Renate Junghans (links) im Gespräch mit Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr. Foto: Fritsche

Die neue Sonderausstellung im Terrassenbau Museum zur Geschichte der Armbanduhren aus Schramberg dokumentiert ein wichtiges Kapitel der Junghans-Firmengeschichte.

Hannes Steim, Geschäftsführender Gesellschafter der Uhrenfabrik Junghans, eröffnete die neue Sonderausstellung „Junghans Armbanduhren – Meilensteine der Uhrengeschichte“ im Junghans Terrassenbau Museum.

 

In der Werkskantine der Uhrenfabrik begrüßte er unter den rund 100 Gästen die Junghans-Nachfahren Renate und Niko Junghans, die Schramberger Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr, Juweliere und Uhrenliebhaber aus Deutschland und dem Ausland, aktive und ehemalige Junghans-Mitarbeiter sowie Chantal und Jakob Bill, Sohn des Designers Max Bill. Gekommen zur Eröffnung waren zudem Vertreter der Uhrenmuseen in Furtwangen, Schwenningen und Schramberg. Auch Hans-Jochem Steim, Miteigentümer der Uhrenfabrik Junghans und Vater von Hannes Steim, nahm an der Eröffnung und dem späteren Rundgang teil.

Gang durch die Epochen

Die von Junghans-Archivar Norbert Grünberger zusammengestellte Ausstellung will die Entwicklung der Armbanduhr bei Junghans – von frühen mechanischen Chronometern bis hin zu modernen Funk- und Solarmodellen dokumentieren. „Wir zeigen, was Junghans in der Geschichte der Armbanduhr gemacht hat, wie die Anpassung der großen Uhren auf die kleinen erfolgte“, erklärte Steim beim Rundgang mit seinen Gästen durch die Ausstellung. In deren stilvoll gestalteten Räumen, in denen früher Junghans-Armbanduhren gebaut wurden, sind rund 370 Exponate aus verschiedenen Epochen zu sehen, mit spannenden Erläuterungen zu ihrer Entwicklung, ihren technischen Eigenschaften und ihrer Akzeptanz auf dem Uhrenmarkt.

Junghans als Vorreiter

Darunter befinden sich technische Innovationen wie die „NOBRK“ von 1927, die erste Junghans-Armbanduhr, die als„Nicht-Brechbare“ auf den US-Markt zielte, mechanische Schaltrad- Chronographen von 1949, die erste elektronische Uhr von 1967, die erste von Solarenergie gespeiste Armbanduhr aus dem Jahr 1987 oder die erste Funkarmbanduhr von 1990. „Wir haben vieles von dem erfunden, was heute Standard der Branche ist“, stellte Steim fest. Junghans-Uhren hätten sich immer durch besondere Technik und besonderes Design ausgezeichnet. Deshalb würden auch Prototypen, Vorserienmodelle, historische „Meister Uhren“ und die vom Bauhaus beeinflussten Designklassiker der „Linie max bill“ gezeigt.

Uhren mit ideellem Wert

Am Ende des Rundgangs wurde es „persönlich“. Hans-Jochem und Hannes Steim zeigten in Vitrinen Junghans-Uhren, die sie an wichtigen Lebensstationen geschenkt bekommen oder erworben haben.

Auch Papst Benedikt ist auf einem Bild ist zu sehen. Der damalige Bundestagsabgeordnete und Fraktionsführer Volker Kauder habe diesem bei einer Audienz eine Junghans-Uhr geschenkt, erzählte Steim. Der Papst habe das Geschenk entgegengenommen, aber erklärt, er werde die Uhr nicht tragen. Er trage nämlich schon seit den 1970er-Jahren eine Junghans-Uhr, die ihm eine enge Verwandte vermacht habe.

Eine weitere Vitrine erinnert an den Sammler Dietmar Fuchs. Dessen große Junghans-Sammlung sei mit ein Anlass für die aktuelle Ausstellung gewesen, erläuterte Steim. Fuchs habe bei Junghans gelernt und auch einige Zeit gearbeitet. Sein Sohn Frank erzählt dazu: „Mein Vater hat alles gesammelt, worauf Junghans stand.“ Und Steim ergänzte, dass dessen gesamte Dachgeschoss voll mit Junghans-Material gewesen sei und viele Lücken der Ausstellung dadurch gefüllt werden konnten.

Nach dem Rundgang fanden sich alle Gäste wieder zum Austausch in der Junghans-Kantine zusammen, wo sie von Alexander Pflugbeil und seinem Team vom Fischer Catering bewirtet wurden.