Adalbert Scherzinger und Jürgen Scherzinger wollen damit an die alte Schmiede erinnern. Nach dem Bau der Jakobuskapelle ist das ihr zweites Großprojekt. Das ist aber noch längst nicht beendet.
Seit geraumer Zeit gibt es in Achdorf ein neues Bauwerk zu bestaunen. Im Uferweg dreht sich nach mehr als 60 Jahren wieder ein Wasserrad. Zu verdanken ist dies Adalbert und Jürgen Scherzinger. In Anlehnung an das Wasserrad der alten Schmiede hatten sie die Idee, ein neues Wasserrad an der alten Stelle zu bauen. Das alte Rad, welches die letzte Schmiede Achdorfs betrieb, sei wohl Ende der 50er oder Anfang der 60er Jahre abgerissen worden, so Bauherr Adalbert Scherzinger.
Der letzte Schmied im Tal
Dessen Vater, Karl Scherzinger, war der letzte Schmied im Achdorfer Tal und betrieb die alte Schmiede bis Anfang der 70er Jahre, erinnert sich Adalbert Scherzinger. Als Jürgen Scherzinger ein Bild von der alten Schmiede im Uferweg gefunden hatte, ging er damit sogleich zu seinem Freund Adalbert. Aus diesem Bild heraus entstand sodann die Idee, die alte Schmiede abzureißen und an alter Stelle mit neuem Wasserrad wieder aufzurichten.
Weitere Attraktion
Sogleich machten sich die beiden Herren auf eine Wasserrad-Rundfahrt durch den Schwarzwald, um zu schauen, in welcher Form sie das Wasserrad erbauen könnten.
Mit diesem Projekt wollen die beiden zudem für eine weitere touristische Attraktion im Achdorfer Tal sorgen. Nach dem Bau der Jakobuskapelle zusammen mit den Familien Hamburger, Welte und Parschau ist dies bereits das zweite Großprojekt von Adalbert Scherzinger und Jürgen Scherzinger. In über 250 Arbeitsstunden baute der gelernte Zimmermann Jürgen Scherzinger das neue Wasserrad während Adalbert Scherzinger sich um den Abbruch der alten Schmiede und das Fundament für das neue Gebäude kümmerte.
Das aus Douglasienholz erbaute oberschlächtige Wasserrad mit 24 Schaufeln, welches einen Durchmesser von 3,5 Meter hat und ein Gesamtgewicht von zirka einer Tonne auf die Waage bringt, wird mit Strom angetrieben. Der ursprüngliche Plan, das Wasserrad direkt am Mühlenbach zu erbauen und das Wasser des Mühlenbaches als Antrieb zu verwenden, musste aus rechtlichen Gründen verworfen werden, berichtet Adalbert Scherzinger.
Später mit Sonnenenergie
Durch den Stromantrieb könne das Wasserrad allerdings nun auch unabhängig des Wasserpegels betrieben werden. Der benötigte Strom solle später einmal mithilfe von Sonnenenergie erzeugt werden, so Scherzinger.
Der nächste Bauabschnitt, welcher in den nächsten zwei Jahren erfolgen soll, umfasst die Errichtung des an die alte Schmiede angelehnten Gebäudes. Das Wasserrad, so Jürgen Scherzinger, werde später einmal vor einer Natursteinwand mit Schindelgiebel erstrahlen. Die Natursteine habe man von einer Brandruine aus St. Blasien erhalten. Da sich alles um das Mühlrad drehen soll, wurde dieses auch vor dem Bau des Gebäudes aufgestellt.
Im Bereich des Mühlenbachs waren außer dem zur Dorfschmiede gehörigen Wasserrad noch weitere Räder im Einsatz. Eines davon ist heute noch als Wrack in der Nähe des Gasthauses Scheffellinde zu sehen. Dieses erinnert an eine Sägerei sowie eine Getreidemühle, die früher im Einsatz waren. Erstmalig wird eine Mühle in Achdorf im Jahre 1490 als Erblehen des Klosters St. Blasien erwähnt. Die Mühlen wurden bis 1953 betrieben und dann stillgelegt.
Die Wasserkraft wurde auch genutzt, um im Ökonomiegebäude der Scheffellinde ein kleines Wasserrad für einen Heu- und Lastenaufzug anzutreiben. Im weiteren Verlauf des Kanals profitierte zudem eine Drechslerei von der Wasserkraft.
Gemeinsames Projekt
Unermüdlich
Nach dem Bau der Jakobuskapelle ist dies bereits das zweite gemeinsame Bauprojekt der beiden Aachdorfer Adalbert Scherzinger und Jürgen Scherzinger. Zuvor hatte Jürgen Scherzinger bereits ein großes Feldkreuz vor seinem Haus erbaut. Auch Adalbert Scherzinger hat mit dem Bau einer Mariengrotte vor einigen Jahren für viel Zuspruch in der Ortschaft gesorgt.