In Neu-Nuifra löst der Ortschaftsrat den bisherigen Bezirksbeirat ab – und Thomas Theurer wird vom Bezirksbeiratsvorsitzenden zum Ortsvorsteher.
Von einer historischen Sitzung könne man in Neu-Nuifra sprechen, sagte Bürgermeister Dieter Bischoff in der konstituierenden Sitzung des Ortschaftsrats. 50 Jahre nach der Gebietsreform in Baden-Württemberg wurde für den kleinen Teilort von Pfalzgrafenweiler die Bezirksverfassung ad acta gelegt, nun gilt die Ortschaftsverfassung.
Den Weg dorthin hatte der Gemeinderat geebnet. Der Antrag kam aus den Reihen der Ratsmitglieder, unterstützt vom „Ortsbüttel“ bei der 300-Jahr-Feier in Neu-Nuifra im vergangenen Sommer. Mehrheitlich beschloss der Gemeinderat die Einführung der Ortschaftsverfassung kurz vor Weihnachten. Die Hauptsatzung musste geändert werden, und die bisherigen Bezirksbeiräte werden verabschiedet.
Mit diesen Erläuterungen eröffnete Bischoff als Sitzungsleiter die konstituierende Sitzung des neuen Ortschaftsrats im Dorfgemeinschaftshaus. Großes Interesse zeigte die Bevölkerung. Die zahlreichen Zuhörerplätze waren fast alle belegt. Nachdem es jedoch keine Bürgerfragen gab, folgte sogleich der einstimmige Beschluss darüber, dass bei keinem der Gewählten Hinderungsgründe für die Übernahme des Ehrenamts als Ortschaftsräte vorliegen.
Frauenanteil von 75 Prozent
Aus dem Bezirksbeirat schieden nach fünfjähriger Amtszeit Philipp Häffelin und Andreas Gekle aus. Bei seinem Rückblick auf wichtige Projekte in dieser bisweilen schwierigen Zeit, bedingt durch Corona, nannte Bischoff die Einweihung des Dorfgemeinschaftshauses, den dorfgerecht gelungenen Ausbau der Ortsstraße und – als Höhepunkt der Aktivitäten des Bezirksbeirats – die 300-Jahr-Feier im „Äschenteich“. Er dankte Häffelin und Gekle für ihr ehrenamtliches Engagement mit einem guten Tropfen. Thomas Theurer überreichte Präsente vom Bezirksbeirat.
Die Einsetzung und Verpflichtung der neuen Ortschaftsräte besiegelte Bischoff nach Verlesen der Treueformel per Handschlag. Das Gremium mit dem enorm hohen Frauenanteil von 75 Prozent setzt sich zusammen aus Anja Gekle, Nadja Dingler und Duglore Katz sowie Thomas Theurer. Auf Vorschlag und in offener Abstimmung wurde Theurer einstimmig zum Ortsvorsteher gewählt. Erste Stellvertreterin ist Duglore Katz, zweite Anja Gekle, die beide ebenfalls einstimmig gewählt wurden.
Allen Ortschaftsratsmitgliedern händigte der Bürgermeister das Handbuch Kommunalpolitik aus. In Richtung der vielen Zuhörer gewandt erklärte Bischoff, dass der Ortsvorsteher erst in der Sitzung des Gemeinderats am 23. Juli bestätigt, also gewählt werden muss. So lange dauere es noch, bis der neue Ortschaftsrat unter seiner Leitung tagen kann. Anders als der bisherige Bezirksbeirat tagt der Ortschaftsrat öffentlich.