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Hinweis-Tafeln an A 81 Darf der Fernsehturm bald aufs Schild?

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Schlossplatz, Wilhelma, Mineralwasser und Automuseen – mit diesen fünf Attraktionen wirbt Stuttgart künftig an der A 8 und an der A 81. Foto: Leif Piechowski

Die ersten Touristiktafeln in Deutschland sind 1984 ganz in der Nähe montiert worden, doch erst 30 Jahre später wirbt auch Stuttgart an Autobahnen für seine Attraktionen. Land und Stadt haben am Donnerstag fünf Schilder vorgestellt.

Stuttgart - In der Medienbranche Bleibendes zu schaffen gelingt heute selten. Sabrina Foglia hat aber wohl genau das geschafft. „Die sind von mir“, kann die Mitarbeiterin der Agentur Monopage vielleicht sogar mal ihren Enkeln erzählen, wenn sie daran vorbeifahren. Aus der Feder der Grafikdesignerin respektive ihrer Mitarbeiter stammen die Motive, mit denen die Landeshauptstadt künftig per Touristikschild an den Auto­bahnen rund um Stuttgart wirbt. Der ­baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), dessen Parteifreund, Oberbürgermeister Fritz Kuhn, ­Regierungspräsident Johannes Schmalzl (FDP) sowie Stuttgarts Touristikdirektor Armin Dellnitz haben die 4,20 mal 2,80 Meter großen Tafeln am Donnerstag im Ehrenhof des Neuen Schlosses vorgestellt – am Ende einer fast zwei Jahre währenden Planung, die nicht immer ohne Misstöne verlaufen ist. Möglicherweise, so klang es am Donnerstag an, darf Sabrina Foglia noch einmal ihren Griffel spitzen und ein sechstes Schild mit dem Fernsehturm als Motiv entwerfen.

Die Hinweistafeln

Die Stadt Stuttgart, aus touristischer Sicht auf der deutschen Autobahnkarte bisher ein weißer Fleck, erhält fünf sogenannte touristische Unterrichtungstafeln. Sie sollen die mindestens 140 000 Autofahrer, die täglich die A 8 und die A 81 passieren, auf Stuttgarts besondere Sehenswürdigkeiten aufmerksam machen. Die Stuttgarter Agentur Monopage hat im Auftrag von Stuttgart-Marketing fünf Motive entwickelt: den Schlossplatz, ein Schwimmbecken mit stilisierten Wasserblasen für die Mineralbäder, Elefant, Affe, Lotusblüte und Architektur im maurischen Stil für den zoologisch-botanischen Garten Wilhelma sowie zweimal kombiniert das Mercedes- und Porsche-Museum. Bei Letzteren sind der Porsche 911 und der Mercedes-Flügeltürer jeweils der Blickfang. OB Kuhn sieht „die fünf wesentlichen Punkte“ berücksichtigt, wenngleich er „von der Schönheit, vom Reichtum und von der Vielfalt her auch 15 oder 20 Schilder untergebracht hätte“. Ein Schild kostet knapp 10.000 Euro, die der Träger der ­jeweils abgebildeten Attraktion übernimmt. Beim Schlossplatz, obwohl Landeseigentum, zahlt die Stadt.

Der Auslöser

Der frühere Wilhelma-Direktor Dieter Jauch hatte sich im Frühjahr 2012 gegenüber unserer Zeitung beklagt: Mehrfach sei er mit dem Antrag für eine Touristiktafel gescheitert. Das Regierungspräsidium (RP) als zuständige Genehmigungsbehörde spreche dem teils denkmalgeschützten Zoo die besondere kulturhistorische Bedeutung ab. Armin Dellnitz, oberster städtischer Tourismuswerber, ersann animiert durch die Berichterstattung ein Konzept bestehend aus acht Tafeln mit acht verschiedenen Stuttgart-Attraktionen und stieß bei den beteiligten Institutionen auf großes Interesse.

Die Hürden

Doch Dellnitz hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Mit seiner „großen Lösung aus einem Guss“ eckte er sowohl beim RP wie auch bei Landesverkehrsminister Winfried Hermann an. Acht Tafeln „waren uns zu viel“, so Hermann am Donnerstag. Nun seien aber „wahre Kunstwerke“ entstanden, und mit den zwei Kombischildern „eine geniale Lösung“. Regierungspräsident Johannes Schmalzl nahm seine Mitarbeiter im RP in Schutz. Es sei nie einfach gewesen, die sehr unterschiedlich und mit den Jahren immer liberaler gehandhabte Bundesrichtlinie sinnvoll einzuhalten. So lasse etwa Bayern praktisch jeden Wildwuchs zu. Dass die Stadt Stuttgart bei den braunen Tafeln bisher so zurückhalten war, begründet Schmalzl damit, „dass der frühere OB Schuster die braunen Schilder hässlich fand“. Die wenigsten Probleme auf dem Weg zum Kompromiss bereiteten offenbar die Autokonzerne Mercedes und Porsche mit ihren Museen. Von Futterneid keine Spur. „Wir ergänzen uns, weil vor allem die Gäste von auswärts an einem Tag beide Häuser besuchen“, so die Sprecherin des Porsche-Museums in Zuffenhausen, Astrid Böttinger.

Zukunft Fernsehturm

Der Fernsehtrum ist zwar auf zwei der Tafeln im Hintergrund angedeutet, hat aber, anders als im Dellnitz-Plan vorgesehen, kein eigenes Schild erhalten. Nach der Schließung des Turms aus Brandschutzgründen wollte dem Vernehmen nach ohnehin hier keiner mehr in die Offensive gehen. Das könnte sich ändern, sobald OB Kuhn sein Versprechen hält und den Betonspargel wieder freigibt. Eine sechste Tafel ist eine Option, so Regierungspräsident Schmalzl, „für einen Platz ist vorgesorgt“. Erst Öffnung, dann Schild, lautet seine Devise. Zunächst jedoch werden in den nächsten vier Wochen die fünf am Donnerstag präsentierten Tafeln montiert.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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