Geschichte: Historischer Verein hat ein bewegtes Jahr mit vielen Aufgaben hinter sich

Schiltach/Schenkenzell. Zu gerne hätte der Historische Verein seine Mitglieder unter der Friedenslinde im Stadtgarten begrüßt – die Wetterkapriolen zwangen die Verantwortlichen jedoch, die Hauptversammlung unter das Dach der evangelischen Stadtkirche zu verlegen.

Der Vorsitzende Markus Armbruster konnte 24 Mitglieder und zwei Gäste willkommen heißen, zwei verstorbenen Mitgliedern wurde ehrend gedacht.

Mehrere Mitglieder des Vorstands berichteten über die Herausforderungen des Pandemiejahrs und besondere Aktivitäten. Helmut Horn erinnerte an die sich ändernden Zusammenkünfte.

Marcus Löffler, verantwortlich für Kasse und Mitgliederbetreuung, berichtete von einem ausgeglichenen Kassenjahr. Die Mitgliederzahl sei konstant. Zudem gab er bekannt, dass das Jahrbuch "Die Ortenau" ab 2022 als Druckausgabe oder E-Book bezogen werden könne.

Vorsitzender tritt kürzer

Schriftführer Reinhard Mahn informierte über die geplanten Veranstaltungen im Herbst, wonach Karl Kimmich am 24. September zum Thema "Geschichtssplitter über Schiltach und Schenkenzell aus der Zimmerischen Chronik" und am 24. November Pfarrer Hans-Michael Uhl über die Entstehung der Evangelischen Landeskirche in Baden vor 200 Jahren referieren werden.

Drei verdiente Mitglieder des Vorstands kandidierten nicht mehr für eine neue Amtsperiode. Hans Harter und Klaus-Ulrich Neeb waren seit Gründung des Initiativkreises im Jahr 2007 dabei, Willy Schoch seit 2011. Der Vorsitzende Markus Armbruster verwies darauf, dass es unmöglich sei, die Verdienste der drei umfassend zu würdigen und beschränkte sich jeweils auf einen Satz.

Für Schoch seien die Integration von Schenkenzell in den Verein und seine Forschungen zu seiner Heimatgemeinde charakteristisch und Neeb zeichne sein gestalterisches Können und sein Engagement bei Ausstellungen aus. Unermüdliche Forschungen sowie fundierte Beiträge zur Geschichte von Schiltach und des oberen Kinzigtales seien kennzeichnend für Hans Harter.

Vor den Wahlen erklärte der Vorsitzende, dass er aus persönlichen Gründen kürzer treten und mehr Aufgaben delegieren müsse. Der Verein sei in den vergangenen Jahren unter Volldampf gefahren. Hier könne er sich vorstellen, etwas Tempo rauszunehmen. Falko Vogler dankte Armbruster für seinen Einsatz und die in den vergangenen drei Jahren geleistete Arbeit.

Bürgermeister Bernd Heinzelmann führte durch die Wahlen. Vorsitzender bleibt Markus Armbruster, Stellverterter Werner Sum. Zudem wurden in den Vorstand gewählt: Michael Buzzi, Helmut Horn, Marcus Löffler (Kassier), Reinhard Mahn (Schriftführer), Andreas Morgenstern (neu), Frank Sum (neu), Falko Vogler und Klaus Wolber.

In Grußworten dankten Heinzelmann, sowie die Ortsvorsteher Maier (Kaltbrunn) und Kipp (Lehengericht) dem Verein für sein Engagement. Den Abschluss bildete der Kurzvortrag "Die Schiltacher Friedenslinde von 1871" von Hans Harter. Er führte in das Thema ein betrachtete die Stimmung während des deutsch-französischen Krieges, den Sieg, den Dank, dass in unseren Orten keine Opfer zu beklagen waren, die damit einhergehende Freude und Friedenssehnsucht, die sich in vielen Orten schließlich in der Pflanzung von Lindenbäumen ausdrückte

Michael Buzzi informierte über die Sanierung des "Pulverhäusles" in Schiltach, dessen Mauerwerk neu ausgefugt und mit schmuckem Sandsteindach versehen wurde. Zudem konnte der ursprüngliche Sandsteinboden freigelegt werden. Eine Sitzbank mit Widmung lädt nun zum Verweilen ein.

Mitgliederzahl stabil

Klaus Wolber informierte über die Maßnahmen zum Erhalt des in Privatbesitz befindlichen Transformatorenhauses auf dem Hinterholz in Lehengericht, bei dem es sich um ein eingetragenes Kulturdenkmal handle, das 2022 hundert Jahre alt werde. Der Verein habe die notwendigen Kontakte vermittelt und werde die Maßnahmen begleiten.

Ehrenmitglied Hans Harter erläuterte die Beschlussfassung des Historischen Vereins zur Gestaltung des Gedenkareals auf dem Schrofen und der Einbeziehung des sogenannten "Polensteins", der seit seiner Versetzung vor 30 Jahren lediglich einen provisorischen Standort hat. Der dreisprachige Gedenkstein stehe für ein typisches rassepolitisches Verbrechen der NS-Zeit. Da der Volkstrauertag in den vergangenen Jahrzehnten eine Wendung weg von der Soldatenehrung hin zum Gedenken an alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft genommen habe, würde die Integration des Denkmals für den ermordeten Zwangsarbeiter Bernard Podziski diesen zurück in den Kreis aller Opfer holen.

Markus Armbruster befasste sich mit der Stellungnahme des Vereins zum geplanten Baugebiet "Hinter dem Schloss". Die ursprüngliche Planung wäre dem Gedenkareal bedrohlich und unangemessen nahegekommen. Die nun zur Bebauung vorgesehene verkleinerte Fläche habe in der jetzigen Form keine unmittelbaren Auswirkungen mehr auf die Gedenkstätte.

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