Trockenheit setzt auch in Donaueschingen dem Fluss-Ökosystem zu, die Lebensräume werden knapper. Wie viel Regen es bräuchte und was Hoffnung gibt.
Wer Ausflüge an den See oder ein Wochenende auf den Wanderstrecken im Schwarzwald-Baar-Kreis eingeplant hat, den dürfte die Wettervorhersage für die ersten Juni-Wochen wohl eher enttäuschen.
Der strahlende Sonnenschein, mit dem sich der Mai verabschiedet hat, dürfte auf absehbare Zeit der einen oder anderen Regenwolke weichen müssen. So schön das Wetter rund um Pfingsten zum Beispiel für Schwimmbad-Gänger war, so anstrengend waren nicht nur die ersten richtig heißen Tage des Jahres, sondern die vergangenen Monate für die Natur, denn es war trocken im Südwesten Deutschlands.
Zu trocken, sagt Jürgen Schmidt, Diplom-Meteorologe beim Wetterkontor. Mit Ausnahme des Februars mangelte es in jedem Monat bisher deutlich an Regen.
Zu wenig Regen
Besonders heftig zeigte sich laut des Experten der April, der mit 18,6 Liter pro Quadratmeter nur 35 Prozent der mittleren Niederschlagssumme für den Monat brachte. Die Auswirkungen davon zeigen sich in Donaueschingen unter anderem beim Pegelstand der Brigach. Zum Monatsbeginn im Juni liegt der Wasserstand laut der Messstation des Niedrigwasser-Informationszentrums Baden-Württemberg bei 34 Zentimetern und damit an der Grenze zu einem mittleren Niedrigwasser.
In der Brigach würde dies ab einem Pegelstand von 33 Zentimetern gelten, sagt Heike Spannagel, Pressesprecherin des Regierungspräsidiums Freiburg (RP), das für die Überwachung des Flusses zuständig ist.
Enger zusammenrücken
Aber auch schon an der Grenze können die Folgen für die Natur ernst sein. „Der Lebensraum für die Tiere im Gewässer wird bei Niedrigwasser immer kleiner, sodass die Tiere enger zusammenrücken müssen“, so Spannagel.
Weniger Wasser wird zudem schneller heiß, es kann zu starken Schwankungen des Sauerstoffgehalts kommen. Auch die Pflanzenwelt im Wasser und am Ufer wird so strapaziert. Bislang beobachtet das Regierungspräsidium in dieser Hinsicht in Donaueschingen jedoch keine schlimmeren Folgen des niedrigen Wasserstands. „Die Pflanzen an der Brigach welken aktuell noch nicht.“
Etwas Hoffnung könnte der eine oder andere Regenschauer in den kommenden Tagen machen. „Zur nachhaltigen Erholung der Böden und Flüsse wären Niederschläge über eine ganze Woche hinweg hilfreich“, sagt Heike Spannagel weiter. Die Tendenz des Niedrigwasser-Informationszentrums sieht bis Mitte des laufenden Monats zumindest zeitweise die Chance, dass der Pegel der Brigach wieder auf 40 Zentimeter ansteigen könnte.