Ein Schild am Neubaugebiet Alter Sportplatz in Schuttern warnt Hundebesitzer vor ausgelegtem Giftköder mit Fleischstücken. Foto: Bohnert-Seidel

Mit einem Schild machen Anwohner des Neubaugebiets Alter Sportplatz in Schuttern darauf aufmerksam, dass dort kürzlich Fleischabfälle gefunden wurden. Ortsvorsteher Hans-Jürgen Kopf ist fassungslos und hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung.

„Vorsicht Giftköder“ heißt es auf einem Schild, das direkt an ein Verkehrsschild zum Mistweg hinter der nördlichen Häuserreihe im Neubaugebiet Alter Sportplatz aufgestellt worden ist. Anwohner und Hundebesitzer hätten am Sonntag vor einer Woche ausgelegte Fleischstücke und Hühnerknochen gefunden und wollten die Menschen mit ihren Vierbeinern davor nun warnen. „Vor allem die Hühnerknochen können für Tiere, hauptsächlich Hunde tödlich sein“, so Schutterns Ortsvorsteher Hans-Jürgen Kopf gegenüber unserer Zeitung. Dass überhaupt ein Mensch in der Lage ist, so etwas zu tun, hält er nicht für nachvollziehbar. Niemand habe das Recht, einem Menschen oder Tier Leid zuzufügen. Bei der Auslegung von Giftködern, nachweislich von Hühnerknochen und Fleisch, das bislang noch nicht genau untersucht worden ist, seien die Tierbesitzer in Schuttern aufgeschreckt und nun in Alarmbereitschaft. Noch sei, so die Auskunft des Ortsvorstehers, kein Tier zu Schaden gekommen. Die Auslegung des Fleisches und der Knochen wurde dennoch zur Anzeige gebracht. Das Warnschild steht noch immer und mahnt Spaziergänger und Hundehalter zu mehr Vorsicht und Wachsamkeit.

 

Mehrere Tiere sind in Friesenheim bereits vergiftet worden

Bereits 2021 war das Entsetzen in Schuttern groß. Damals im September hat es den Rauhaardackelrüden Kalle erwischt. Der Hund von Familie Gyssler hatte bei der täglichen Gassirunde am Wegrand in Schuttern etwas aufgenommen und begann zu Hause zu würgen. Nachdem sich der Gesundheitszustand des damals zehn Monate alten Rüden zugespitzt hatte, ist die Familie umgehend mit ihm in die Tierklinik gefahren. Blutuntersuchungen haben damals eine Vergiftung offengelegt.

Aber auch andere Friesenheimer Ortsteile sind immer wieder von Giftfunden betroffen. Im Februar 2020 sind in Oberweier in einem Garten zwei Katzen qualvoll verendet. Nachweislich war dort von Rattengift die Rede. Im Dezember 2018 wurde die Hündin von Rainer und Judith Janus Opfer einer Vergiftung, die sie wohl ebenfalls am Wegrand aufgeschnappt hatte. Die Giftart ließ sich nicht genau bestimmen. Dass es Gift war, daran habe auch damals kein Zweifel bestanden. Lebensrettende Maßnahmen wurden auch bei dieser Hündin eingeläutet.

Ein Jahr zuvor, 2017, waren auch Anwohner der beliebten Strecke im Gewann Hundsrücken in Heiligenzell alarmiert. Vermehrt wurden auf dem Feldweg Fleischstücke mit Hühnerknochen ausgelegt. Die Fleischstücke wurden in einem Labor toxologisch untersucht. Entwarnung hatte es damals bezüglich eines Gifts gegeben. Gemeinhin galt jedoch, dass es sich weder um einen Hunde- noch um einen Tierfreund gehandelt haben müsste. Hühnerknochen können bei Hunden zu Erstickungen führen.

Ortsvorsteher Kopf bittet die Bürger, wachsam zu sein und Hinweise an das Bürgerbüro in Friesenheim unter Telefon 07821/6 33 72 50 weiterzugeben. Wer etwas Verdächtiges beobachtet kann sich auch jederzeit bei der Polizei melden.

Fall in Altenheim bleibt weiter unklar

Vor wenigen Wochen kam es zu einen mutmaßlichen Giftköderfund an einem Kindergarten in Altenheim. Dort haben sowohl ein fünfjähriges Kind als auch ein Hund von einem „pinkfarbenen Gegenstand“ gegessen. Die Untersuchungen ergaben beim Kind aber keinerlei Vergiftungssymptome und auch die Blutwerte waren unauffällig. Der Hund wurde vorsorglich veterinär versorgt. Auch weiterhin ist nicht klar, ob es sich bei den Funden tatsächlich um Giftköder gehandelt hat. „Eine Untersuchung eines mutmaßlichen Giftköders erfolgt nur dann, wenn es einen Tatverdächtigen gibt“, erklärt ein Pressesprecher des Polizeipräsidiums Offenburg auf Nachfrage der Lahrer Zeitung am Montag. Solange es keinen Tatverdächtigen gibt, werde der Fund konserviert und im Bedarfsfall dann untersucht