasser zur Beregnung und Bewässerung aus Oberflächengewässern zu entnehmen.

Pegelstände im Landkreis äußerst gering

Da die Wetterprognose für mindestens weitere zwei Wochen hohe Temperaturen und weiterhin keinen nennenswerten Niederschlag erwarten lässt, sieht sich das Landratsamt dazu veranlasst, per Allgemeinverfügung jegliche Wasserentnahmen zur Beregnung und Bewässerung aus oberirdischen Gewässern zu untersagen. Die anhaltende Trockenheit und die aktuell hohen Temperaturen haben in den Fließgewässern im Schwarzwald-Baar-Kreis zu markanten Niedrigwasserabflüssen geführt. An sämtlichen Pegeln des Landkreises befinden sich die Wasserstände unterhalb des Niveaus bei einem Mittleren Niedrigwasserabfluss (Mittelwert der niedrigsten jährlichen Abflüsse) – ersichtlich wird dies auch an der Pegelkarte der Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg.

Trockenheit dauert an

Für die nächsten Tage und Wochen wird nach wie vor insgesamt sehr warmes und trockenes Wetter erwartet. Die anhaltende Hitze und die fehlenden Niederschläge verursachen in den Fließgewässern erhöhte Wassertemperaturen und niedrige Sauerstoffwerte. Die Folge ist beispielsweise, dass sich Algen bilden und vor allem Fische und alle anderen Klein- und Kleinstlebewesen in den Gewässern gefährdet sind. Fehlt den Gewässern Sauerstoff, kann dies sogar ein Fischsterben auslösen, wie es teilweise in Gewässern des Bundesgebietes bereits der Fall ist.

Erfreulicherweise wurden dem Landratsamt bisher noch keine toten Fische oder sonstige Schäden der Gewässerbiologie im Kreisgebiet gemeldet. Bei den derzeitigen Niedrigwasserverhältnissen können aber verstärkte Wasserentnahmen aus oberirdischen Gewässern die durch die Hitze ohnehin schon stark beanspruchten Gewässerlebensräume zusätzlich beeinflussen. Um dies zu verhindern hat das Landratsamt beschlossen, den nach den Wassergesetzen eingeräumten Gemeingebrauch zu beschränken.

Empfindliches Bußgeld droht

Durch eine Allgemeinverfügung sind nun die bislang genehmigungsfreie Wasserentnahme aus oberirdischen Gewässern für die Beregnung und Bewässerung von Gärten oder auch für die Land- und Forstwirtschaft verboten. Das Verbot gilt bis Ende August und richtet sich an alle Kreisbewohner. Somit auch an die Inhaber von etwaigen, behördlichen Genehmigungen für Wasserentnahmen zu diesen Zwecken. Wer in dieser, für viele Fische und sonstige Wasserlebewesen kritischen Situation das Verbot ignoriert, riskiert ein empfindliches Bußgeld.