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Hindermann Die Kleine turnt, die Große schaut zu

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Foto: Baumann

Stuttgart - Die kleine Schwester kämpft ab Samstag um eine gute Platzierung bei der Turn-WM in Rotterdam, die große muss zuschauen. Eine Premiere für Giulia und Marie-Sophie Hindermann.

Wenn ab diesem Samstag die besten Turner der Welt ihre Meister küren, taucht auch der Name Hindermann in den Startlisten auf. Es ist allerdings nicht Marie-Sophie Hindermann, die im niederländischen Rotterdam an die Geräte geht, sondern ihre kleine Schwester. Für Giulia Hindermann (16) ist es der erste große internationale Wettkampf. "Ich freue mich wahnsinnig für sie", sagt ihre Schwester.

Selbstverständlich ist das nicht. Die Ältere nämlich muss in der Rotterdamer Ahoy-Arena auf den Zuschauerrängen Platz nehmen. 2007, bei der WM in Stuttgart, war es noch andersherum. Die WM 2010 verpasst Marie-Sophie Hindermann. Sie ist verletzt. Wieder einmal.

Bei einem Trainingsunfall Anfang September verletzte sie sich am Ellbogen, der Traum von der zweiten WM-Teilnahme war vorbei. Es ist nicht das erste Mal, dass die Turnerin aus Tübingen eine Meisterschaft verpasst. Schon im vergangenen Jahr musste sie nach einer Achillessehnen-Operation auf die WM in London verzichten. Fünf schwere Verletzungen erlitt Marie-Sophie Hindermann in den vergangenen drei Jahren. Sie ist immer wieder aufgestanden.

Bei der nächsten WM will Marie-Sophie Hindermann wieder dabei sein

Auch dieses Mal. "Ich kann den Arm schon wieder belasten", sagt sie. In spätestens zwei Wochen will die Stufenbarren-Spezialistin wieder normal trainieren. "Vielleicht reicht es ja für den DTB-Pokal", hofft sie. Der Weltcup findet vom 12. bis zum 14. November in der Stuttgarter Porsche-Arena statt. Woher sie die Kraft nimmt, sich immer wieder heranzukämpfen? "Es hilft, dass ich schon mal bei Olympia war", sagt sie, "ich weiß, wofür ich es tue. Außerdem ist Turnen mein Leben."

Die Frage, warum gerade sie immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hat, hat sich Marie-Sophie Hindermann schon oft gestellt. "Es gibt einfach Leute, bei denen ist immer irgendwas", sagt sie. Ein Grund könnte ihre Größe sein - mit 1,75 Metern überragt die grazile Turnerin fast alle ihre Konkurrentinnen. "Dadurch habe ich schlechtere Hebelverhältnisse", erklärt sie. Falsche Trainingsmethoden in der Grundlagenausbildung jedenfalls - wie sie von Kritikern des Turnsports oft angemahnt werden - hätten mit ihrem Verletzungspech nichts zu tun. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Training schuld ist, wenn man vom Barren fällt", sagt sie. Kurt Knirsch, Sportwissenschaftler und Turn-Experte, pflichtet ihr bei: "Heutzutage ist die Ausbildung gut. Bei hoher Belastung kann immer etwas passieren - nicht nur im Turnen. Das kann das beste Training nicht verhindern."

Alleine mit ihren Sorgen ist Marie-Sophie Hindermann im Stuttgarter Kunstturnforum nicht. Sie hat zwei Leidensgenossen. Auch Kim Bui (Kreuzbandriss) und Marcel Nguyen (Wadenbeinbruch) verpassen die Wettkämpfe in Holland. "Für Marcel ist es wohl am Schlimmsten, weil er sich erst kurz vor der WM verletzt hat", sagt Hindermann.

Die Turnerin wird an diesem Samstag trotzdem nach Rotterdam fahren. Daumen drücken für die Trainingskollegen aus dem Kunstturnforum. Neben Giulia Hindermann hat auch Pia Tolle den Sprung ins WM-Team geschafft, ebenso wie Sebastian Krimmer und Thomas Taranu, die im Männerteam um Turn-Star Fabian Hambüchen stehen. Bei der nächsten WM will Marie-Sophie Hindermann wieder dabei sein - in einem Team mit ihrer kleinen Schwester.

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