Der Ausschuss diskutierte auch eine mögliche Tonnagebegrenzung für die Hirschbrücke. Foto: Reinhardt

Bei der Sanierung der denkmalgeschützten Hirschbrücke in Lauffen gibt es schlechte Nachrichten. Unerwartete Schäden und zusätzlicher Aufwand treiben die Kosten in die Höhe.

Erhebliche Mehrkosten sind bei den Arbeiten an der Hirschbrücke – in Deißlingen mittlerweile auch „Sorgenbrücke“ genannt – zu erwarten. Das erfuhr der Bau- und Umweltausschuss Deißlingen auf seiner Baustellen-Tour.

 

Die Natursteinarbeiten am Gewölbe, den Widerlagern und dem wasserumspülten Teil sind weitgehend abgeschlossen, so Ortsbaumeister Rainer Braun. Die Brücke Am Polterrain in Lauffen steht unter Denkmalschutz.

Ursprüngliche Kosten: 252 000 Euro

Die Wasserhaltung, sozusagen die Trockenlegung der Baustelle, war die größte Herausforderung. Das Ziel, bis zum 1. Oktober (Beginn der Fischschonzeit) aus dem Gewässer zu sein, wurde erreicht. Der bestehende Betonüberbau aus den 1990er-Jahren wurde als zu kurz identifiziert. Er wurde mittels eingeklebter Stahlanker verlängert, um die Lasten korrekt auf die Widerlager zu übertragen.

Die Maßnahme werde zu erheblichen Mehrkosten führen, hieß es. Die ursprüngliche Auftragssumme lag bei 252 000 Euro. Zwei Hochwasserereignisse während der Bauzeit hätten die Wasserhaltung (GFK-Rohre und Lehmdichtungen) beschädigt und aufwändige Nachbesserungen erfordert, erklärten Ortsbaumeister Rainer Braun und Bürgermeister Ralf Ulbrich. Die Menge der Natursteinarbeiten sei im Vorfeld stark unterschätzt worden, es wird von einer Verdopplung ausgegangen.

Der Bau- und Umweltausschuss ist auf Baustellentour. Foto: Reinhardt

Die nächsten Arbeiten sind laut Ortsbaumeister die Aufbringung eines Ausgleichsbetons auf den unebenen Überbau, das Auftragen der finalen Abdichtung und die Herstellung der seitlichen Brückenkappen. Diese dienen künftig als Leerrohrtrasse für diverse Versorgungsleitungen für ENRW, Telekom, Glasfaser, Vodafone, Straßenbeleuchtung, die derzeit noch provisorisch hängen.

Das bestehende Geländer sei zudem zu niedrig und werde aus Sicherheitsgründen, insbesondere für den Radverkehr durch einen Stahlaufsatz erhöht.

Wichtige Ausweichroute

Der Ausschuss diskutierte eine mögliche Tonnagebegrenzung für die Brücke. Der Bürgermeister gab zu bedenken, dass die Straßenverkehrsbehörde dies aufgrund der Wichtigkeit der Strecke als Ausweichroute für die B 27 voraussichtlich ablehnen wird. Falls eine Begrenzung eingeführt würde, müsste sie für beide Brücken im Ort gelten, um eine reine Verkehrsverlagerung zu verhindern.