Sind zufrieden mit dem Baufortschritt: Die Bauherren Stefan Walter (links) und Michael Löffler von der Hechinger IT-Firma „meaPuna“. Foto: Benjamin Roth

Die grundlegende Sanierung der historischen Orangerie im nördlichen Teil des Fürstengartens biegt auf die Zielgerade ein. Derzeit liegt der Fokus auf dem Innenausbau. Unsere Redaktion hat sich auf der Baustelle umgesehen.

Wer den Baufortschritt der Orangerie in den vergangenen Monaten beobachtet hat, erkennt, dass sich das baufällige historische Gebäude in eine moderne Firmenheimat für das Hechinger IT-Unternehmen „meaPuna“ gewandelt hat. Große Fenster sind an der langgezogenen Fassade inzwischen eingebaut, die Gebäudehülle ist weitestgehend geschlossen.

 

„Wir sind zuversichtlich und auf einem guten Weg“, zeigt sich Stefan Walter, Geschäftsführer von „meaPuna“, zufrieden. Vor Weihnachten sei der Estrich verlegt worden. Dieser habe über die Feiertage trocknen können. „So haben wir die freien Tage der Handwerker gut genutzt und konnten im neuen Jahr direkt weitermachen“, erläutert Walter weiter.

Fachwerk bleibt teils erhalten Foto: Roth

Läuft alles nach Plan, soll die Orangerie Anfang März, sprich nach der Fasnet, bezogen werden. Bis dahin gibt es vor allem im Innenausbau noch einiges zu tun. So fehlt zwischen Erd- und Obergeschoss noch die Akustikdecke; die Wände müssen noch verputzt und der Bodenbelag aufgebracht werden. Auch Türen sind noch keine vorhanden. Und schließlich müssen auch noch die Möbel aufgebaut werden.

Keine Abhängigkeit vom Wetter mehr

Reinregnen oder -schneien kann es nicht mehr. „Wir sind bezüglich des Baufortschritts nicht mehr vom Wetter abhängig“, betont Michael Löffler diesen wichtigen Faktor. Dennoch: Auch im Außenbereich stehen in den nächsten Wochen Restarbeiten an. Teils fehlt noch die finale Dämmung, teils noch historische Elemente wie der Steinsockel an der Südseite des Gebäudes.

Dass die Orangerie Baujahr 1837, ist auch nach dem Umbau durch viele Details zu erkennen. Das Fachwerk im Inneren bleibt an bestimmten Stellen erhalten, dazu sind frühere Dachbalken aus Holz aufbereitet und wieder verbaut worden. Wer die Holzkonstruktionen im Inneren des Gebäudes anschaut, dem fällt sofort auf, wo neues Holz und wo altes zum Einsatz kommt – an einige Stellen auch kombiniert. Diese historischen Elemente seien dem Denkmalamt als Voraussetzung für den Umbau wichtig gewesen, berichten Walter und Löffler.

Die Glasfront ist ein Erkennungsmerkmal der Orangerie Foto: Roth

Kurios: Weil das Gebäude denkmalgeschützt ist, dürfen in den Wänden beispielsweise auch keine Steckdosen angebracht werden. Das bedeutet, dass alle Strom-, Wärme- und Wasserleitungen im Boden verlegt sind. Die Technikzentrale befindet sich indes im Untergeschoss des Neubaus, der an die ursprüngliche Orangerie an der Nordseite angebaut wurde. Dort findet man derzeit noch einen „Kabelsalat“ vor, der aber bald geordnet wird.

Photovoltaikanlage sieht man quasi nicht

Ein Merkmal, das heraussticht, ist auch das Blechfaltdach. In diesem ist die Photovoltaikanlage integriert und so quasi nicht sichtbar. Die Orangerie wird mit Geothermie beheizt.

Mit der Sanierung der Orangerie hat „meaPuna“ eine neue Firmenheimat für das wachsende IT-Unternehmen geschaffen. „Wir haben hier ungefähr vier Mal so viel Platz wie an unserem bisherigen Standort im Nasswasen“, macht Walter deutlich. Dort sei die IT-Firma, die inzwischen 24 Mitarbeiter beschäftigt, zum Jahreswechsel bereits ausgezogen. Übergangsweise arbeiten alle Mitarbeiter im Homeoffice.

Neben dem Unternehmen „meaPuna“, das im Obergeschoss seine Firmenräume haben wird, sind im Erdgeschoss ein Veranstaltungsraum für rund 40 bis 45 Personen zum Mieten sowie vier Co-Working-Arbeitsplätze und ein Büro für den Verein „Medical Valley Hechingen“ vorgesehen. Im Neubau gibt es eine Küche, Toiletten und die Technikräume.

Mit den kalkulierten Kosten kommen die Bauherren hin

Neben dem schnellen Baufortschritt stimmt auch der finanzielle Teil: „Mit den kalkulierten Kosten kommen wir hin“, sagt Walter. Stolz blicken er und Löffler daher auf die vergangenen elf Monate zurück: Erst im Februar 2024 habe man mit den Probebohrungen für die Geothermie begonnen. Nun steht die Außensanierung bereits kurz vor dem Abschluss. In zwei bis drei Wochen soll auch das Gerüst weichen.