Lena Maddeis mit ihrem Ehemann, der einen über den Durst getrunken hat. Foto: Susanne Grimm/Susanne Grimm

Weder Herztropfen noch ein Schrittmacher waren vonnöten, um das Publikum bei Hiltrud Stolls und Franz Aubers Auftritt in der ausverkauften Ebinger Stadthalle so richtig in Fahrt zu bringen. Da blieb kein schwäbisches Auge trocken.

Unter dem Titel „Unser hailigs Dialektle“ wurden die Zuhörer von „Hillus Herzdropfa“ so richtig in die humoristische Mangel genommen und zu massiven Heiterkeitsausbrüchen genötigt. Weder Zwerchfell noch Tränendrüsen blieben ungetröstet; Atempausen wurden nicht gewährt und der Anschlag des mundartsatirischen „Hau den Lukas“ mit schöner Regelmäßigkeit touchiert.

 

Die besondere Spezialität von Hillu Stoll alias Lene Maddeis und ihrem Partner Franz Auber, der abwechselnd Lenes Freundin Babette, die Oma Rosa oder Lenes Ehemann verkörpert, ist bekanntlich das schwäbische Verbalgefecht mit spezieller Würzmischung. Und natürlich die Mundartsuada: So richtig im Element ist Lene erst, wenn sie sich über „dia Hegga-Scheißer“ echauffieren darf, Tieflandschwaben aus „Schtuegrt, Beblinga ond Esslinga“, die auf ihren Landfahrten so gerne niedrigsten Instinkten nachgeben. „Hender’d Hegga scheißed se“, empört sich Lene und berichtet, wie sie einer solchen Touristin aus dem Tiefland fast den Garaus gemacht hätte – nicht, weil die ihre Hecken missbraucht hätte, sondern weil sie schuld am Tod ihres Gockels war. Hatte doch Lene bei einem spontanen Ausweichmanöver mit ihrem roten Traktor „statt dem Heggenscheißerweib mei Siegerle überfahra!“Jetzt braucht sie einen neuen Hahn für ihre 14 Hennen – und dabei war „Siegerle“ doch „so guet ei’g’arbeitet!“ Nicht mal als Braten taugte er noch, platt, wie er war.

„De Länge noch in mei Soichrinne“

Allerdings blieb das „Heggascheißerweib“ auch nicht ungeschoren – zum größten Vergnügen von Lene hatte es sich nämlich samt Biogesichtsmaske „de Länge noch in mei Soichrinne glegt“, nachdem sie während des Wortwechsels mit Lene auf einem Kuhfladen ausgerutscht war. Sehr schön: „Heggescheißerbekämpfung isch auf dr Alb it verbote“, versichert Lene. Und schon gar nicht, wenn die „Heggescheißer“ von richtig weit herkommen. Lene hat extra das Autokennzeichen überprüft – nur ein „B“ auf dem Nummernschild, nicht zwei. „Koine Beblinger!“

Einheimische sind abgehärtet

Aber natürlich treffen die Schimpfkanonaden auch Einheimische. Die sind allerdings abgehärtet – Lenes Mann zum Beispiel oder Babette, bei der „oi Rädle a bissle im Dreck lauft“. Sie nehmen es einfach nicht so persönlich.

Doch die Älbler können auch anders: Die Coronapandemie und der Krieg in der Ukraine haben Lene nachdenklich gemacht. „Waffarüschtung isch en Dracha / verschlingt Milliarde in sein Racha. / Heret auf, mit dem Geld / wär koi Not mehr in der Welt. / Unsere Erde isch ein Schatz, / so koschtbar, und s’ gibt koin Ersatz“. Die Zuschauer sparten nicht mit Applaus.

Eine Extraportion Herztropfen

Ebingen bekommt eine Extraportion Herztropfen: Das Publikumsinteresse am Gastspiel von Hiltrud Stolls und Franz Auber Gastspiel war so groß, dass etliche Kartenwünsche abschlägig beschieden werden mussten. Die Zusatzshow heißt „Schtoi(reiche) Albschwoba“ und steigt am 21. Mai in der Festhalle Ebingen. Tickets gibt es auf der Webseite www.sbegroup.info und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.