Bis zum Rand vollgestopfte Hundekot-Mülleimer können Spaziergänger entlang der Feldwege rund um Bisingen immer wieder beobachten. An den Leerungsintervallen liegt das ganz offensichtlich nicht. Der Grund ist ein ganz anderer.
Des Menschen bester Freund ist der Hund, heißt es – und wer selbst einen Hund hat, der wird dies ganz klar bestätigen, auch in Bisingen. Dort gibt es nach Angaben der Gemeinde Ende März 536 Hunde. Setzt man diese Anzahl ins Verhältnis zur Zahl der Einwohner, gibt es in Bisingen erstaunlich wenige Hunde.
Allerdings müssen auch diese Gassi gehen. Augenscheinlich lässt manch ein Hundehalter die Hinterlassenschaften des Haustiers liegen, viele nutzen dafür aber auch einen Einwegbeutel und entsorgen diesen in eine speziell dafür vorgesehene Tonne. Offenbar sind diese aber oft überfüllt. Diesen Eindruck bestätigt die Gemeinde auf Anfrage der Redaktion. Die Beutel liegen notgedrungen auch auf dem Boden daneben.
Mülleimer werden zweimal pro Woche geleert – und sind teils trotzdem überfüllt
An den Leerungsintervallen kann es offensichtlich nicht liegen. Alle Hundekot-Mülleimer werden zweimal pro Woche geleert, heißt es auf unsere Anfrage weiter. Der Grund, warum die Mülleimer oft überfüllt sind: Dort wird, wie Mitarbeiter der Verwaltung dokumentieren, nicht nur Hundekot entsorgt. Auch allerlei anderer Unrat wie Bierflaschen und Pizzakartons werden dort hineingestopft.
Wegen dieser Zweckentfremdung haben die Hundehalter manchentags das Nachsehen. Rund um die Uhr überwachen lassen sich die Mülleimer-Standorte wegen des damit verbundenen Aufwands nicht. Sind die Mülleimer voll, macht es aber auch keinen Sinn, den Hund in die Wiese neben dem Weg machen zu lassen.
Hundekot auf Feldern: Bauernverband warnt vor schwerwiegenden Folgen
Der Landesbauernverband Baden-Württemberg schreibt dazu: „Auf Wiesen produzieren Landwirte Futter für ihre Rinder, Schafe, Pferde und Ziegen. Die Verunreinigung von Grünland mit Hundekot kann eine große Gefahr für die Gesundheit von Nutztieren darstellen. Vor allem für trächtige Rinder kann die Aufnahme von verunreinigtem Futter zu Fehlgeburten führen.“ Die Interessenvertretung der Landwirte nennt in diesem Zusammenhang auch Bußgelder, die verhängt werden können – wie realistisch die praktische Anwendung ist, ist die Frage.
Offen ist auch die Frage, wie viele Hunde es in Bisingen wirklich gibt. Bei der Gemeinde sind 536 Stück gemeldet, davon 29 mit Begleithundeprüfung. An Steuern nimmt die Gemeinde jährlich 84 Euro für den Ersthund ein und 168 Euro für jeden weiteren Hund. Für Hunde mit Begleithundeprüfung wird jeweils die Hälfte dieser Beträge fällig.