Die historischen Narros bieten ein tolles Bild beim Historischen Umzug in der Villinger Innenstadt. Foto: Rainer Bombardi

Die Zeiger der Uhr waren auf Viertel vor Neun, als sich der Historische Umzug der Narrozunft Villingen in Bewegung setzte.

Entlang der Umzugsstrecke waren zu diesem Zeitpunkt bereits Hunderte von närrischen Zuschauern, die sich frühmorgens den Umzug der Katzenmusik Miau nicht entgehen ließen.

 

Den Umzug der Historischen Narrozunft führte Dirigent Andreas Hirt mit seiner Jugendkapelle der Stadt- und Bürgerwehrmusik an.

Unterdessen strömten immer mehr Gäste an die Umzugsstrecke. Und schon bald war ein Durchkommen nur noch schwerlich möglich. Es folgte eine erste Abordnung der Narros. Junge Stachi und Nachwuchs-Altvillingerinnen folgten in Begleitung ihrer Eltern. Die eloquenten Damen erwiesen sich als reichlich freigiebig, während sich die Stachi gerne mehrmals um einen Malzer bitten ließen.

Allmählich nahm der Umzug an Fahrt auf. Das prächtige Aussehen und würdevolle Auftreten der Zunft machte die Historie in der historischen Innenstadt wieder lebendig. Lediglich die verschiedenen Verkleidungen und Häser des Publikums am Straßenrand erinnerte an die Gegenwart.

Freche Butzesel

Bestens aufgelegt waren die Umzugsteilnehmer, welche mit ihrer Laune die närrischen Gäste ansteckten. Nachdem Hunderte von Altvillingerinnen mit und ohne Schesenwägen in ihren stolz wirkenden Trachten den Umzug passiert hatten, war in der Ferne das Knallen von Peitschen zu hören. Diese kündigen unmissverständlich an, dass der erste Butzesel nicht mehr weit ist. Das Tier war sich zu jedem Zeitpunkt seines Stellenwerts bewusst, eines der ältesten Tiere der schwäbisch-alemannischen Fastnacht zu sein. Es waren mehrere Butzesel zu sehen, von denen einer frecher als der andere war.

Die Bürgerwehr mit ihren Hellebarden nahm ebenso am Umzug teil wie die Stadt- und Bürgerwehrmusik. Auch die Kavallerie war mit vier Reitern und ihren Pferden unterwegs. Die traditionellen Themenwagen wie der Ei-Wagen oder der Schlüsselwagen bereicherten ebenso wie die Kutschen das Gesamtbild. Es hat Tradition, dass auch die Musikvereine aus Mönchweiler und Kappel den Umzug musikalisch bereicherten.

Wie immer gefielen die Stachi durch das Aussehen ihrer Schemen, die sich von grimmig-dreinblickend bis spöttisch- fröhlich erstreckten. Die Narro-Maschgere hingegen unterschieden sich in Details.

Regenbogen zum Finale

Der morgendliche Umzug war bereits fortgeschritten, als ein Wagen mit Romäus vor seinem Turm die Umzugsstrecke zurücklegte. Mit zunehmender Dauer hellte sich der Tag über dem Morgenumzug auf und Regenbögen schmückten passend zum Geschehen in der Stadt den Himmel.

Den Abschluss des Historischen Umzugs bildeten die Wuescht, die mit stets gehobener Maske den Gegenpart zu den Narros bildeten. Nach einer längeren Pause ging es für einen Moment in die Neuzeit zurück.

Die farbenprächtigen und stets gut gelaunten Südstadt-Cowns und ihre Clown-Musik achteten darauf, dass die gute Laune des Publikums nicht abriss.