Die Zahl der Hitzetage nimmt zu. Das Gesundheitsamt im Schwarzwald-Baar-Kreis informiert, wie man sich und andere effektiv vor Hitze und starker UV-Strahlung schützen kann.
Wenn die Temperaturen steigen und die Sonne scheint, wird der Alltag für viele Menschen zur gesundheitlichen Belastung. Besonders Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen sind davon betroffen. Sie reagieren deutlich empfindlicher auf Hitze und starke UV-Strahlung. Säuglinge und Kleinkinder können ihre Körpertemperatur noch nicht selbst regulieren. Außerdem können sie nicht äußern, wenn ihnen zu heiß ist. „Dafür brauchen die Kleinen uns“, wird Hatem Saleh vom Gesundheitsamt des Landratsamtes Schwarzwald-Baar-Kreis in einer Mitteilung zitiert.
Während Erwachsene bei Hitze instinktiv reagieren, fehlt kleinen Kindern dieses Bewusstsein. „Erwachsene können mögliche Überhitzungs-Warnzeichen von Kindern frühzeitig erkennen. Dies können zum Beispiel Fieber, Hitzepickel, heiße, rote Haut, die nicht schwitzt, Kopfschmerzen, Unruhe, Unkonzentriertheit oder Erschöpfung sein. So ist es auch an den Erwachsenen, bereits im Vorfeld einige Vorkehrungen zum Hitzeschutz zu treffen“, erklärt Hatem Saleh.
Gefahr durch Überhitzung
Damit es gar nicht so weit kommt, empfiehlt das Gesundheitsamt: Kleinkinder sollten an heißen Tagen doppelt bis dreifach so viel trinken wie sonst. Kleinkinder sollten dabei vermehrt auch zum Trinken animiert beziehungsweise Getränke ihnen angeboten werden, lautet die Empfehlung.
Babys, die gestillt werden, sollten häufiger angelegt werden. Stillende Mütter sollten selbst besonders auf ihre Flüssigkeitszufuhr achten. Direkte Sonnenstrahlung und Sonnencreme sollten im ersten Lebensjahr möglichst vermieden werden, daher sind leichte lange UV-Kleidung und der Aufenthalt im Schatten unverzichtbar.
Bei Kleinkindern empfiehlt das Gesundheitsamt, die direkte Sonnenstrahlung auf maximal zehn Minuten zu begrenzen. Wichtig ist ein geeigneter Sonnenschutz. „Die Sonnencreme muss mindestens einen Lichtschutzfaktor von 30 haben“, teilt das Gesundheitsamt mit. Helle, luftige Kleidung sowie Kopfbedeckungen mit Schirm und Nackenschutz bieten zusätzlichen Schutz. Bei Anzeichen wie starkem Unwohlsein, heißer, trockener Haut oder Erbrechen ohne erkennbare Ursache sollte umgehend ärztliche Hilfe geholt oder der Notruf 112 gewählt werden.
Auf Warnzeichen achten
Ältere Menschen sind bei Hitze ebenso gefährdet. Das Gesundheitsamt weist darauf hin, dass hohe Temperaturen den Körper enorm belasten. Viele ältere Menschen haben Vorerkrankungen oder nehmen Medikamente, die die Kreislaufregulation und den Wasserhaushalt beeinflussen. Zudem können viele Senioren nicht ausreichend trinken.
Das Gesundheitsamt rät: Extreme Hitze möglichst vermeiden, Aktivitäten in die Morgen- oder Abendstunden verlegen, Anstrengung vermeiden und sich eher in kühlen Räumen aufhalten. Auch lauwarmes Duschen oder das Kühlen der Haut mit feuchten Tüchern kann entlasten. Regelmäßig über den Tag verteilt trinken ist das A und O, empfiehlt das Gesundheitsamt. Wichtig sei es zudem, auf eine ausreichende Mineralstoffzufuhr zu achten, um das Schwitzen auszugleichen.
Appell des Gesundheitsamts
Hilfe
Angehörige, Nachbarn und Bekannte sollten auf ältere, alleinstehende Personen, kleine Kinder, Pflegebedürftige, Schwangere sowie chronisch Kranke achten. Auch Obdachlose, Menschen, die im Freien arbeiten oder Sport treiben, benötigen besondere Aufmerksamkeit. Bei Anzeichen eines Hitzeschadens sollte man nicht zögern: Die betroffene Person an einen schattigen, kühlen Ort bringen, Wasser anbieten und im Ernstfall den Notruf 112 wählen. Gemeinsam lassen sich die Risiken der zunehmenden Hitzetage besser bewältigen.