Der Ergenzinger Dave Nzally (links) erzielte in den beiden Duellen mit der Spvgg Freudenstadt vier Treffer. Foto: Andreas Reutter

Freudenstadt und Ergenzingen haben einen Rekord in der Landesliga 3 aufgestellt. Vor mehr als 20 Jahren war der TuS schon einmal an einem ähnlich torreichen Duell beteiligt.

Bis zur Saison 2004/05 lassen sich in der Online-Datenbank „fussball.de“ sämtliche Ergebnisse der Landesliga 3 zurückverfolgen. In den 21 Spielzeiten bis zu vergangenen Saison, 2024/25, kam es 15-mal vor, dass bei einem Duell zweier Mannschaften in Hin- und Rückspiel zusammen mindestens 15 Tore fielen. Spitzenwert waren die 18 Treffer zwischen dem VfB Bösingen und dem VfL Mühlheim (7:3 und 7:1) in der Spielzeit 2021/22. Die 20er-Marke wurde nie geknackt – bis zum vergangenen Wochenende.

 

Erst 1:8, dann 6:5

Als sich die SpVgg Freudenstadt also mit einem 6:5-Sieg für die 1:8-Klatsche aus dem Hinspiel in Ergenzingen revanchierte, hatte dieses Spektakel historische Ausmaße. 20 Tore in zwei Spielen – das gab es noch nie, zumindest nicht in den letzten 20 Jahren. Kurioserweise war der TuS schon einmal an einem solchen Torfestival beteiligt. Am 25. September 2004 geriet der Aufsteiger in Sindelfingen mit 0:8 unter die Räder. Im Rückspiel am 3. April 2005, also fast auf den Tag genau vor 21 Jahren, gelang mit einem 4:3-Heimsieg gegen den VfL die entsprechende Rache. Es war eine aufregende Zeit für eine junge Ergenzinger Mannschaft.

Heiko Kieferle war damals Kapitän des TuS. Das heutige Vorstandsmitglied erinnert sich noch gut an die Euphorie, die nach dem Landesliga-Aufstieg rund um den Verein herrschte. An die Einzelheiten der beiden Partien gegen Sindelfingen erinnert er sich allerdings nicht mehr. „Ich bin jetzt 48 Jahre alt, damals war ich 23“, meint er lachend und ergänzt: „Vielleicht habe ich das 0:8 auch einfach verdrängt.“ An die Umstände der Saison und die ehemaligen Weggefährten hingegen hat Kieferle viele – überwiegend gute – Erinnerungen.

Sven Sökler und Co. sorgten für Spektakel

„Wir waren in der Saison davor sehr dominant aufgestiegen und haben dann einige Spieler aus der Jugend dazubekommen. Das war schon eine richtig geile Mannschaft!“ Unter anderem mit dabei: Sven Sökler, der nach jener Saison zu den Stuttgarter Kickers wechselte und in seiner langen Karriere unter anderem Drittligameister mit dem 1. FC Heidenheim wurde.

Auch abgesehen von der spektakulären Revanche gegen Sindelfingen präsentierte sich der TuS damals gut in der Landesliga. „Wir haben eine ziemlich gute Rolle gespielt, auch wenn wir Aufsteiger waren“, erinnert sich der damalige Kapitän. „Und obwohl wir so viele junge Hüpfer hatten“, ergänzt er lachend. „Ich war ja mit 23 Jahren noch einer der erfahrensten.“ Nach 30 Spieltagen landete der TuS damals mit 44 Punkten auf Rang 10. Das Torverhältnis von 63:61 bestätigt die Erinnerung von Heiko Kieferle: „Es war immer Spektakel angesagt!“