Am Hirschmontag im Gasthaus Raben entfaltete sich sechs Tage nach dem Ende der fünften Jahreszeit die Kneipenfasnet in Furtwangen noch einmal in ihrer ganzen Pracht. In geselliger Runde standen Fröhlichkeit und Heiterkeit mit viel Gesang und Musik hoch im Kurs.
Eingeladen hatte die Aktiengesellschaft Hirschmontag, die im Jahr 2003 einen der ältesten verbriefen Furtwanger Fasnetsbräuche reanimierte. Bis auf das Jahr 1746 soll er zurückgehen und war ursprünglich am Alten-Fasnet-Mendig auserwählt, da von diesem Tage an 40 Tage Fastenzeit bis Ostern verstreichen.
Vorstandsvorsitzender Roland Wehrle erläuterte, dass die Historie hinter dem Hirschmontag noch viel komplexer sei und die Aktiengesellschaft aus der Dividende der Aktien als nächstes finanziell eine historische Schrift über diesen besonderen Tag fördert.
Denn das Brauchtum soll für die Nachwelt erhalten bleiben, die bereits aus der Dividende finanzierten und in den Vorjahren installierten hochwertigen Infotafeln am Raben und am Narrenbrunnen bezeugen dies.
Nach einem genüsslichen Schmaus, selbstverständlich mit Köstlichkeiten vom Hirsch, eröffnete Wehrle den „statuarischen“ Programmteil mit viel Gesang und eingebettet in das aus zwölf Strophen bestehende Aktionärslied, das zur Melodie von „Deine Spuren im Sand“ alles Wesentliche für eine erfolgreiche Feierstunde enthielt. So auch den Auftritt zum Ende der Amtszeit von „Hirschkuh“ Sarah Riesterer und „Oberhirsch“ Harald Bethäuser, die im vergangenen Jahr mit ihren einzigartigen Titeln in allen Würden umgingen. Auch sie hatten ein eingängiges Lied mitgebracht.
Die Fröhlichkeit war grenzenlos und Helmut Winterhalter an seiner diatonischen Harmonika die ideale musikalische Besetzung, welcher nimmermüde war, den Stimmungspegel mit seinen Liedern auf dem höchsten Niveau zu halten.
Sogar ein Wirteverein aus dem Simonswäldertal war zu Gast, um sich dieses einzigartige Erlebnis nicht entgehen zu lassen. Dann kam der Moment auf den alle den Abend über gewartet hatten. Wehrle umschrieb mit seinem geschäftsführenden Vorstand in poetischen Worten, dass Katrin Disch die Ehre zu Teil wird, in den kommenden zwölf Monaten den Titel Hirschkuh zu tragen. Als Träger der höchsten Auszeichnung, jener des Oberhirsches, wählte die Gesellschaft Bernhard Weißer aus. Sichtlich erfreut und jeweils mit einem Geweih-Orden um den Hals dekoriert nahmen beide die originelle Auszeichnung entgegen. Sie gibt es im Gegensatz zu anderen Adelstiteln wie jenen der Weinprinzessinnen nur äußerst selten. Weißer ist sich diesem Stellenwert bewusst, weshalb er mit seiner Hirschkuh Katrin Disch im hierfür benötigen Verantwortungsbewusstsein durch das kommende Jahr gehen möchte.
Nach dem offiziellen Teil folgten noch einige Schunkelrunden und Gesang, ehe auch diese letzte Episode der Fasnet ausklang. Am Hirschmontag sind alle willkommen, wer sich vorab anmeldet, bekommt im Gasthaus Raben auf dem Brend gesichert einen Sitzplatz.