Jetzt ist alles rechtens: Die Bürgergarde hat ihre Langwaffen zurück (Symbolfoto) Foto: Grindstone Media Group – stock-adobe.com

Mehr als drei Monate fehlte der Historischen Bürgergarde ein wichtiges Utensil: Weil versäumt wurde, die waffenrechtliche Erlaubnis zu erneuern, hatte das Landratsamt die 20 Langwaffen einkassiert. Nun ist alles geregelt, die Waffen sind zurück.

„Eine Bürgergarde ohne Waffen ist wie ein Narr ohne Gschell“, sagte ein Vertreter der Historischen Bürgergarde Schömberg im Juli, nachdem die Waffenbehörde des Landratsamts die historischen Langwaffen eingezogen hatte.

 

Ende Oktober hat der Verein die 20 von Repetier-Langwaffen auf Einzellader-Langwaffen umgebaute Gewehre zurück. Somit steht einer Teilnahme am Volkstrauertag am 17. November am Gefallenen-Ehrenmal nichts mehr im Wege. Traditionell geben die Gardisten zwei Salutschüsse zu Ehren der gefallenen Soldaten ab. Ob es in diesem Jahr auch so sein wird, stand im Sommer noch nicht fest.

Keine waffenrechtliche Erlaubnis

Weil die Bürgergarde seit dem 1. Juni 2019 keine waffenrechtlich notwendige Erlaubnis mehr zum Führen von Schusswaffen sowie zum Schießen mit diesen Schusswaffen hatte, hat die untere Waffenbehörde die Gewehre in Verwahrung genommen, bis die Verhältnisse geklärt sind und die erforderlichen Erlaubnisse vorliegen.

Der Situation lag offenbar ein Versäumnis zugrunde: Der damalige, mittlerweile verstorbene Vorsitzende der Bürgergarde sei laut Landratsamt im Juli 2019 mit einem Schreiben darauf hingewiesen worden, dass die jeweils auf fünf Jahre befristete Erlaubnis abgelaufen sei. In diesem Schreiben sei er auch dazu aufgefordert worden, eine Verlängerung der Erlaubnis zu beantragen, wenn weiter beabsichtigt wäre, mit den Waffen an öffentlichen Veranstaltungen teilzunehmen. Außerdem sei darin festgehalten worden, dass mit seinem Ausscheiden als verantwortlicher Leiter der Bürgergarde die Ausnahmebewilligungen zum Besitz und zum Führen der Waffen erlöschen würde.

Lehrgänge absolviert

Um die Waffen zurückzubekommen, haben zwei Mitglieder nun an Lehrgängen teilgenommen, in denen sie im Umgang mit den Waffen unterwiesen wurden. Deren Namen können nun auf die Besitzkarten der Waffen eingetragen werden. Weil nun alles sauber geklärt ist, hat die Historische Bürgergarde ihre Waffen zurückerhalten, inklusive Erlaubnis.

In der Zeit, in der die Waffen beim Landratsamt verwahrt wurden, sagte die Historische Bürgergarde lediglich ihre Teilnahme ihre Teilnahme am Landestreffen der historischen Bürgergarden in Rottenburg teil ab.

Weitere öffentliche Auftritte seien ohnehin nicht geplant gewesen. Weil die Gewehre ebenso wie die Trommeln zur Uniform gehören, sagten die Gardisten ihr Kommen in Rottenburg ab, auch wenn sie dort eine rein repräsentative Funktion gehabt hätte.

Es werden nur Platzpatronen verwendet

Das Schießen ist lediglich zu besonderen Anlässen vorgesehen, etwa am „Herrgottstag“ – dem Fronleichnamsfest – und am Volkstrauertag. Dabei würden laut Bürgergarde ausschließlich Platzpatronen verwendet werden.

Im vergangenen Jahr fand die Gedenkfeier zum Volkstrauertag ohne die Historische Bürgergarde statt. Wegen eines damals noch ungeklärten Zerwürfnisses des Traditionsvereins mit dem Schömberger Bürgermeister Karl-Josef Sprenger, verzichteten sie auf einen Besuch des Volkstrauertags und legten am Folgetag einen Kranz nieder.

Doch weil die Sache geklärt ist, und zudem die Waffen wieder im Besitz der Historischen Bürgergarde sind, stehe einer Teilnahme nun nichts mehr im Wege.

Die Historische Bürgergarde

Neugründung
 Die Geschichte der Schömberger Bürgerwehr lässt sich bis ins Jahr 1537 zurückverfolgen. 1967 wurde die Historische Bürgergarde bei der 700-Jahrfeier der Stadt Schömberg wieder neu ins Leben gerufen.

Mitglieder
 Aktuell zählt der Verein 18 aktive Mitglieder 

Auftritte
 Die Bürgergarde hat in erster Linie einen repräsentativen Zweck. Wichtigster Termin im Kalender der Schömberger Bürgergarde ist der „Herrgottstag“ an Fronleichnam, der für die Gardisten mit der Tagwacht beginnt. Auch der Volkstrauertag mit Salutschüssen ist im Vereinskalender verankert.