Der Nachlass von Hermann Burte – hier in den 1930er-Jahren vor der Hebelbüste – soll an das Dreiländermuseum in Lörrach und das Kreisarchiv überführt werden. Foto: Kathryn Babeck

Die Gemeinde Maulburg wird das bestehende Hermann-Burte-Archiv im Rathaus auflösen.

Burtes Gemälde und Schriften sollen an das Dreiländermuseum in Lörrach und das Kreisarchiv überführt werden. Das beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.

 

Der Dichter und Maler Hermann Burte ist im Jahr 1879 in Maulburg geboren und Ehrenbürger des Dorfes. Burte, dessen Rolle im Nationalsozialismus umstritten ist, ließ sich vom Markgräflerland inspirieren und hielt es in seinem dichterischen Werk, in seinen Skizzen und Gemälden auf vielfältige Weise fest. Der gesamte Nachlass von Hermann Burte ist im Besitz der Gemeinde Maulburg und lagert im öffentlich zugänglichen Burte-Archiv im Untergeschoss des Rathauses.

Die Gemeinde sei aber personell und fachlich nicht in der Lage, Hermann Burtes Nachlass angemessen zu lagern und zu betreuen, schilderte Bürgermeisterin Jessica Lang die Situation. Um dieses „kulturelle Erbe“ dauerhaft zu sichern, empfehle die Verwaltung, es an zwei Fachstellen zu übergeben: Burtes schriftlichen Nachlass an das Kreisarchiv und seine Gemälde an das Dreiländermuseum in Lörrach.

Es sei „höchste Zeit“ für diesen Schritt, bekräftigte Gemeinderat Christof Schwald (Freie Wähler), der auch Vorsitzender des Maulburger Geschichts- und Kulturvereins ist. Bei Messungen habe sein Verein vor 15 Jahren im Rathausarchiv Feuchtigkeit festgestellt, berichtete er: Das hätten Burtes Gemälde und Schriften auf die Dauer nicht überlebt. Allen, die sich mit Burtes Rolle im Nationalsozialismus auseinander setzen wollen, empfahl Schwald das Buch „Gleichgeschaltet“ des Regionalhistorikers Hansjörg Noe.